Jahrgang 
1926
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Die Feier der Einweihung des Neubaus

vom 13. bis 15. Auguſt 1925.

Unſere Hoffnung, mit Beginn des Schuljahres 1925 in den Anſtaltsneubau einziehen zu können, hatte ſich nicht erfüllen laſſen. Die Bauleitung bezeichnete als den früheſten möglichen Termin den 14. Auguſt 1925. Dieſer Tag wurde denn für den Einzug beſtimmt.

Der Beſchluß des Lehrerkollegiums, die überſiedlung in ein neues Heim feſtlich zu begehen, bedarf keiner Rechtfertigung. Schulfeſte ſind Tage der Beſinnung und Erhebung, ſie ſind für das Eigenleben einer Schule nicht zu entbehren. Hier handelte es ſich um den Tag, auf den unſere Schule 13 Jahre lang in äußerlich und innerlich ſchwierigen Verhältniſſe gehofft und gewartet hatte. Daß unſer Feſt, dem Ernſte der Zeit entſprechend, in einfachen Formen gefeiert wurde, war ſelbſtverſtändlich. Es iſt trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb wohl gelungen und wird bei allen Teilnehmern, Lehrern, Schülern und Gäſten in der Erinnerung noch lange nachklingen als ein. echtes und rechtes Hanauer Schulfeſt, wie es, nach den Worten eines früheren Schülers,ſo harm⸗ los und fröhlich, ſo einfach und ſchön eben nur unſer altes Hanauer Pennal feiern kann.

Als einen ſchönen Auftakt zum Feſte ſahen wir es an, daß der Herr Unterrichtsminiſter durch Erlaß vom 16. April 1925 unſerer Schule ihren hiſtoriſchen NamenHohe Landesſchule zurückgab, den ſie 200 Jahre hindurch geführt hatte, der in der Erinnerung noch ſehr lebendig geblieben war, und den wir noch immer auf unſeren Fahnen führten. Durch ihn wurde die Brücke geſchlagen zwiſchen der alten und neuen Zeit, zwiſchen den beim Feſte vereinigten alten und neuen Schülern. Durch ihn wird unſere Schule daran erinnert, daß ſie in dem neuen Hauſe und in den nötig gewordenen neuen Formen ein altes wertvolles Erbe zu hüten und zu mehren hat.

Bald nach Oſtern 1925 ſetzte die Arbeit der Feſtkommiſſion ein, die das Feſt ſorgfältig und umſichtig vorbereitete und zu ſeinem Gelingen weſentlich beigetragen hat. Beſonders ver⸗ dienſtvoll war ein durch Herrn Studienrat Dr. Heiler angelegtes Verzeichnis der früheren Schüler, das als Unterlage für die Einladungen diente. Auf die Herausgabe einer Feſtſchrift durch die Anſtalt mußte aus Mangel an Mitteln verzichtet werden. Dafür ließ Herr Dr. Heiler eine vortrefflich geſchriebene und glänzend ausgeſtattete*) Frühgeſchichte der Hohen Landesſchule als Feſtſchrift im Buchhandel erſcheinen. Mit dieſer Schrift, die für die Anſtalts⸗ geſchichte grundlegende Bedeutung haben wird, hat ſich der Verfaſſer ein bleibendes Verdienſt um unſere Schule erworben. DerHanauer Anzeiger brachte ferner, unter Aufwendung erheblicher Koſten, eine umfangreiche und ſchön ausgeſtattete Feſtnummer mit Beiträgen des Lehrerkollegiums und früherer Schüler heraus. Hierfür, ſowie für die ausführliche Berichterſtat⸗ tung ſprechen wir ihm unſeren herzlichen Dank aus. Auch der Hanauer Geſchichtsverein ließ eine Feſtnummer ſeinesHanauer Magazins erſcheinen. Auch ihm ſei hierfür an dieſer Stelle gedankt. Ferner widmete ein früherer Schüler, der inzwiſchen verſtorbene Geheim⸗ rat Loeber in Kiel, ein ErinnerungsbuchGlückliche Gymnaſiaſtenjahre ſeiner Schule zu ihrem Feſte und ſetzte ihr darin ein Denkmal ſeiner Dankbarkeit. Das Provinzialſchul⸗ kollegium in Caſſel hatte dankenswerter Weiſe 500 Mk. aus Anſtaltsmitteln als Beitrag zu den Feſt⸗

*) Dr. Heiler, Karl. Geſchichte des ſtaatlichen Gymnaſiums zu Hanau(vormalsHohe Landesſchule) in den erſten Jahrzehnten ſeines Beſtehens von 1607 bis 1665 mit Auszügen aus den Anſtaltsakten der ſpäteren Zeit. Alberti's Hofbuchhandlung. Hanau 1925. Preis 3 Mk.

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