Jahrgang 
1926
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Schulgebäude alle Forderungen, die an ein modernes Schulhaus geſtellt werden können. Wenn wit heute dieſes Haus von der ſtaatlichen Hochbauverwaltung übernehmen, ſo iſt es mir angenehmſte Pflicht, ſowohl der Re⸗ gierung als beſonders der örtlichen Bauleitung den wärmſten Dank des Provinzialſchulkollegiums für die hier geleiſtete, muſtergültige Arbeit auszuſprechen, und dabei des vorbildlichen Zuſammenwirkens der beiden genannten Stellen mit der Unterrichtsverwaltung zu gedenken. Ich beglückwünſche die Hochbauverwaltung zu ihrem Werke. Ich beglückwünſche aber vor allem die Hohe Landesſchule, die am heutigen Tage von ihrem neuen Schulhauſe Beſitz ergreift, und bin überzeugt, daß Lehrende und Lernende ſich ſchnell in den neuen Räumen heimiſch fühlen werden. Ich beglückwünſche aber auch die Stadt Hanau nicht nur, weil ſie mit dieſem Bauwerk eine neue Zierde erhalten hat, ſondern vor allem deswegen, weil mit dieſem Bau das Weiterbeſtehen der Hohen Landesſchule in Hanau nach Menſchenermeſſen endgültig geſichert erſcheint. Auch der Stadt Hanau möchte ich heute den Dank der Unterrichtsverwaltung dafür ausſprechen, daß ſie durch eine Reihe von Zugeſtändniſſen den Neubau ermöglicht hat, und ich möchte dieſen Platz nicht verlaſſen, ohne auch allen denjenigen gedankt zu haben, die ſonſt. bahen als bauausführende Firmen, ſei es als Handwerker oder Arbeiter zur Vollendung des Baues mitgewirkt aben.

Ich wende mich nun zum Schluſſe nochmals an den Lehrkörper und die Schüler der Hohen Landesſchule:

Sie ſind nunmehr berufen, dieſes Haus zu ſeinem wahren Leben zu erwecken. Man ſagt, daß in einem geſunden Körper ein geſunder Geiſt wohnen möge. Dieſes Bild möge auch hier gelten. Der Ihnen heute an⸗ vertraute Baukörper iſt geſund. Möge alle Zeit ein geſunder Geiſt in ihm leben und wirken!

Glückauf im neuen Heim!

In der hierauf folgenden Reihe gehaltvoller Begrüßungsanſprachen ſprach Herr Landes⸗ pfarrer D. Fuchs für die Landeskirche, Herr Dechant Braun überbrachte die Grüße und Glückwünſche des Biſchofs von Fulda, Herr Oberbürgermeiſter Dr. Blaum übermittelte die Glück⸗ wünſche der ſtädtiſchen Behörden und Schulen, Herr Landgerichtsdirektor Dr. Becker in Ver⸗ tretung des verhinderten Landgerichtspräſidenten diejenigen der Reichs⸗ und Staatsbehörden Hanaus. Herr Geheimer Medizinalrat Univerſitätsprofeſſor Dr. Tuczek, der Vater des Bau⸗ leiters, ſprach im Namen der Univerſität Marburg. Herr Studiendirektor Trantow brachte die Grüße des nachbarlich befreundeten Kaiſer Friedrich⸗Gymnaſiums in Frankfurt a. M. Herr Bürgermeiſter Dr. Müller, der Vorſitzende des Elternbeirates, ſchloß die Reihe der Redner, in⸗ dem er namens der Elternſchaft mit Worten friſchen Humors eine namhafte Geldſpende für ein Ruderboot überreichte. Der Feſtakt ſchloß mit einem Dankwort des Direktors für die darge⸗ brachten Glückwünſche und Spenden und dem Geſang des Schülerchors: Mendelsſohns Abſchieds⸗ tafel. Auf den Feſtakt folgte ein Rundgang durch die Räume des Neubaus.

Feſteſſen.

Ehrengäſte, Eltern und frühere Schüler vereinigten ſich um 2 Uhr nachmittags unter den Bäumen des Bürgervereingartens zu einem Feſteſſen, das ebenfalls von herrlichem Auguſtwetter begünſtigt war und in behaglich feſtlicher Stimmung verlief. Der Direktor begann mit einem Hoch auf die Hohe Landesſchule. Der Anſtaltsdezernent, Herr Oberſchulrat Dr. Zühlke, feierte in launiger Rede das Lehrerkollegium, Herr Studienrat Wagner die Damen. In den nachfolgen⸗ den Reden früherer Schüler klang wiederholt das Bedauern durch, daß die Anſtalt ihre gymnaſiale Form verloren habe und der Wunſch, daß das Realgymnaſium an tüchtiger Leiſtung ihm gleich⸗ kommen möge. Derſelbe Gedanke kam auch in manchen der zahlreichen Glückwunſch⸗Telegramme und Briefe zum Ausdruck, die Studienrat Dr. Heiler verlas. Den ſtärkſten Eindruck machte wohl ein in herzlichem Ton gehaltenes Glückwunſchſchreiben des älteſten noch lebenden Schülers der Hohen Landesſchule, des ehrwürdigen 90jährigen Metropolitan Karl Limbert.

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