Jahrgang 
1914
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mahl seine Ansichten wünscht wurde.

Die Jahrhundertfeier wurde Samstag den 15. März mit einem Schülerfest das am Nachmittag und Abend die Se

in überaus großer Amzahl im Saale Chorlieder und Musikvorträge war dem Tanzvergnügen gewidmet. Danklied eines Hanauer Knaben an die fach geäußerten Wünschen entsprechend,

Unter

Du große goldne Himmelszier.

Wir deutschen Buben danken dir

Für alles, was in jungen Jahren

Wir Gutes schon von dir erfahren. Wir danken dir mit lautem Munde Für manche schöne Feierstunde,

Die deine Güte uns beschert,

Dafür seist du stets hoch geehrt!

Wie schön, wenn in des Sommers Tagen Wir um die zehnte Stunde fragen,

Ob auch das Thermometer steigt,

Die nöt'gen Grad im Schatten zeigt! Wir sitzen in Erwartung bang,

Jetzt hört man Schritte auf dem Gang. Herr Gerlach, der tritt jetzt herein, Willkommen, wie dein lieber Schein, UInd trägt die Botschaft durch das Ilaus: Heut nachmittag fällt die Schule aus! Wir sehr darob die Lehrer klagen, Uns füllt die Kunde mit Behagen. Und geht's jetzt aus dem dumpfen Hause Hinunter in die nächste Pause,

Dann sind wir all des Jubels voll

Und spielen noch einmal so toll.

Das haben wir in frühren Jahren Durch deine Güte oft erfahren;

Doch was du tatst im elfer Jahr, Dafür sei Dank dir immerdar.

Welch große Kraft hast du entfaltet, Wie emsig deines Amts gewaltet,

Die Erde auch trotz Wolkenhüllen

Mit Licht und Wärme zu erfüllen!

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beschlossen,

hüler, ihre Eltern und Geschwister und Freunde der Anstalt der Turnhalle vereinigte. In des kleinen Schulorchesters mit Deklamationen ab, der zweite Teil den vorgetragenen Gedichten befand sich auch ein Sonne für den Sommer des Jahres 1911, das wir. mehr- hier folgen lassen:

dem ersten Teile wechselten

Wir konnten in der Zeit, der schwülen. Behaglich uns im Maine kühlen

Und spielen in dem Wasserreich

Da Tag für Tag den Fröschen gleich. Ach, liebe Sonne mach uns froh

Und scheine uns noch öfters so.

Wirf stets doch deinen goldnen Schein Durch unsere Fenster hell herein

Und triff nur recht das Thermometer, Du weißt, es hängt dicht beim Katheder. Und send auch deinen hellen Schein In des Ministers Herz hinein.

Dabß er, durch Himmelslicht belehrt, Uns deutschen Knaben noch beschert: Daß wir mit Lesen und mit Schreiben Noch länger bei der Mutter pleiben, Daß man uns nicht mit rauher Hand Zu früh führ' aus dem Vaterland,

Dabß wir in Vaterlandes Luft,

Bei Vogelsang und Blumenduft,

In Arbeit auch die Hände regen,

Dem teuren Vaterland zum Segen,

Das uns die ganze Kraft verleiht,

Dem unser Leben sei geweiht!

Dann wollen wir, den Ahnen gleich, Dem Kaiser dienen und dem Reich,

In deinem Lichte, deiner Klarheit.

In mutgem Kampf für Recht und Wahrheit. Dir, goldne Sonne, folgen wir,

Dein Bild sei unser Siegspanier!

Stets mahne uns dein hold Gesicht, Der Wahlspruch sei: Durch Nacht zum Licht!

Ebenso sei auch dem Gedicht hier eine Stätte gewährt, in dem der Direktor bei dem Fest-

Der schönste Garten in der Welt

Ist der, in den uns Gott gestellt,

In dem manch Bäumchen die Krone hebt, In Luft und Sonne zum Himmel strebt. Und durch dies schöne Hoffnungsreich Der Lehrer geht, dem Gärtner gleich, Der, was er pflanzte in das Land,

von dem Lehrerberufe darlegte und dessen Veröfientlichung ebenfalls ge-

Nun sorgsam pflegt mit milder Hand. Er sieht, wie hier die Knospe springt, Der Keim aus Nacht zum Lichte dringt, Wie hier ein Blütchen sich entfaltet, Wie dort sich eine Frucht gestaltet;

Er sieht auch, wie anf manchem Beet Ein Kräutlein sprießt, das nicht vergeht,