Jahrgang 
1911
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10. vom 9. Januar 1911 S. 18877. Der Herr Miniſter hat der Anſtalt zur Be⸗ ſchaffung eines Ruderbootes einen Betrag bis zur Höhe von 600 Mk. zur Verfügung geſtellt. Dieſe Mitteilung iſt von allen Zugehörigen der Anſtalt mit großer Freude und aufrichtigem Danke begrüßt worden.

III. Chronik der Anſtalt.

Das Lehrerkollegium.

1. Kandidat Dr. Fritz Schonebohm wurde vom 1. Juli ab dem Gymnaſium zu Hadamar zur Aushilfe überwieſen.

2. Profeſſor Schmitz mußte Anfang Auguſt wegen einer ernſteren Erkrankung und zur Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit einen längeren Urlaub bis zum Schluſſe des Schuljahres nehmen. Zur Aushilfe bei ſeiner Vertretung übernahm Herr Pfarrer Goebels dahier in ent⸗ gegenkommendſter Weiſe den Unterricht in Religion und Hebräiſch während des zweiten Schul⸗ quartals. In den übrigen Unterricht teilten ſich die Lehrer der Anſtalt.

3. Mit dem Beginn des Winterhalbjahres wurde der Kandidat Ernſt Thies zur Ab⸗ leiſtung der zweiten Hälfte ſeines Probejahres und zugleich zur Vertretung des Profeſſors Schmitz der Anſtalt zugewieſen. Zu gleicher Zeit trat Kandidat Emil Becker ſein Probejahr an der Anſtalt an.

Das neue Schuljahr wurde am 5. April feierlich eröffnet. Es wurden 24 Schüler neu aufgenommen.

Wegen großer Hitze fiel der Nachmittagsunterricht am 19. und 20. Mai und am 6., 7. und 10. Juni aus.

Am 9. Juni waren die üblichen Schulausflüge der einzelnen Klaſſen.

Das erſte Quartal wurde am 1. Juli mit einer Vorfeier des 100jährigen Todestages der Königin Luiſe geſchloſſen. Profeſſor Wackermann hielt die Feſtrede.

Gegen Ende Auguſt wurde mit den für ſämtliche Schüler, ſoweit ſie an demſelben Tage keine Turnſtunden haben, vorgeſchriebenen täglichen Freiübungen begonnen. Sie wurden regel⸗ mäßig durchgeführt und fielen nur ſehr ſelten und nur bei ganz ſchlechtem Wetter aus. Sie wurden von den Schülern ſehr gern ausgeführt, und auch Lehrer der Anſtalt nahmen regelmäßigen Anteil. Wenn im Anfang befürchtet wurde, es würden ſich Schwierigkeiten für den Unterricht er⸗ geben, ſo hat ſich dieſe Befürchtung als unbegründet herausgeſtellt. Der kurze Zeitverluſt, den die Lehrſtunden erleiden, wird reichlich ausgeglichen durch den großen Vorteil, den die Übungen auf das körperliche Wohlbefinden der Teilnehmer ausüben. Es läßt ſich auch nicht leugnen, daß eine täglich ſtattfindende körperliche übung der geſamten Anſtalt das Gemeingefühl kräftigt und hebt. Dadurch, daß die Anordnung getroffen wurde, daß jeder Schüler ein für allemal während des Schuljahres für dieſe übungen auf dem Schulhofe ſeinen beſtimmten Platz hat, auf den er ſich