Der Wunder höchſtes iſt der Wille ſelbſt,
Der nie gebeugte, raſtlos ſtrebende;
Wo Zagnis zaudert, klimmt er kühn die Bahn Mühſeligen Anſtiegs, doch ſie führt zur Höhe!“
Genug, genug! Wer Ohren hat, der hört, Die breitgetretne Nutzanwendung meid ich; Der Rede Silber rollt in billiger Münze, Das goldne Schweigen lob ich und die Tat von Erz.
So freuet euch der Tat, die hier getan, Freut euch an unſerer, der Jungen, Freude!
In Schmerz und Wehmut denkt ihr wohl der Zeit, da alles anders war, und ſpäht vergebens Nach Spuren aus der Alten, Langbewährten; Vernichtet ſcheint es, tot, begraben ganz.
Nicht alſo! was der Jahre eherner Schritt Zermalmend ohne Erbarmen niedertritt, Iſt Schale nur, der Dinge Kern, er bleibt, Der eweg neu die alten Keime treibt. Nicht in der Hülle ſuchet mir das Alte, Seht auf den Kern, ſchaut wie er ſich entfaltet! Umformung wandelt äußere Geſtaltung, Doch unberührt verharret innere Haltung; Und werden wir jetzt engſtens konzentriert, Prinzipiell deutſchkundlich kohibiert, Kulturumfaſſend— philoſophiſch durchmaſſiert, Univerſal— äſthetiſch harmoniert— Gleichviel, die Hohe Landesſchule iſt euch unverloren, In uns, den Jungen, ſtets erneut geboren So bleibt ſie dennoch, was ſie einſtens war, So findet ihr ſie wieder immerdar; Denn wir, wir ſingen weiter wie die Alten ſungen Und bleiben, was ihr wart— Hanauer Jungen!
Hierauf hielt der Leiter der Anſtalt folgende Feſtre de:
Hochverehrte Feſtverſammlung!
Wenn ich heute zum erſten Male als Direktor der Anſtalt an dieſer Stelle das Wort ergreife, ſo kann es nur geſchehen, um dem Dank und der Freude Ausdruck zu verleihen, die heute uns alle erfüllt. Wirdanken der Staatsregierung, deren Vertreter, Herrn Oberſchulrat Dr. Zühlke und Herrn Regierungsrat von Bamberg, ich ehrerbietig begrüße, daß ſie ſich trotz der Not der Zeiten entſchloſſen hat, unſerer Schulgemeinſchaft einen allen billigen Anforderungen entſprechenden, gediegenen und zweckmäßigen Bau zu errichten. Wir wiſſen das Opfer zu ſchätzen, das der Staat mit dieſem mitten in Deutſchlands ſchwerſter Zeit, trotz Ruhrkampf und Inflation gefaßten Entſchluſſe, gebracht hat. Wir ſehen darin einen Beweis, daß der preußiſche Staat ſeinen Traditionen treu geblieben iſt und die geiſtigen Aufgaben auch in Zeiten der Not nicht verkümmern läßt, und wir verſprechen ihm dafür, auch an unſerem kleinen Teil dahin zu ſtreben, daß die materiellen Verluſte durch geiſtige Werte erſetzt werden. Wir verſprechen ihm, in dieſem Hauſe ein Geſchlecht großzuziehen, das in körper⸗ licher und ſeeliſcher Geſundheit, in preußiſchem Pflichtgefühl und opferbereiter Vaterlandsliebe das Saatkorn einer neuen Zeit werden kann. Wir danken ferner der Bauverwaltung und insbeſondere dem Bau⸗ leiter Herrn Regierungsbaurat Tuczek, der unter ſehr ſchwierigen Bedingungen dieſen heiteren, von Licht und Luft durchſtrömten Bau mit viel Liebe und Fleiß aufgeführt hat. Sein Name wird dauernd mit der Ge⸗ ſchichte und dem Geſchicke dieſes Baues und unſerer Anſtalt verknüpft bleiben.
Wir danken allen Bauführern, Unternehmern und Arbeitern, die an ihm mitgearbeitet haben. Wenn wir nachher einen Rundgang durch die neuen Räume machen, werden wir ſehen: das Werk lobt ſeinen Meiſter.
Wir danken weiter der Stadtverwaltungoinsbeſondere ihrem Oberhaupte, Herrn Oberbürgermeiſter Dr. Blaum, die uns nicht nur ſeit dem Brande Obdach und Unterkunft gegeben hat, ſondern überhaupt das Intereſſe unſerer Anſtalt zu ihrem eigenen Intereſſe gemacht, und tatkräftig, auch mit eigenen Opfern, die Sache des Neubaus gefördert hat.
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