dacht. Bei der Fülle von Gedenk⸗ und Schulfeiern. die das Jahr brachte, mußten jedoch oft alle vier Stunden für vorbereitende Übungen verwandt werden. Der Chor wirkte bei allen Schulfeiern mit.— Beſonders ſangesfreudige Schüler der Oberklaſſen fanden ſich unter Anleitung des Geſanglehrers zu einem Doppelquartett zuſammen, das regelmäßig und eifrig übte. Beim erſten öffentlichen Auftreten am Schulfeſt fand die Sängerſchar be⸗ ſonderen Beifall. Aus ihrer ſonſtigen Arbeit ſei noch berichtet, daß ſie am 24. Dezember dem ehemaligen Direktor der Anſtalt, Geheimrat Braun, zum 82. Geburtstage den Gruß der Schule brachte. Die Dankesworte des ehrwürdigen Greiſes— er ſprach von dem, was ihn in ſeinem Leben die Antike bedeutet habe— waren den jugendlichen Sängern ein ſchöner Lohn.— Den Bemühungen des Herrn Lehrer Möller gelang es auch, trotz der noch ſchwach beſetzten Oberklaſſen, ein Schulorcheſter ins Leben zu rufen. Es entwickelte ſich aus einem Streichtrio ſchließlich zum Beſtand von 4 erſten und 5 zweiten Geigen, dazu je einmal Viola, Cello, Contrabaß, Flöte und Klavier; das Programm der Schulveranſtaltungen des Winterhalbjahres wurde durch ſeine Mitwirkung weſentlich belebt.— Der Muſikbetrieb der letzten beiden Monate ſtand unter dem Zeichen Beethovens. Ein muſikaliſcher Eltern⸗ abend brachte in der letzten Schulwoche vor größerem Kreiſe eine Zuſammenfaſſung der Arbeit von Orcheſter, Chor und Doppelquartett.
Turnen. Im Sommer wurden die Turnſpiele unter Leitung der Herren Humpf, Knöll, Chriſt, Dr. Gelhard und des Direktors für alle Klaſſen gleichzeitig auf dem Städt. Sportplatz in Wilhelmsbad durchgeführt; die Mitglieder des Rudervereins übten unter St. R. Thiele⸗
mann, die Schüler der Quarta hatten in der warmen Jahreszeit am Spielnachmittag Schwimmunterricht. Im Winter waren die Spielabteilungen auf verſchiedene Nachmit⸗ tage verteilt, ſie turnten oder ſpielten teils in der Turnhalle, teils auf dem Schulhof. Im November fand an einem Nachmittag ein Geländeſpiel der ganzen Schule ſtatt, das wegen der ungünſtigen Witterung des Winters leider das einzige blieb.— Geturnt wurde im Sommer und Winter in 7 Abteilungen(ſ. Unterrichtsverteilung). Die 16 Schülerinnen der Anſtalt hatten privatim pflichtmäßigen Turnunterricht bei Fräulein Oberſchullehrerin Raabe vom Lyzeum.— An den Reichsjugendwettkämfen waren unſere Schüler in gro⸗ ßer Zahl und mit guten Erfolgen beteiligt: Allgemeine Freiübungen ca. 100, Wetturnen über 70, davon 67 Sieger; von dieſen errangen 4 den erſten Sieg, 18 erhielten die Pla⸗ kette des Reichspräſidenten. Radrennen 3, davon 1 Sieger; die Staffel im Laufen über 800 Meter.
Schwimmen. Die Schule benutzte die neu eingerichtete Badeanſtalt der Turngemeinde. Obliga⸗ toriſchen Schwimmunterricht hatte die Quarta zweimal wöchentlich je 2 Stunden. Der Er⸗ folg war zufriedenſtellend: von 32 Teilnehmern waren am Schluß nur 8 Nichtſchwim⸗ mer. Auch die Nichtſchwimmer der Klaſſen U IIl aufwärts wurden zur Ausbildung ange⸗ halten. In den Mittelklaſſen blieben, außer den Kranken, von 99 Schülern 17, in den Ober⸗ klaſſen 2 von 35, die am Schluß der Badezeit nicht ſchwimmen konnten; zum Teil handelt es ſich dabei um auswärtige Schüler, die in ländlichen Verhältniſſen ohne Gelegenheit und Anregung zu waſſerſportlichen übungen aufwachſen. Es wird weiter erſtrebt werden, den Schwimmbetrieb über die Klaſſe des obligatoriſchen Unterrichts hinaus auszudehnen, da⸗ mit keiner mehr als Nichtſchwimmer die Schule verläßt.— Den Abiturienten wurde beim Prüfungsabſchnitt„Volkstümliche Übungen“ Gelegenheit geboten, ihre Fertigkeit im Schwimmen zu zeigen.— Anläßlich der Taufe des neuen Ruderbootes wurden von Schü⸗
9


