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Herr Generalsuperintendent D. Pfeiffer-Cassel.
Hochansehnliche Festversammlung! Es gereicht mir zur besonderen Freude und Ehre. dabß es mir vergönnt ist, gerade von dieser Stätte aus, die mit meinem persönlichen Leben in so enger Beziehung steht, die Oberrelschule an ihrem heutigen Ebren- und Jubeltag zu begrüben und zu gleicher Zeit Glück- und Segenswünsche des Königl. Konsistoriums sowie der Geistlichkeit der Marien- und Johannesgemeinde und des Presbyteriums der Johanneskirche Ausdruck zu geben. Im Schatten der Johanneskirche ist vor 100 Jahren die Oberrealschule ins Leben getreten. herausgewachsen aus dem lutherischen Gymnasium, einer Gründung des Grafen Friedrich Casimir. des ersten in Hanau residierenden Grafen von Hanau- Lichtenberg. dem es ein Herzenbedürfnis war, nach der Fertigstellung dieses Gebäudes, das er für die Bedürfnisse seiner lutherischen Untertanen erbaut hatte, auch eine mit der Kirche in engster Fühlung stehende Pflanz- und Pflegestätte für die Bildung der künftigen Staats-. Kirchen- und Schuldiener in seiner weitverzweigten, bis tief ins Elsaß reichenden Grafschaft am Platze seiner Residenz zu haben. Wir müssen heute mit Dankbarkeit daran zurückdenken, welch hohe Bedeutung das lutherische Gymnasium mehr als 1 ½ Jahrhundert lang für die konfessionelle wie für die religise Entwicklung der Grafschaft gehabt hat und seine Aufgabe unter dem Segen des Herrn erfüllte, im engsten Zusammenhang mit der Kirche, dieser Johanneskirche, deren Diener zum Teil drüben aus der Schule hervorgegangen und früher Lehrer am Lyzeum gewesen sind. Der Geist einer fried- lichen Verständigung zwischen Lutheranern und Reformierten. der noch vor der Einführung der Union die Gemüter beseelte, hat der Erkenntnis Bahn gebrochen, daß das lutherische Gymnasium überflüssig sei, und hat zur Gründung und Umwandlung des Lyzeums zur Realschule geführt. So hat sich das äußere Band zwischen Kirche und Realschule gelöst. Aber immerhin ist eine gewisse Verbindung noch lange Jahrzehnte geblieben, und ich brauche Sie nur zu erinnern an die Namen der Geistlichen der Johanneskirche: Weidert, Wiederhold. Lorenz. Israel. die an der Realschule in großem Segen gewirkt haben. Es kommt auch gar nicht darauf an, daß eine äußere prunkende Verbindung zwischen Kirche und Realschule fortbesteht. die Hauptsache ist und bleibt, und das haben wir heute wiederholt zu unserer Freude gesehen. daß die Oherrealschule sich aufgebaut hat als eine Stätte lebendiger Gottesfurcht und daß die Lehrer der Realschule es für ihre erste Pflicht halten, den Gemütern zu aller Anfang mit jeder Kultur einzupflanzen das Bewußtsein, daß die Furcht Gottes aller Weisheit Anfang. Wir schauen mit großer Freude auf die so reiche Entwick- lung, welche die Realschule von Jahrzehnt zu Jahrzehnt aufsteigend, in diesem ersten Jahrhundert genommen hat und geben der Freude und der Hofinung Xusdruck, daß auf der festen Grundlage einer lebendigen Frömmigkeit, einer lebensfähigen Gottesverehrung, die Realschule sich immer er- weisen möge, als eine Prunkstube, als eine Pflanz- und Pflegestätte deutscher Sitte, deutscher Poesie und deutscher Kraft, als eine Stätte, an der viele junge Männer die Grundlage empfangen für eine gesegnete Entwicklung im Geistes-, Seelen- und Leibesleben. Gott der Herr segne dazu die Oberreal- schule in dem zweiten Jahrhundert ihrer Arbeit, und ihr Wirken reiche dazu, zur Hebung und Förderung unserer lieben Vaterstadt Hanau, zum Heil und Segen unseres Volkes und zum Preis und Ruhm seines großen Namens!
IHlerr Bürgermeister Hild-Hanau.
Hochverehrte Festversammlung! Für die Stadt Hanau, im Namen der städtischen Körper- schaften und auch im besonderen Auftrag des Kuratoriums habe ich die Ehre, unserer Oberreal- schule zu ihrer heutigen Jubelfeier die herzlichsten Glückwünsche zu übermitteln. Diese Glück- wünsche entspringen nicht nur lediglich einem Gefühle des Anstandes, der Sitte oder des äußeren Interesses, nein, sie gehen hervor aus tiefem, ernstem Interesse. sie beruhen auf dem Gefühl der Dankbarkeit und der Anerkennung für alles, was die Schule der Stadt war, was sie noch ist und was sie noch hoffentlich lange bleiben wird. Diese Glückwünsche gelten ja auch gewissermaßen uns selbst! Es is“ ja unsere Schule, die zum mindestens seit dem Jahre 1872, als sie städtisch wurde, einen Teil unseres Gemeinwesens bildet. Gegründet ist diese Schule als eine Bildungs-


