Eine langere Sludienfahrt unternahm die Ol in den Pfingstiferien unter Führung der Hierren Obersiudienrat Dr. Ebeling und Siudienrat Dr. Brodi. Ihr fiauptziel war Wien. Die Fahrt ging über Nürnberg, Regensburg(Walhalla), Passau, Donaufahrt bis Wien; 3 Taqe wurden der Besidtigung der Stadt und ihrer Umgebung çewidmel. Die fieimfahrt ging über Gmunden, Traunsee, Ischl. Sirobl, Schafberg. Salzburg, Berdutesqaden, Königsee, Fierrenchiemsee, NMunchen, wo vor allem das Deulsche Museum besudt wurde. Die Schöler wurden in Oesterreich überall aufs herzlichste bewillkkommnet und aufgenommen. Die Fahrt wird nicht verfehll haben, hüben wie drüben das Gefühl der Zusammendehôrigkeit zu stärken und die Erkenntnis zu fördern, daß die Grenzpfähle. die Reidisdeutsche und Deutsch-Oesterreicher noch immer trennen, einst verschwinden müssen. Die Mittel zu dieser Fahrt haften sich die Schöler im Laufe des Jahres zusammenqespart; außerdem stand eine Summe aus dem für Wanderungen im Hiaushallsplan der Oberrealschule eingesetzten Betrag zur Verfügung.
Die Untersekundaner unternahmen unter Leitung der Studienräle Dr. Brodt und Hartmann eine Rheinſahrt, die sie bis Boppard führfe; auch ihnen wurde eine Beihilfe, wie oben, bewilligt.
Die O lHle madhte am 20. und 21. 9. mit ihrem Klassenleiter, Hierrn Studienrat Dr. Müuller eine Wanderung durch den Thürinqer Wald von Frottstädt uber Iabarz nach dem Inselsberg, wo in der dorfigen Jugendherberge übernadiel wurde. Am nächsten Tage ging es über Ruhld, die
Wartburg nach Eisennach. Die Kosten wurden feilweise durch den Erlôs von ITheaferspielabenden gededat, die die Klasse früher veranstaltef hafle.
Während der Osterſerien 1927 unternahm eine Gruppe von 0 Schülern der Anstalt aus den Klassen UI bis O Ill unier Führung von Studienrat ittermaier und Assessor Or. Kolb eine Fahrt nach Frankreich. 2 Sekundaner der Hohen Landesschule, 5 Musterschüler aus Frankfurt und 3 Nürnberger Jungen schlossen sich ihnen an. Das Ziel war das Lager der Fédéralion des Jeunesses larques et Rêépublicaines(Bund der republikanischen Jugend) bei Compiègne, 80 km von Paris. Diese Vereiniqung, die in Frankreich 70 000 Mitqieder zahit, haffe die deutschen Jungen eingeladen, die Ferien mu ihnen zu verbringen. Ihr Zelflager war 4,5 km nordöstlich von Compiègne in dem dortigen qroßen Wald nahe der Aisne auf deren linken Uſer aufgeschlagen. Es war sfändig mit ungefähr 30 Pariser Schülern un Alter zwischen 12 und 18 Jahren belegqt, deren Zahl zeitweise durch vorübergehend anwesende oder durchziehende Pſadſinder auf ungeſähr das Doppelle stieq. Unsere Jungen verbrachten dorf die Zeit vom 10. bis 22. April ständig im Freien zusammen mit den Franzosen, spielten viel Fußball, etwas Tennis und machten größere und kleinere Ausflüge. Compièegne wurde besidnigPt mit seinem Qofschen Rathaus, den sehens- werien Kirchen und dem Schloß und dem Park, die Napoléon l. für seine Gemahlin Marie Luise ausbaute und umgestaſtete. Ein Ausflug führte nach Pierreſonds mit seiner mâditigen Burg, die unter Napoléon llI. auf den Trümmern der alten Burg wiederhergestellt worden ist. Ein Teil unserer Schüler besuchfe unter Führung von Dr. Kolb Soissons und den Anfang vom Chemin des Dames. Am Ostermonlag spielte eine deutsch-französische Mannschaft gegen eine Mannschaft des nahen Dorfes Choisy-au-Bac ein siegreiches Fußball-Weltspiel. Am Nachmittag des 22. April erfolgte die Rüdareise über Paris. Bei schönstem Wefter wurden am gleichen Iage eine große Zahl der Sehenswürdiqkeiten äußerlich besichtigt, am folgenden lage wurde der Nachmifiag dem Louvre gewidmet. Der 24. Qolt hauptsächlich dem Besuche von Versailles zur Besichligung des Schlosses, Parkes und des wenig besuchten Ballspielhauses(eu de paume). Am gleichen Tage abends nach 11 Uhr wurde die Rüdreise nach Deutschland angefreten und am folgenden Abend traf alles wohlbehalten in Frankfurt und Hanau ein.
Die Gesamtkosten der Reise haben sich auf 80 bis 90 Mk. gestellt; die französischen Bahnen hatten auf die Fahrt im D-Zug 75% Ermäßigung gewährt. Die Fahrt war in der Absicht unternommen worden, unsere Jungen mit gleichaltrigen Franzosen zusammenzuführen, um sie selbständig sehen und urteilen zu lehren. Jedenfalls hat die Verpflanzung in die neuarfige Umgebung, die Nofwendiqkeit, sich in der fremden Sprache auszudrüdeen, und das Streben, sie in ein paar Tagen eine Weltstadt überblicen und sich darin zurechffinden zu lehren, auf ihre Entwidklung einen ſördernden Einfluß ausgeübi.(Studienrat Mittermaier).
Es wird noch darauf aufmerksam gemacht, daß jeder Schüler im Besitze von Turnschuhen und eines Turn- und Sporfanzuges sein muß, beslehend aus einer kurzen schwarzen Hiose und einem weißen Hemd. Diese Forderung muß gestellt werden, weil die fagliche Kleidung den Körper in seiner freien Bewequng hemmt und selbst beim Spielen und Jurnen sehr leidef. Ein besonderes Abzeichen vorn auf dem Hemd zu fragen, angeferfigt nach dem Entwurf des Schülers der O IIla Scholze ist käuflich im Sporfgeschäft von Schwaab in der Hammerstraße.
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