ihrem neuen Dezernenten im Provinzialſchulkollegium, Herrn Oberſchulrat Dr. Deiters, beſichtigt: er wohnte am Vor⸗ und Nachmittag dem Unterricht in 4 Klaſſen und 2 Arbeitsgemeinſchaften bei.— Das dritte Vierteljahr wurde mit einer abendlichen Weihnachtsfeier beſchloſſen, zu der ſich viele Schülereltern einfanden.— Nach einer im Vorjahre aufgenommenen Sitte fand am Montag, den 4. März, als am erſten Schultage nach dem Volkstrauertag, eine kurze Ecce⸗Feier für die im letzten Jahre verſtorbenen ehemaligen Angehörigen der Schule ſtatt. Die Namen der Toten waren: Fabrikdirektor i. R. Dr. Ernſt Hartwig, Hoboken b. Antwerpen,(Abit. 1873); Pfarrer Karl Israel, Rosphe bei Wetter, Kr. Marburg,(Abit. 1886); Pater Wilhelm Deckelmeyer S. J., Santa Kruz in Bra⸗ ſilien(Abit. 1894); Kaufmann Karl Dibelius, Hanau(Abit. 1919).— Die mündliche Reife⸗ pruͤfung wurde am 8. März unter Vorſitz des Direktors abgehalten.— In der letzten Schul⸗ woche wurden die Eltern zu einem Abend geladen, an dem ältere Schüler einen Lichtbilder⸗ vortrag über Dürer vorführten und erläuterten und Chor ſowohl wie Orcheſter Proben ihres Könnens zeigten.— Das Schuljahr wird am 31. März mit einer Feier geſchloſſen, in der die Entlaſſung der Abiturienten erfolgt.— Aus dem Prämienfonds erhielten als Anerkennung je ein Buch der Abiturient Seibel(Bingemer„Rund um Frankfurt“), der Oberſekundaner Zunz(dasſelbe), die Obertertianerin Theune(Wolf„Deutſche Malerpoeten“), der Untertertianer Schadeberg(Günther„Durch die weite Welt“), der Quartaner Knickel (Schreiner„Im Zauber der Südſee“).
über das ganze Jahr hin erſtreckten ſich Bemühungen des Lehrerkollegiums und Elternbeirats, die Elternſchaft, ehemalige Schüler und andere Gönner der Anſtalt zu einer Vereinigung zuſammenzuſchließen, über die zum Schluß kurz berichtet ſei. Zunächſt wurde im Jimi folgender Aufruf verſandt:
An die Elternſchaft der Hohen Landesſchule.
Es iſt ſeit den Zeiten des Krieges und der allgemeinen Geldnot häufig geworden, daß die Schulkinder mit Sammelliſten bei Eltern und Bekannten herumgeſchickt werden, ſei es, um für eine Vereinigung mit idealen Zwecken, oder ſei es für die Bedürfniſſe der Schule ſelber zu werben. Solche Sammlungen für nichtſchuliſche Zwecke ſind zwar vor einigen Jahren durch miniſteriellen Erlaß verboten worden, doch wurde erſt vor kurzem wieder die Sammlung für den Verein für das Deutſchtum im Ausland der Schule ausnahmsweiſe als Pflicht auferlegt.
Hinzu kommt, daß bei der allgemeinen Reform des Schulweſens auch die Vorträge, Kinovorführungen, Ausſtellungsbeſuche häufiger geworden ſind, die zur Unterſtützung des Unterrichtes von der Schule eingerichtet werden müſſen, aber nicht unentgeltlich veranſtaltet werden können.
So kommen bald aus dem einen, bald aus dem anderen Grunde die Kinder mit der Aufforderung nach Hauſe, es müſſe Geld zur Schule mitgebracht werden, die vielen kleinen Forderungen werden von den Eltern als läſtig empfunden, auch verurſachen ſie unliebſame Störungen der Arbeit in der Schule.
Es würde zweifellos im Intereſſe der Eltern ſelber wie auch der Schule liegen, alle dieſe verſchiedenartigen Zahlungen durch einen regelmäßigen kleinen Beitrag, der im Mindeſtſatz vierteljährlich 1 Mart betragen müßte, abzulöſen.
Wenn alle Eltern einen ſolchen Betrag, in dem auch die Schülerbeiträge für den Verein für das Deutſchtum im Auslande enthalten ſein ſollen, einmal vierteljährlich zahlen, ſo können die oben erwähnten Veranſtaltungen mit vorteilhaften Pauſchalſummen vergütet werden, und das läſtige Nachfragen, wer teilnehmen will, ſowie das einzelne Einſammeln erübrigen ſich.
Es empfiehlt ſich, dieſen Zuſammenſchluß der Elternſcha ft in Form einer Vereinigung aus⸗ zuführen. Einem ſolchen Verein der„Freunde und Förderer der Hohen Landesſchule“ werden einmal manche Eltern, die dazu in der Lage ſind, gern einen höheren Betrag als 1 Mark vierteljährlich zur
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