Jahrgang 
1926
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Der Begrüßungsabend.

Die zweite Veranſtaltung des Donnerstags war ein Begrüßungsabend für die früheren Schüler, der abends Uhr im Hotel zum Rieſen begann. Alte und junge Semeſter aus der Nähe und aus der Ferne füllten den Saal und feierten ihr Wiederſehen, tauſchten Erinnerungen aus und ließen beim Klange der alten, lieben Studentenlieder ein Stück Jugend wieder wach werden, als älteſter unter ihnen der ehrwürdige 80jährige Herr Pfarrer Münch aus Jugenheim, noch ein Schüler des Kurfürſtlich Heſſiſchen Gymnaſiums unter Piderit. Als Vertreter des Pro⸗ vinzial⸗Schulkollegiums waren erſchienen Herr Regierungsrat von Bamberg und der De⸗

zernent der Anſtalt, Herr Oberſchulrat Dr. Zühlke, der ſchon der Weihe der Gedenktafel bei⸗ gewohnt hatte.

Der Direktor begrüßte im Namen der Anſtalt ihre früheren Schüler und ſchloß mit einem Hoch auf die Schule, die auch in dem neuen Hauſe und in den neuen Formen ihre alte Aufgabe erfüllen werde: tüchtige Menſchen heranzubilden. Herr Studienrat Dr. Waldeck, der mit ſicherer Hand das Präſidium führte, feierte das Rheinland, das in ſchwerer Zeit die Treuprobe beſtanden habe und zu einem Symbol des Deutſchtums geworden ſei. An ein Hoch auf Deutſchland ſchloß ſich der gemeinſame Geſang des Deutſchlandliedes. Hiermit war der Höhepunkt des Abends erreicht. Herr Dr. med. Schneider, der das Präſidium des nunmehr beginnenden zwangloſen Teils des Abends übernahm, überbrachte in einer humorgewürzten Rede die Glück⸗ wünſche der früheren Schüler und ſprach den Wunſch aus, daß durch alljährliche Zuſammenkünfte ein feſtes Band zwiſchen der Schule und denEhemaligen geknüpft würde. Dieſe ſehr zu be⸗ grüßende Anregung wird weiter verfolgt werden. In einer Anzahl weiterer Reden klang der ſchöne, von harmoniſcher Stimmung getragene Abend aus.

Einzug in den Neubau und Feſtakt.

Herrliches Hochſommerwetter herrſchte während der Feſttage und ſpendete auch am Morgen des Freitags, des Tages der Einweihung, ſtimmungweckenden Sonnenſchein. Morgens, 8 Uhr, ſammelten ſich Schüler und Lehrer zum letzten Mal in dem engen Hof desalten Landgerichts, das der Schule 13 Jahre Obdach gegeben hatte. Nach einem kurzen Abſchiedswort des Direktors und einem gemeinſamen Hoch auf die Schule bildete ſich der Zug: voran die prächtige An⸗ ſtaltsfahne und hinter ihr Klaſſe um Klaſſe, blumengeſchmückt die Schüler, mit ihren neuen Klaſſenfahnen, am Schluſſe das Lehrerkollegium. So ging es unter heiteren Marſchweiſen der Muſik vom alten zum neuen Haus, vorbei an dem ehrwürdigen erſten Bau der Hohen Landes⸗ ſchule, deſſen Fenſter zum Gruße freundlich geſchmückt waren. Vor dem Portal des Neubaus ſchloſſen ſich die Fahnen zum Ring. Der Schöpfer des Neubaus, Herr Regierungsbaurat Tuczek, übergab mit herzlichen Worten des Dankes an ſeine Mitarbeiter und des Glückwunſches an Schule und Schüler den Schlüſſel, und der Anſtaltsleiter öffnete die Tür mit dem Segensſpruch:

Pax intrantibus, salus exeuntibus: Gottes Segen ſei über dem Hauſe und allen, die darin ein⸗ und ausgehen.

Und nun, um 9 ½ Uhr, begann der Feſtakt in der von Gäſten und Schülern dicht beſetzten Aula. Der Schülerchor leitete ihn ein mit dem GeſangeDes Tages Weihe von Schubert, mit einem von Herrn Muſikdirektor Appunn vorgetragenen und Herrn Studienaſſeſſor Dr.

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