Trotz der gebotenen Sparſamkeit kamen bei dem Neubau nur durchaus erprobte und be⸗ währte Bauſtoffe und Bauweiſen zur Verwendung. Die Fundamente wurden in Beton her⸗ geſtellt. Für das Kellerbruchſteinmauerwerk, die Quaderverblendung der frontſeitigen Sockel⸗ flächen und der Liſenen, die hammerrechtbearbeiteten Sockelflächen der Hofſeiten und der Portal⸗ gliederungen lieferten die Brüche in Miltenberg und Reiſtenhauſen den Sandſtein, für die Fenſter⸗ ſohlbänke, Fenſterumrahmungen und den Giebelaufbau in der Heraeus⸗Straße Gelnhäuſer Brüche. Das aufſtehende Mauerwerk wurde in üblicher Weiſe aus Ziegelſteinen in Kalk⸗ bezw. Zement⸗ mörtel hergeſtellt und mit Kalkmörtel, innen glatt, außen auf glattem Unterputz in Kratzputz⸗ technik verputzt. Das auf freitragenden hölzernen Bindern ruhende Dach wurde mit Wieslocher Biberſchwänzen eingedeckt. Die Decken⸗ und Treppenläufe ſind, mit Ausnahme der in den Dach⸗ ſtuhl eingebauten und durch Zwiſchendecke bezw. Luftſchichten iſolierten, verputzten Holzdecken der Aula, als freitragende Eiſenbetonrippendecken ausgebildet. Sie wurden größtenteils unterſeits auf Holzſtabgewebe verputzt. Die Fußböden beſtehen in den Fluren des Erdgeſchoſſes aus Terrazzo⸗ platten, in der Aula aus Buchenlangriemen, ſonſt faſt durchweg aus Linoleum auf Gipseſtrichen und Sandunterlage. Die aus Beton hergeſtellten Treppen wurden im Haupteingang mit Terrazzoſtufen, im übrigen mit Trittſtufen aus Eichenholz belegt. Beſondere Sorgfalt wurde auf den feſten Einbau der Klaſſentüren verwendet, die in flurſeitig angeordnete Niſchen ein⸗ ſchlagen. Die Unterrichtsräume, Sammlungs⸗ und Amtsräume erhielten Doppelfenſter, von denen mindeſtens je eines in jedem Raume mit einem einfachen oberen Kippflügel verſehen iſt.
Das Gebäude erhielt eine am Dampfperteiler in vier Strängen abſperrbare Niederdruck⸗ dampfheizung, die Klaſſen⸗- und Sammlungsräume werden durch regulierbare Rohrſchlangen, die Flure, Amtsräume und die Aula durch Radiatoren beheizt. Die Heizung iſt für eine Außen⸗ temperatur von— 20° C und einen ſtündlichen zweimaligen Luftwechſel bis zu— 5° C berechnet. Sämtliche Unterrichtsräume erhielten Thermometer mit Schaurohren, die ein Ableſen der Raumtemperatur vom Flur aus ermöglichen.
Das Gebäude iſt an die ſtädtiſche Kanaliſation, Waſſer⸗ und Gasleitung ſowie an das elek⸗ triſche Stromnetz angeſchloſſen. Es enthält 15 Spülaborte mit Einzelſpülung, eine reichlich be⸗ meſſene Anzahl von Waſchbecken, Ausgußbecken und Trinkbrunnen, in allen Unterrichts⸗, Arbeits⸗ und Sammlungsräumen halbindirekte, diffuſe Raumbeleuchtungslampen und zahlreiche Stecker, in der Aula Anſchlüſſe für den Lichtbildwerfer und für Bühnenbeleuchtung, dazu eine ausreichende Flur⸗ und Außenbeleuchtung. Beſonders reichlich wurden die Räume für den naturwiſſenſchaft⸗ lichen Unterricht mit Gas, Waſſer und elektriſchem Licht⸗ und Kraftſtrom ausgeſtattet. Für die innere Einrichtung wurden die alten Beſtände der Anſtalt im Weſentlichen übernommen. Dazu kamen die der Anſtalt überwieſenen Beſtände des aufgelöſten Lehrerinnenſeminars in Eltville. Neu⸗ beſchafft wurde die Einrichtung der Aula und des Konferenzzimmers, der größte Teil der Einrichtung für den naturwiſſenſchaftlichen Unterricht, ein Teil der Büchergeſtelle für die Bücherei, dazu eine größere Anzahl von Wandtafeln, Sammlungs⸗ und Bücherſchränken und ſonſtigen Schulmöbeln und Aus⸗ ſtattungsſtücken. Der Zeichenſaal wurde nach den„Beſtimmungen über den Zeichenunterricht in Preußen“ eingerichtet. Für die Kartenſammlung wurde das Syſtem der liegenden Aufbewahrung der Karten auf freiſtehenden oder an der Wand befeſtigten Geſtellen aufgegeben. Sämtliche Karten wurden mit einer Vorrichtung zum Aufhängen in zuſammengerolltem Zuſtande verſehen und hängen, nicht nach der Größe, ſondern nach dem Gegenſtand geordnet, an Rundeiſenſtangen, die gleichlaufend mit den Wänden konſolartig vor dieſen angebracht wurden. Die Ausſtattung und Einrichtung der Räume für den naturwiſſenſchaftlichen Unterricht entſpricht in erſter Linie den an⸗
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