Stiftungen anläßlich der Einweihung des Neubaus.
Feſtzeiten ſind in gewiſſem Sinne auch Bewährungszeiten. Unſere Schule darf dankbar und ſtolz auf die Teilnahme ſehen, die unſerem Feſte nicht nur von Eltern und früheren Schülern, ſondern auch von den breiteſten Schichten der Bevölkerung entgegengebracht wurde. Bei dieſer Gelegenheit zeigte ſich, daß unſere Hohe Landesſchule heute wie vor 300 Jahren in der Bevölke⸗ rung der Stadt und des Hanauer Landes aufs ſtärkſte verwurzelt iſt.
Dieſe erfreuliche Teilnahme fand einen tätigen Ausdruck auch in einer Reihe von Stiftungen, die von früheren Schülern, Eltern und weiteren Kreiſen der Bürgerſchaft gemacht wurden, um unſeren Neubau würdig auszuſtatten. An erſter Stelle iſt hier die ſchöne Gedächtnistafel für die gefallenen Lehrer und Schüler zu nennen. Für unſere Aula wurden 9 bunte Fenſter geſtiftet, die dem Raum eine feierlich behagliche Stimmung geben und zugleich die Geſchichte der Anſtalt veranſchaulichen. 5 Fenſter zeigen hiſtoriſche Motive in folgender Reihenfolge: 1. Graf Philipp Ludwig II. und Graf Friedrich Kaſimir von Hanau, der Gründer und der Erneuerer der Anſtalt(eine Stiftung des Herrn Fabrikant H. C. Deines), 2. die Walloniſche Kirche und der erſte Bau der Hohen Landesſchule, die beiden Wahrzeichen Alt⸗Hanaus(eine Stiftung der am Bau beteiligten Unternehmer), 3. die Bilder von Pareus, des erſten Rektors, und Lotichius, des erſten Lehrers der Hohen Landesſchule, 4. die Wappen der Stadt und Grafſchaft Hanau, 5. das Bild des Turnvaters Jahn, das Haus der Turngemeinde und Embleme der Turnerſchaft(eine Stiftung der hieſigen Turngemeinde), die vier anderen Fenſter zeigen dekorative Motive. Aus Stiftungs⸗ mitteln wurden ferner beſchafft drei dekorative Tafelgemälde im Treppenhaus, ein Werk des Herrn Akademie⸗Profeſſors Schulz. Eine Tafel enthält die Chronik der Anſtalt, die Hauptdaten ihrer Geſchichte, die beiden anderen Tafeln veranſchaulichen dieſe Geſchichte in Wappen und Symbolen. Geſtiftet wurde ferner ein herrliches Bild des alten Gymnaſiums in der Schirnſtraße, des erſten Baus der Hohen Landesſchule, gemalt von Herrn Maler Hoſſe, einem früheren Schüler. Das Bild iſt der Hauptſchmuck des Vorraums der Aula, das auch durch ſeinen übrigen Schmuck zu einem Erinnerungsraum für die Geſchichte des Hanauer Landes wird. Auch die kunſtvolle Bank, die ihn ziert, iſt ein Geſchenk. Endlich ſind die wertvollen Bilder zu nennen, die die Gänge ſchmücken, Bilder deutſcher Städte, Schlöſſer und Kirchen: Reproduktionen der Staatlichen Bildſtelle in Berlin.
Zu dieſen, zum Schmuck des Gebäudes beſtimmten Stiftungen kamen Einzelgeſchenke. Die Stadt Hanau ſchenkte eine wertvolle Bühneneinrichtung, die Elternſchaft ſtiftete Geldmittel für ein Ruderboot, Herr Fabrikant Zimmermann, der ſich ſchon um die Schaffung der Ehren⸗ tafel verdient gemacht hatte, ſtiftete eine prächtige Bronze auf Marmorſockel, den Dis⸗ kuswerfer, der als Sportswanderpreis dienen ſoll.
Der überſchuß der für die Ehrentafel beſtimmten Sammlung(580 Mark) wurde zins⸗ tragend angelegt. Der Zinsertrag ſoll dazu dienen, die Ehrentafel jährlich am Volkstrauertage zu ſchmücken.
Um die Sammlung der Mittel unter unſeren früheren Schülern haben ſich ein beſonderes Verdienſt erworben die Herren Pfarrer Boos, Chemiker Dr. Geibel und Rechtsanwalt Dr. Koref. Die für dieſe Stiftungen aufgewendeten Geldmittel betragen mehr als 10 000 Mark, auf⸗ gebracht in einer Zeit großer Geldknappheit. Weit höher aber als ihr materieller Wert ſteht uns ihre ideelle Bedeutung. Sie ſind uns ein ſchönes Zeichen der engen Verbundenheit zwiſchen unſerer Schule, ihren früheren Schülern, den Eltern und der Stadt Hanau und ihren Bürgern. Ihnen allen ſei auch an dieſer Stelle herzlichſt gedankt.
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