den Banat, in dem Dr. Waldeck über Selbſtgeſehenes berichtete), dienten zur Anregung und zur Vertiefung des im Unterricht mehr gelegentlich Gebotenen. Doch das Hauptereignis war die Fahrt nach Goslar zur Teilnahme an der großen Tagung des V. D. A., über die
ein Sonderbericht folgt. Unſere Pfingſtfahrt nach Goslar.
In den Pfingſtferien des vergangenen Jahres nahmen einige Schüler und Schülerinnen unſerer V. D. A.⸗ Schulgruppe unter Leitung von Herrn Studienrat Dr. Waldeck an der Tagung des V. D. A. in Goslar teil. Anſchließend machten wir noch eine Harzwanderung. Nach einer langen, aber ſehr vergnügten Bahnfahrt kamen woir in Goslar an. Mit dem V. D. A⸗Rufe„Heil“ wurden wir empfangen. Unſere Jungen hatten das Ver⸗ gnügen, noch etwa 40 Minuten nach ihrem Quartier zu marſchieren, während wir Mädels zur großen Freude der Jungen im Standesamt unſer Strohlager hatten. An Schlafen war bei dem großen Lärm der etwa 300 Mädels, die auch dort lagen, natürlich nicht zu denken. So ſtanden wir ſehr früh auf und bummelten in Goslar herum. Wohin man ſah, Jugend und wieder Jugend. Ob wohl die alten Mauern von Goslar ſchon ſo viele junge, fröhliche Menſchenkinder zuſammen geſehen hatten? Auf 21— 22 000 Einwohner kamen etwa 22— 23 000 V. D. A.⸗Leute. Verpflegt wurden wir an 150 Kochſtellen.
Am 1. Pfingſttag war der Gottesdienſt in der ſogenannten Ratsſchiefergrube. Es war ein ganz entzückendes Bild: alle die vielen jungen Menſchen in ihren hellen, farbenfrohen Kleidern, die wehenden blauen V. D. A.⸗Wimpel und die hellgrünen Bäume ringsherum. Wir hörten wundervolle Geſänge und Anſprachen, aber was am mächtigſten wirkte, war das Gefühl, daß man ſich da mit Tauſenden zuſammen⸗ gefunden hatte, mit denen man dem gleichen Ziel nachſtrebte, dem Ziel, unſeren Brüdern und Schweſtern in auslandsdeutſchen Gebieten zu helfen und ſie zu ſtärken. So klang denn auch das Lied„Wir treten zum Beten“ ſo recht wie aus einem Munde. Eigentlich iſt es nicht richtig, eine Beſchreibung des Eindruckes geben zu wollen, den der feierliche Gottesdienſt machte, weil es einen einfach überwältigte.
Am Nachmittag war der Feſtzug. Leider hatten die, die ihn ſelbſt mitmachten, nicht allzuviel davon; denn durch ein Verſehen löſte ſich der Zug auf der Feſtwieſe auf, ohne daß die einzelnen Gruppen aneinander vorbeizogen, wie es eigentlich geplant war.
Vor der Kaiſerpfalz erhielt jede Schulgruppe ein Erinnerungsband an die Tagung in Goslar.
Nach langem Warten vor dem Gebäude beſichtigten wir die intereſſante Kaiſerpfalz und das Rathaus mit dem Krönungszimmer. Es war ſehr ſchade, daß wir nicht länger Zeit hatten, alles in Ruhe anzuſehen; aber man wurde durch die nachdrängenden Menſchenmaſſen einfach weitergeſchoben.
Nach einer ſolchen Feier, wie der in der Ratsſchiefergrube, mußte bei denen, die es auch nur etwas ernſt mit ihrer Zugehörigkeit zum V. D. A. nehmen, die Frage auftauchen:„Iſt es denn wirklich wahr, daß unſere Brüder und Schweſtern in den abgetretenen Gebieten um ihres Deutſchtums willen ſo bedrängt werden?“ Und gleichzeitig die andere Frage:„Was kann unſere Gruppe mit ihrer ſchwachen Kraft tun, um da zu helfen?“
Da war nun eine Zuſammenkunft für die Vertreter der einzelnen Schulgruppen feſtgeſetzt worden, zu der je 2 Vertreter kommen durften. Ja, da erfuhr man erſt ſo richtig, wie ſchwer es die in den abgetretenen Gebieten haben, wie unſere Feinde ſie bedrücken, weil ſie deutſch ſind und bleiben wollen, wie die Feinde die ausweiſen, die ihre Kinder in deutſche Schulen ſchicken wollen.
Nachdem wir die Vorträge der Vertreter der abgetretenen Gebiete gehört hatten, gab man uns Anregungen, wie auch wir in unſern Schulgruppen helfen könnten durch Werben von Mitgliedern, durch Unterſtüßungen der deutſchen Schulen in auslandsdeutſchen Gebieten mit Geld und Schulbüchern, durch Über⸗ nehmen von Patenſtellen uſw.
Mit dieſer Vertreterſitzung ſchloß die Tagung.
Und nun begann unſere eigentliche Harzwanderung. Zuerſt wanderten wir nach dem Brocken, immer durch Nadelwälder. Wundervolle, rieſengroße Tannen waren es von einem ganz dunklen Grün, das faſt ſchwarz ausſah. Bei unſerer Brockenwanderung hatten wir noch ſchönes Wetter, ſo daß wir ſogar abkochen konnten. Das machte natürlich viel Spaß. Allerdings habe ich mir erzählen laſſen, daß in den meiſten Kochgruppen die Jungen das geradezu fürſtliche Mahl zubereitet hätten. Bei der letzten halben Stunde des Brockenaufſtieges ſetzte der Regen ein, der uns auch auf unſerer weiteren Wanderung ein treuer Begleiter blieb.
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