Jahrgang 
1927
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der Turngemeinde ſtatt. Im Anſchluß an die Taufe wurde ein Rennen der Prima gegen Se⸗ kunda ausgetragen, in dem ſich die aus beiden Sekunden zuſammengeſetzte Mannſchaft den Sieg holte. Am nächſten Tage veranſtaltete der Verein anläßlich der Bootstaufe einen Ball in Wilhelmsbad. Leider konnte das Gymnaſium eine Rennmannſchaft zu den Reichsjugendwett⸗ kämpfen und zu der Herbſtregatta nicht ſtellen, da dem Verein kein Trainer zur Verfügung ſtand. So fanden denn nur Üübungsfahrten ſtatt, an denen ſich die Oberſekundaner am regſten beteilig⸗ ten. Obgleich man über zwei eigene Boote verfügte, wurde eine größere Rudertour nicht unter⸗ nommen. Für die verhältnismäßig hohe Mitgliederzahl war der Ruderbetrieb nicht allzu rege, das lag an verſchiedenen Urſachen, die ſich im kommenden Vereinsjahr beheben laſſen werden. Der Ruderverein war als Gymnaſialſchülergruppe derHanauer Rudergeſellſchaft von 1879 angeſchloſſen, deren Vorſitzender, Herr Studienrat Ahrens von der Oberrealſchule, im Frühjahr plötzlich verſtarb. In ihm hat auch unſer Schülerverein einen warmherzigen Förderer ſeiner Sache verloren. 0 II W. Padberg.

Der Schachklub wurde am 1. Februar 1927 als Klaſſenverein der Unterſekunda gegründet, mit dem Zwecke, das Schachſpiel in der Klaſſe zu pflegen. Der Verein zählte am Schluß des Schul⸗ jahres 16 Mitglieder. Zum Schutzwart wurde Herr Studienrat Dr. Waldeck gewählt. Zweimal wöchentlich kam der Verein im Chorzimmer unſerer Schule zuſammen. U II Huber.

Die Schulgruppe des B. D. A. wurde gegen das Ende des Schuljahres gegründet, faſt alle Schüler gehören ihr an. Damit iſt ein erſter Anfang gemacht, die eigentliche Arbeit kann erſt nach Oſtern beginnen. Ihr Ziel iſt, nicht nur eine flüchtige Begeiſterung zu erwecken, ſondern volles Verſtändnis und den Willen, an der Linderung der Not der außerhalb der jetzigen Reichsgrenzen wohnenden Deutſchen mitzuarbeiten. Durch den kleinen Monatsbeitrag von 10 oder 15 Pfennigen ſollen die Schüler auch ſchon jetzt die Freude der Mithilfe haben.

Der aufgabenfreie Nachmittag diente der körperlichen Ausbildung, er wurde für die einzelnen Klaſſen auf den Tag des Spielturnens angeſetzt. Schulſport, ebenſo Schul⸗ orcheſter ſ. Seite 9.

Die monatlichen Wanderungen litten im Winterhalbjahr unter der ungünſtigen Witte⸗ rung. Sie fanden klaſſenweiſe und abwechſelnd in die nähere und weitere Umgebung ſtatt. Eine mehrtägige Wanderung unternahm die Oberprima.

Im Frühjahr erhielt die Oberprima vier Tage ſchulfrei, um unter Zuhilfenahme des Himmelfahrtstages eine fünftägige Fahrt ins Frankenland zu unternehmen, an der ſich unter Leitung des Studienrats Dr. Waldeck 9 Schüler und die beiden Schülerinnen beteiligten. Die Koſten wurden zum weitaus größten Teil aus einer Klaſſenkaſſe be⸗ ſtritten, die in langer Zeit mit kleinen Beträgen gefüllt war. Die Fahrt des erſten Tages wurde zweimal unter⸗ brochen, um der Scherenburg bei Gemünden und dem reizenden Rokokopark von Veitshöchheim, der in Deutſchland wohl ſeinesgleichen nicht findet, einen Beſuch abzuſtatten. Im übrigen aber galt der Ausflug den beiden Städten Würzburg und Nürnberg. Doch langte die Zeit kaum, um hier nur das Wichtigſte, das Schönſte vom Schönen mit⸗ zunehmen. Wurden doch nicht weniger als 12 kunſtgeſchichtlich intereſſante Kirchen beſichtigt mit unſterblichen Werken von Tieman Riemenſchneider, Peter Viſcher, Veit Stoß und Adam Kraft. Dazu kamen beſonders feſſelnde Profan⸗ bauten, wie die Reſidenz in Würzburg, Nürnbergs ſtolze Patrizierhäuſer und altertümliche Straßenbilder, vor denen der flüchtige Fuß leider nicht lange genug weilen konnte, um ganz zu verſtehen, was ſie von vergangener Zeit er⸗ zählten. Daß die Burg in Nürnberg nicht übergangen wurde, iſt wohl ebenſo ſelbſtverſtändlich, wie daß die wan⸗ dernde Schar den Blick auf Würzburg vom Marienberg und vomKäppele genoß. Auch dem Germaniſchen Mu⸗ ſeum in Nürnberg wurde ein Beſuch abgeſtattet. Wenn man am Tagesende ſehensmüde zuſammenſaß, fehlte es an froher Laune nicht, und ein luſtig improviſierter abendlicher Gänſemarſch auf die Burg von Nürnberg, von deren Höhe dann das Mailied erklang, legte unter anderem Zeugnis davon ab. Im ganzen ein Ausflug, der viel bot und ohne Mißklang verlief. St.⸗R. Waldeck.

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