Jahrgang 
1926
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Hartmannam Flügel begleitet

ler folgenden, von Herrn Studienrat Wagner verfaßten Vorſpruch:

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Vieledle Frauen all, großgünſtige Herren!

Ein Gruß zuvor, und Dank, daß Ihr gekommen. Und euch, die ihr der alten Schule einſt befliſſen, Euch grüßt zumal der neuen Schule jüngſt Geſchlecht; Euch auch vor allen ſei mit ſchlichtem Sinne

Ein ſchlichtes Wort geſagt zu unſres Feſt's Beginne.

Mit leiſer Abwehr ſchüttelt ihr das Haupt Und denkt:Seht doch den Fant, den vorlaut drängenden! Das erſte Wort, der erſte Gruß von ihm? Iſt das die Sitte jetzt? Heiſcht nicht die Stunde Geſetzte Rede aus gereiftem Munde? Da ſeht der neuen Jugend neuen Geiſt, Unjung, geſchwollen, unbeſcheiden dreiſt! Kann er nicht warten, bis man ihn gefragt?

Wir damals haben oft, auch wenn man fragte, nichts geſagt.

Geduld, Geduld, nichts wird euch vorenthalten: Nachher ſpricht auch der Alte zu den Alten. Doch daß der Schüler erſtlich kommt zu Wort, Dies, ſehr Geſtrenge, dünkt mich juſt nicht fehl am Ort.

Geſteht, ſeit hunderten von Jahren ſchon Iſt für die Schule er die Hauptperſon. Er ſchwingt in ſeiner Hand mit Vehemenz Die Zauberwünſchelrute, die Frequenzl! (Verzeiht mir, unſre arme Mutterſprache Entbehrt des Worts für ſo geheimnisvolle Sachen

Ihr wißt es wohl, die alte Landesſchule Sie war von ſchwerem Siechtum ganz erfaßt; Sie krankte, nun an uns! Ihr mangelte Der friſche Nährſtoff, der den Körper baut, Ihr fehlten Schüler, fehlte junges Blut.

Man rief den Arzt, der ſprach:Hier brauchts Diät Hier hilft ein neues Leben nur in neuer Luft.

Und ſiehe da, der kranke Leib genas!

Friſch pulſt ſein Blut; rotwangig, muskelkräftig, Von innen her erneut ſeht ihr ihn heute.

Doch wie geſundend mählich er ſich reckte, Wie ſich die Glieder ſtrafften, rundeten, Ward ihm zu eng ſein dürftig Notgewand, Die graue Hülle, die ein widrig Schickſal Ihn tragen hieß. Und laut und immer lauter Erſcholl ſein Bittruf:Gebt ein neues Kleid! Das alte kracht und birſt in allen Nähten, Bald ſteh ich nackt und bloß, ein Bettelkind, Drum ſäumt nicht! Bin ich äußerlich verſchandelt, Was frommt es, daß ich innerlichſt gewandelt?

So klang die Bitte. Daß ſie heut erfüllt, Ein Wunder ſcheint es ſchier, und iſts doch nicht! In klug⸗beharrlich nimmermüdem Wirken Ward es der Zeiten Ungunſt abgerungen. Ein mahnend Zeichen ragt der Bau nun auf: Verzaget nicht, empor die Herzen, rührt die Händel Kein Wunder hilft dem tatlos Harrenden,

en Baritonſolo. Dann ſprach der Oberprimaner Herbert Kienz⸗

4* ah.

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