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Wandern häßlicher Schriften von Hand zu Hand verhindern, das Betreten aller Buch- und Schreibwarenhandlungen, in denen Erzeugnisse der Schundliteratur feilgeboten werden, streng verbieten und selbst überall gegen Erscheinungen dieser Art vorbildlich und tat- kräftig Stellung nehmen, nur dann ist Hoflnung vorhanden, dab dem Ubel gesteuert werden kann. Bei der Auswahl guter und wertvoller Bücher wird die Schule den Eltern wie auch den Schülern und Schülerinnen selbst mit Rat und Tat zur Seite stehen und ihnen diejenigen Bücher angeben, die sich für die Altersstufe und für ihre geistige Ent- wiekelung eignen. Zu diesem Zwecke werden es sich die Lehrer und Lehrerinnen gern angelegen sein lassen, sich über die in Betracht kommende Jugendliteratur fortlaufend zu unterrichten. Das in dem Weidmann'schen Verlage zu Berlin erschienene Buch des Direktors Dr. F. Johannesson„Was sollen unsere Jungen lesen?- wird den Schülern und auch den Schülerinnen wie deren Eltern als zuverlässiger Wegweiser dabei dienen können.
Dieser Erlaß ist in den Jahresberichten der höheren Lehranstalten zum Abdruek zu bringen. Auch bei anderen sich bietenden Gelegenheiten empfiehlt es sich, die Offentlichkeit auf den Schaden minderwertiger und den Nutzen bildender und fördernder Erzeugnisse der Literatur und Kunst immer wieder aufmerksam zu machen und dadurch für die Mitarbeit an der geistigen und sittlichen Förderung unserer Jugend zu gewinnen.
Wir glauben, die Eltern auf einige Stellen aus einem Erlaß des IHerrn Ministers vom 8. 3. 12. in Betr. der Kinemathographentheater aufmerksam machen zu sollen. Es heibt darin u. a.:
Die Kinematographentheater haben neuerdings nicht nur in den Grobstädten, sondern auch in kleineren Orten eine solche Verbreitung gefunden, daß schon in dem hierdurch veranlaßten übermäbßigen Besuche solcher Veranstaltungen, durch den die Jugend viellach zu leichtfertigen Ausgaben und zu einem längeren Verweilen in gesundheitlich unzureichenden Räumen verleitet wird, eine schwere Gefahr für Körper und Geist der Kinder zu befürchten ist.
Vor allem aber wirken viele dieser Lichtbildbühnen auf das sittliche Empfinden dadurch schädigend ein, daß sie unpassende und grauenvolle Szenen vorführen, die die Sinne erregen, die Phantasie ungünstig beeinflussen und deren Anblick daher auf das empfängliche Gemüt der Jugend ebenso vergiftend einwirkt wie die Schmutz und Schund- literatur. Das Gefühl für das Gute und Böse, für dus Schickliche und Gemeine muß sich durch derartige Darstellungen verwirren, und manches unverdorbene kindliche Gemüt gerät hierdurch in Gefahr, auf Abwege gelenkt zu werden. Aber auch das ästhetische Empfinden der Jugend wird auf diese Weise verdorben, die Sinne gewöhnen sich an starke, nervenerregende Eindrücke, und die Freude an ruhiger Betrachtung guter künst- lerischer Darstellungen geht verloren.
Wir wiederholen daher hier die schon mehrmals an die Eltern gerichtete Bitte, dem Be- suche der Kinematographentheater seitens ihrer Söhne die unseres Erachtens nötige Aufmerksamkeit zu widmen.
5. Konfirmation. Wir bitten die Eltern dringend, die Konfirmation ihrer die Oberreal- schule besuchenden Söhne, wenn irgend tunlich, in Unter- und Obertertia stattfinden zu lassen, da in diesen beiden Klassen der Stundenplan entsprechend eingerichtet ist.
6. Wir machen die Eltern unserer Schüler darauf aufmerksam, daß die Türen des Schul- hauses im Sommer und Winter erst eine Viertelstunde vor Beginn des Unterrichts geöffnet werden, und bitten darauf achten zu wollen, daß die Schüler nicht zu früh von zu Hause weggehen.
7. Rauchen. Nach unserer Beobachtung nimmt das Rauchen, namentlich das Cigarettenrauchen, bei der Jugend in bedenklicher Weise überhand. Wir bitten die Eltern dringend, in dieser Hinsicht ihre Söhne zu überwachen und sich in dieser Sache des Beistandes des Arztes zu bedienen. Wenn


