koſten bereitgeſtellt, die im übrigen durch die Eintrittsgelder für das Feſt in Wilhelmsbad und den anſchließenden geſelligen Abend beſtritten werden konnten.
Der letzte Tag vor den Sommerferien war der letzte Unterrichtstag im alten Landgericht. In den Ferien erfolgte die überſiedlung des Inventars. Erſt nach der Einweihungsfeier, alſo 14 Tage nach dem Ferienende, konnte der Unterricht an der neuen Stelle wieder beginnen. Die für den Unterricht verlorene Zwiſchenzeit wurde fleißig ausgenutzt. Täglich traten die Schüler an, um die Sammlungen einzuordnen, und um die Aufführungen und Darbietungen einzuüben.
Einweihung der Gedenktafel für die im Weltkrieg gefallenen Lehrer und Schüler.
Das Feſt begann mit einer ernſten Feier, mit der Einweihung der Gedenktafel für die gefallenen Schüler.
Schon im Jahre 1919, als die Fundamente des Neubaus gelegt wurden, hatten wir be⸗ ſchloſſen, das erhoffte neue Haus mit einer würdigen Gedächtnistafel zu ſchmücken. Eine zu dieſem Zwecke eingeleitete Sammlung hatte ein ſehr erfreuliches Ergebnis. Mit der Stillegung des Baues mußten wir auch die Ausführung des Denkmals aufſchieben, und der geſammelte Fonds wurde ein Opfer der Geldinflation. Jetzt, vor Vollendung des Neubaus, nahmen wir unſeren Plan wieder auf und begannen von neuem zu ſammeln. Auch der zweite Appell an den Opferſinn unſerer früheren Schüler, Eltern und Freunde hatte reichen Erfolg. In kurzer Zeit hatten wir einen Betrag, der uns geſtattete, unſeren gefallenen Helden ein ſchönes und gediegenes Denkmal zu ſchaffen. Beſonderen Dank ſchulden wir auch den Schöpfern des Denkmals, den Herren Regierungs⸗ baurat Tuczek und Fabrikant Zimmermann, dee ſich zu dieſem Zweck in ſelbſtloſer Arbeit verbanden. Der Leiter des Neubaus, Herr Regierungsbaurat Tuczek, zeichnete den Entwurf, Herr Fabrikant Zimmermann, ſelbſt ein früherer Schüler, übernahm die Ausführung.
Die Gedenktafel beſteht aus graubuntem ſchleſiſchem Marmor, der von ſchwarzem, hell⸗ geädertem Lahnmarmor eingerahmt wird. Ein Marmorſockel unter der Tafel iſt zur Aufſtellung von Blumen beſtimmt. Ein ſchwerer Bronzeſtab faßt die Tafelfläche ein, ein Bronzekranz ziert ihren Kopf. Unter der überſchrift„Zum ehrenden Gedächtnis“ folgen die Namen der 77 gefallenen Lehrer und Schüler der Anſtalt. Die Tafel iſt in einer Seitenniſche der Haupteingangs⸗ halle eingelaſſen, in deren Architektonik ſie ſich einfügt, und die unter der beherrſchenden Wirkung des Denkmals zum ſtimmungsvollen Gedächtnisraum wird.
Die Ehrentafel, die durch ihre vornehm einfachen Formen und das edle Material wirkt, iſt eine Zierde unſeres Hauſes und wohl geeignet, die eintretenden Schüler in würdigſter Weiſe an die Gefallenen zu erinnern.
Zur Feier ihrer Enthüllung hatten ſich, außer dem Lehrerkollegium, die Angehörigen der Gefallenen am Donnerstag, den 13. Auguſt, nachmittags 5 Uhr, in der Halle des Erdgeſchoſſes verſammelt. Die feierlichen Klänge des Largo aus der Sonate für Violine und Klavier in f-moll von Bach leiteten die Feier ein. Der Primaner Roth ſprach das Gedicht„Für uns“. Dann ergriff der Anſtaltsleiter das Wort. Er ſagte:
Bevor wir morgen in dieſes Gebäude Einzug halten, haben wir eine Ehrenpflicht zu erfüllen an unſeren
gefallenen Brüdern. Wenn morgen unſere Fahnen in dieſe Räume ziehen, ſollen ſie ſich zum erſten Gruße ehr⸗ furchtsvoll neigen vor den Namen der Helden, die Schüler dieſer Anſtalt waren, die gewiß gern und froh mit
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