Jahrgang 
1914
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III. Sexta A und B: Wöchentlich 2 Stunden. Notensystem, Notenschrift, G-Schlüssel und Notennamen, Notenwerte bis zur Achtelnote und die entsprechenden Pausen; Takt und die ge- bräuchlichsten Taktarten, Voll- und Auftakt, Zähl- und Taktierübungen, Bindebogen, Wieder- holungszeichen, Schlußstrich, Fermate; die gebräuchlichsten dynamischen Zeichen und Tempo- bezeichnungen; Aufbau der Durtonleiter, Tetrachord, ganze und halbe Tonstufe, Intervalle der Durtonleiter, der tonische, Unterdominant- und Dominantdreiklang. G- und F-dur-Tonleiter, Kreuz, B und Auflösungszeichen. Übungen im melodischen, rhythmischen und harmonischen Hören, Ton- bildung, Aussprachung und Atmung. Einstimmige Lieder und Choräle. Liese.

b) Instrumentalmusik.

Um unsere Schulfeiern und die Schulfeste abwechslungsreicher zu gestalten, zugleich aber auch, um unsere Schüler zur Pflege der edlen Kunst der Musik anzuregen, ihnen Gelegenheit zum Zusammenspiel zu bieten und sie mit Instrumentalwerken namhafter Komponisten bekannt zu machen, haben wir seit mehreren Jahren zu Deklamation und Gesang noch Musikvorträge hinzugefügt, die von einem kleinen Streichorchester, in das wir einigemal auch Flöte und Trompete einfügen konnten, ausgeführt wurden. Während wir früher nur vor der jeweiligen Feier die Schüler zu diesen Übungen vereinigten, haben wir diese in dem letzten Jahr wöchentlich einmal regelmäbßig ver- anstaltet, und wir freuen uns sagen zu dürfen, daß die Schüler sich mit regem Eifer daran beteiligt haben. Die Besetzung der einzelnen Instrumente war folgende: Violine: Fäth, Rehpenning(0 II). Beyer, Kraft, Zahn( IIb), Lißmann, Schütz(0 IIIb), Hagemann(U IIIa), B. Beyer, Fries, Ad. Jünger(U IIIb), Repp(Va), Horn(Vb); Viola: Fäth, Rehpenning(0 II); Cello: Hirschmann(0 IIIa), Heyner(O IIIb), der Direktor; Contrabab: der Direktor; Flöte: Urbach(0 l); Klavier: F. Kaiser, Kling(0 II). Auch der Direktor nahm an diesen Ubungen regelmäbig teil.

Da der Schule zu ihrer Jahrhundertfeier von der Stadt eine Orgel zum Geschenk gemacht wurde, so sind wir jetzt in der Lage, unsere musikalischen Aufführungen noch vielseitiger zu ge- stalten, wodurch, das hoffen wir, immer mehr Schüler angetrieben werden, ein Instrument zu erlernen und Mitglieder unseres Schulorchesters zu werden. Liese.

c) Schönschreiben. Sexta; Die deutschen und lateinischen Buchstabenformen in genetischer Reihenfolge. Wöchentlich 2 Stunden. A. Paulstich. B. Lindenau.

Quinta: U'bung in deutscher und lateinischer Schrift. Wöchentlich 2 Stunden. Liese. Quarta: Fortgesetzte Ubung im geläufigen Schreiben. Rundschrift. Wöchentlich 2 Stunden. Liese. d) Zeichnen.

1. Freihandzeichnen.

Quinta und Quarta: Je 2 Stunden wöchentlich. Zeichnen ebener Gebilde und flacher Formen aus dem Gesichtskreise des Schülers. UÜbungen im Treffen von Farben nach farbigen Gegenständen,(Naturblättern, Schmetterlingen, Fliesen, Stoffen usw.), sowie im Skizzieren und Zeichnen aus dem Gedächtnis.

Unter- und Obertertia: Je 2 Stunden wöchentlich. Zeichnen nach einfachen Gegen- ständen(Gebrauchsgegenständen, Natur- und Kunstformen) mit Wiedergabe von Licht und Schatten. Freie perspektivische Ubungen im Darstellen von Teilen des Zeichensaales, des Schulgebäudes usw. Fortsetzung der Ubungen im Treffen von Farben, im Skizzieren und im Zeichnen aus dem Gedächtnis.

Unter-Sekunda bis Ober-Prima: Je 2 Stunden wöchentlich. Zeichnen nach schwieriger darzustellenden Natur- und Kunstformen(Geräten, Gefäßen, plastischen Ornamenten, Architektur- teilen usw.) mit Wiedergabe von Licht und Schatten. Freie perspektivische Uibungen im Malen mit Wasserfarbe nach farbigen Gegenständen(Geräten, Gefäben, lebenden Pflanzen, ausgestopften Vögeln, Stoffen usw.) im Skizzieren und Zeichnen aus dem Gedächtnis.