Jahrgang 
1897
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ſeit 1122 in den genannten Urkunden wiederholt als Zeuge auftritt ¹). Neben ihm erſcheint in gleich an⸗ geſehener Stellung im Jahre 1144 ſein Sohn Arnold von Hanau und Buchen*), der 1158 zuletzt genannt wird, und 1148 ein jüngerer Bruder Arnolds, Dammo von Hanau, als deſſen Sohn Gerlach von Buchen zu gelten hat. Dieſer war vermutlich der letzte weltliche Herr ſeines Geſchlechts, da ein 1175 erwähnter Dammo von Hanau wohl dem geiſtlichen Stande angehörte 8).

Dieſe Herren von Buchen⸗Hanan, deren Stammburg zwiſchen Wilhelmsbad und Wachenbuchen gelegen war*), waren die älteſten Beſitzer, vielleicht Erbauer der Burg Hanau. über den Urſprung dieſes angeſehenen wetterauiſchen Geſchlechts iſt ſo gut wie nichts bekannt; mit einiger Wahrſcheinlichkeit darf man jedoch aunehmen, daß die Vorfahren fränkiſche Miniſterialen waren, die vielleicht ſchon ſeit der Er⸗ oberung der unteren Mainlande durch die Franken(um 500), etwa als Verwalter eines königlichen Meierhofes oder als Gaugrafen, in dieſer Gegend ſaßen, ſpäter als freie Herren die Burg Buchen nebſt Zubehör erwarben). Der Wildreichtum dieſes Wald⸗ und Sumpflandes dürfte ſie frühe veranlaßt haben, auf einer Kinziginſel ein Jagdſchloß, eine Burg zu errichten, um von hier aus ungeſtört das Weid⸗ werk zu pflegen.

Im Jahre 1168, wo Gerlach von Buchen zuletzt erwähnt wird, oder bald danach kamen die Beſitzungen der Herren von Buchen, denen wahrſcheinlich von dem Stifte St. Maria ad Gradus in Mainz auch die Vogtei zu Nied übertragen war), durch Erbgang in andere Hände); die Hanau dagegen, Burg und Wildbann, ging durch Neuverleihung des Reichslehens³) über an die Herren von Dorfelden), die mit denen von Buchen in gar keinem verwandtſchaftlichen Verhältnis zu ſtehen ſcheinen ¹⁰).

¹) Über dieſe genealogiſchen Ausführungen vergl.: Schenk zu Schweinsberg, Beiträge zur älteſten Geſchichte und Genealogie der nach Hanau benannten Herrengeſchlechter. In denMittheilungen des Hanauer Bezirksvereins für heſſiſche Geſchichte und Landeskunde. Nr. 5. S. 1 ff.; No. 6. S. 23 ff.; Reimer, Hauauer Urkundenbuch I.; Gudenus, Codex diploma- ticus I. die einſchlägigen Urkunden.

²) Wie ſein Vater nannte er ſich bald nach Buchen, bald nach Hanau.

9) I. Die Herren von Buchen⸗Hanaun(1122 1175). 2 Dammo I. von Buchen und Gotfrid I. von Nied(1131, 32) 4 von Hanau(1122 44); von Nied(1131). Arnold von Hanau Dammo II. von Hanau Gotfrid II. von Nied(1148). und von Buchen(114458).(1148, 51). 2 2 2

Chriſtian von Buchen(1160). Gerlach von Buchen(114668). Dammo III. von Hanau, Domherr zu Mainz(1175). 4

¹) Schenk zu Schweinsberg, a. a. O., zählt zu den mutmaßlichen Vorfahren der Herren von Buchen die Grafen Reginbodo, Sigebodo und Dammo, die urkundlich von 1030 63 erwähnt werden; Dammo könnte der Großvater Dammos von Buchen⸗Hanau ſein.

) Der NameBuchen wird ſchon 798 genannt. Siehe Reimer, H. N. I. No. 14.

) Sie werden wiederholt(1131, 32, 48) nach Nied(Niethe, Niedehe) genannt.

²) Etwa die Hälfte kam an die Herren von Lauda⸗Dieburg und von dieſen durch Erbſchaft und Kauf an die von Bolanden und Münzenberg, während die andere Hälfte an das Haus Iſenburg⸗Büdingen überging.

8) Für eine andere Form des Anfalls von Hanan an die Herren von Dorfelden, etwa durch Heirat, oder gar für die Annahme des Übergangs der Burg Buchen auf die Dorfelder ſind Beweiſe nicht zu erbringen. Die Verleihung geſchah wahrſcheinlich nicht direkt, ſondern ging von Mainz aus. 3

¹) Dorfelden wird als villa Turinvelde ſchon 767 erwähnt. Siehe Reimer, H. U. I. No. 2.

¹⁰) Ein wichtiges Beweismittel hierfür iſt die gänzliche Verſchiedenheit der Taufnamen; die Buchener heißen: Dammo, Arnold, Gerlach, die Dorfelder: Reinhard, Heinrich. 4*