bleibende Betrag iſt zur Förderung begabter und bedürftiger Schüler beſtimmt. Dieſe Förderung kann erfolgen in Form einer ganzen oder teilweiſen Schulgeldbefreiung, der leihweiſen Hergabe von Lehrmitteln oder von Erziehungsbeihilfen. Für dieſe Vergünſti⸗ gungen, die im Dienſt einer planmäßigen Schülerausleſe ſtehen, kommen nur ſolche Schüler in Betracht, welche ſich durch tüchtige Leiſtungen und ſittliches Wohlverhalten auszeichnen. Im erſten Schuljahr werden Freiſtellen dieſer Art in der Regel nicht verliehen.
Anträge auf Geſchwiſterermäßigung, Freiſtelle oder leihweiſe Hergabe von Lern⸗ mitteln ſind erſtmalig am Semeſterbeginn an den Direktor einzureichen und jährlich zu Oſtern zu erneuern.
Im Berichtsjahre ſtanden 44,6 Freiſtellen zur Verfügung; davon wurden annähernd 4 für den Ausbau der Hilfsbücherei benötigt, 20,6 Stellen konnten für die geſetzliche Geſchwiſterermäßigung beanſprucht werden, ſo daß nur etwa 20 Freiſtellen(d. h. etwa 9 Prozent der Schülerzahl) an minderbemittelte Schüler vergeben werden konnten. Für acht aus dem Landkreiſe ſtammende Schüler wurde das Schulgeld ganz oder teilweiſe als Stipendium vom Kreisausſchuß des Landkreiſes Hanau zur Verfügung geſtellt.— Erziehungsbeihilfen konnten nicht vergeben werden, die Anſchaffungen für die Schülerhilfs⸗ bücherei wurden auf das Notwendigſte beſchränkt.
Der Beſtand der Unterſtützungskaſſe wurde faſt gänzlich bei der Sennefahrt verausgabt(ſ. den Bericht auf S. 25). Bei der Weihnachtsfeier und bei anderen Gelegen⸗ heiten wurden 116,85 Mark vereinnahmt, 49,35 Mark wurden an verſchiedenen Unter⸗
ſtützungen gezahlt. k. Berufsberatung.
In den Herbſtferien wurde vom hieſigen Landgericht wieder ein Einführungskurſus für die zukünftigen Juriſten unter den Abiturienten veranſtaltet.— Bei der ſchwierigen Wirtſchaftslage und der überfüllung faſt aller akademiſchen Berufe bereitet die Berufswahl nicht wenigen Schülern große Schwierigkeiten. Am 10. Januar veranſtalteten deshalb Ober⸗ realſchule und Hohe Landesſchule gemeinſam für die Schüler der Oberklaſſen und ihre Eltern einen Vortragsabend, an dem der Leiter des Städtiſchen Berufsberatungsamtes Frankfurt a. M., Herr Direktor Menne, über die grundſätzliche Frage der Berufswahl ſprach, verſchiedene Anfragen allgemein beantwortete und ſchließlich noch den Ratſuchenden zu perſönlicher Ausſprache zur Verfügung ſtand. Dieſer Abend führte zu näherer Verbindung mit dem Städtiſchen Berufsberatungsamt Frankfurt, das in den folgenden Wochen von einer ganzen Anzahl von Schülern aufgeſucht wurde. Die Fragen der Berufsberatung ſind heute ſo ſchwierig, daß einigermaßen ſichere Auskünfte nur an einer großzügig organiſierten Spezialſtelle, wie ſie nur große Städte ſchaffen können, zu erlangen ſind. Es muß deshalb allen Eltern der reiferen Schüler dringend empfohlen werden, ſich perſönlich mit der Frank⸗ furter Amtsſtelle(Gallusſtraße, Sprechſtunden wochentags von 9 bis 2 Uhr, außer Mittwoch und Freitag) in Verbindung zu ſetzen.— Erſchwert wird die Berufswahl oft auch dadurch, daß die Eigenart der an Zahl ſtändig wachſenden Berufe für den außenſtehenden jungen Menſchen meiſt nicht erkennbar iſt. Beim Ausbau der Schülerbücherei ſoll beſonders darauf Bedacht genommen werden, Darſtellungen neuzeitlicher Berufsgebiete in Biographien und anderen Werken zu beſchaffen.
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