Fackelzug zum Denkmal Philipp Lndwig II.—
*³ Den Beſchluß des Tages bildete ein Fackelzug der gegenwärtigen und ehemaligen Schüler 4 zu Ehren des Anſtaltsſtifters, des Grafen Philipp Ludwig II. von Hanau. Abends um 9 Uhr begann der Abmarſch am alten Landgericht. Unter den Klängen zweier Muſikkapellen ging der ſtattliche Zug durch die von Menſchenmengen dicht beſetzten Straßen hin zu dem mit friſchem Grün um- kränzten, von 4 brennenden Pechpfannen umloderten Denkmal des Stifters. Sämtliche Häuſer der Franzöſiſchen Allee hatten illuminiert, ein ſchönes Zeichen des Intereſſes, mit dem die Bürgerſchaf Hanaus an unſerem Feſte teilnahm. Die ſtrahlenden Lichterreihen an den Häuſern des ſchönen hiſtoriſchen Platzes, die ihn umſäumenden Fackeln der Schüler, das von Feuern umlohte Denkmal und im Hintergrund die mächtige Silhouette der Walloniſchen Kirche, das alles war ein Eindruck von ungewöhnlicher Kraft, ein Höhepunkt des Feſtes, der von keinem Teilnehmer vergeſſen werden wird, und vor allem unſeren Schülern eine unverlierbare Erinnerung ſein wird, zugleich eine wunderbare Verlebendigung des Stückes der Hanauer Geſchichte, mit dem unſere Anſtalt ſo eng verflochten iſt. Hier ergriff Herr Studienrat Dr. Heiler das Wort zu einer kurzen Anſprache, in der er die unvergänglichen Verdienſte des Grafen Philipp Ludwig II. um Hanau und um die Hohe Landesſchule würdigte und in großen Zügen die wechſelvolle Geſchichte der Anſtalt den Schülern vor Augen ſtellte. Er ſchloß mit einem begeiſtert aufgenommenen Hoch auf die Hohe Landesſchule, in das auch die vielen Zuſchauer freudig miteinſtimmten.
Der kleinſte und jüngſte Schüler der Anſtalt, der Sextaner Blendin, legte nun einen Lorbeer⸗ kranz am Denkmal nieder, dann ſetzte ſich der Zug wieder in Bewegung und endete an dem neuen, in feſtlicher Beleuchtung ſtrahlenden Schulgebäude. Auf dem Schulhofe brachte Herr Profeſſor Humpf, der den Zug geleitet hatte, ein Hoch auf das Vaterland aus, und unter dem Geſang des Deutſchlandliedes wurden die Fackeln zuſammengeworfen.
Schulfeſt.—
Am Samstag, dem 15. Auguſt, ſchloſſen die Feierlichkeiten mit einem zwanglos heiteren Schulfeſt..
Am Vormittag veranſtaltete der Hanauer Geſchichtsverein für Schüler und Feſtgäſte eine Führung in der ehrwürdig ſchönen Marienkirche. Herr Pfarrer Goebels erläuterte in einem Vortrag den Chor, dann wurde die Fürſtengruft mit dem Sarg des Anſtaltsgründers Philipp Ludwig II. beſichtigt.
Um 22 Uhr zogen die Schüler mit klingendem Spiel nach Wilhelmsbad, und unter den Bäumen des Parkes entfaltete ſich nun das gewohnte feſtliche Leben. Turneriſche Vorführungen, ein von Herrn Regierungsrat Heller veranſtaltetes Kaſperle⸗Theater, vor allem die von Herrn Studienrat Dr. Waldeck geleitete Aufführung von Szenen aus Kleiſt’s Hermannsſchlacht fanden bei den überaus zahlreich erſchienenen Eltern und Gäſten begeiſterten Beifall.
Der Tag ſchloß mit einem Unterhaltungsabend im Saale der Turngemeinde. Trotz des ſehr ſtarken Beſuches herrſchte dank der Leitung des Herrn Profeſſor Humpf Ordnung und Behagen. Ein von den jüngeren Schülern unter Führung von Herrn Studienrat Dr. Ricken gegebenes Märchenſpiel„von der Königstochter, die nicht lachen konnte“, und rhythmiſche Tänze der Mäd⸗ chen⸗Abteilung der Turngemeinde hatten den verdienten Erfolg. Im übrigen endete der Abend bei fröhlichem Tanz unſerer Gäſte und der älteren Schüler in derſelben harmoniſchen Stimmung, mit der die Feſtlichkeiten begonnen hatten.
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