Jahrgang 
1928
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geſchwindigkeit von 80 Silben in der Minute erreicht. Einige Schüler brachten es ſogar auf 100 Silben in der Minute. Mit gleichem Eifer und gutem Erfolge wurde

das Leſen von ſtenographiſchen Texten gepflegt.

Muſik. In Sexta und Quinta wurde in den zwei Wochenſtunden die Elementar⸗Muſiklehre

behandelt: Tonlehre, Rhythmik, allgemeine Akkordlehre und Vortrag von Tonſtücken. Tonbildungs⸗ und Treffübungen führten zum ein⸗ und zweiſtimmigen Geſang von Volks⸗ und einfachen Kunſtliedern. Kurze Biographien einzelner Klaſſiker der Muſik führten in die Muſikgeſchichte ein. Durch Vortrag von Klavierwerken, Singſpielen, einzelnen Sätzen aus Opern wurde verſucht, muſikaliſches Empfinden zu wecken. Der Lehrſtoff der beiden Muſikſtunden der Mittel⸗ und Oberſtufe wurde im Sommerhalbjahr durch die Frankfurter Muſikausſtellung und ihre muſikaliſchen Darbietungen beſtimmt. Moderne Muſiker, wie die beiden Strauß, Reger und Mahler ſtanden im Mittel⸗ punkt des Unterrichts. Im Winterhalbjahr wurde neben theoretiſchen Grund⸗ erforderniſſen die nachbeethovenſche Zeit bis Richard Wagner behandelt. Die beiden letzten Monate ſtanden unter dem Zeichen des Liederfürſten Schubert. Der Ge⸗ ſamtchor wirkte bei allen Schulfeiern mit(Verfaſſungs⸗, Hindenburg⸗, Weihnachts⸗, Abiturientenabſchiedsfeier und Elternabend). Das Doppelquartett, das am Ende des verfloſſenen Schuljahres nach fleißiger Schulung durch den Vortrag desGefangenen⸗ chores aus Fidelio einen guten Erfolg erzielte und im Sommerhalbjahr die geſelligen Veranſtaltungen imSennelager verſchönte, mußte im Winterhalbjahr infolge mangelnden Nachwuchſes ſeine übungen einſtellen. Zur ſtärkeren Pflege des Volks⸗ und Kunſtliedes wurde aus den Unterklaſſen ein dreiſtimmiger Knabenchor gebildet. Das abgelaufene Geſchäftsjahr galt insbeſondere dem Ausbau des neu⸗ gegründeten Orcheſters. Zu der vorjährigen Beſetzung traten hinzu ein Cello, zwei Klarinetten, zwei Flöten und eine Viola. Es wurden einſtudiert: Krönungsmarſch von Mexerbeer, mehrere Sätze aus WebersFreiſchütz, Andante aus der I. Sinfonie von Beethoven, Tänze von Beethoven, Johann Strauß, Tſchaikowsky, Barkarole aus Hoffmanns Erzählungen, Meditation von Bach⸗Gounod, Trauermärſche von Copin und Händel. Angeregt durch den Aufenthalt im Sennelager, wurde zur Stärkung des Gemeinſchaftsgeiſtes mehrmals eine Singgemeinde gebildet, an der alle Schüler der Anſtalt teilnahmen. Es wurden alte und neue Lieder der Jugend⸗ bewegung geſungen.

Turnen. Im Sommer wurden die Turnſpiele zunächſt auf dem ſtädtiſchen Sportplatz in

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Wilhelmsbad unter Leitung der Herren Humpf, Knöll, Gelhard und des Direktors für alle Klaſſen gleichzeitig durchgeführt. Nur die Quarta hatte unter Leitung des Herrn Chriſt am ſelben Nachmittag pflichtmäßigen Schwimmunterricht, die Ruderer ihre übungsſtunden. Von Auguſt ab fanden die Spiele auf dem 18 000 qm großen Spielplatz der Turngemeinde, der auch eine 400 Meter lange Rundbahn beſitzt, ſtatt. Am 1. September trat der mit dieſem Verein geſchloſſene Pachtvertrag über den Spielplatz in Kraft, ſo daß jetzt der ganze Turn⸗, Spiel⸗, und Schwimmunterricht in den Anſtalten der Turngemeinde ſtattfindet, ſoweit nicht auf dem Schulhof geturnt wird. Im Winter waren die Spielabteilungen auf vier Nachmittage verteilt. Die Schülerinnen beteiligten ſich im Sommer am Spielnachmittag, im Winter am Turnen.