Jahrgang 
1909
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Professor Macke ist nur drei Jahre an unserer Anstalt tätig gewesen, hat sich aber während dieser kurzen Zeit die Liebe und Hochachtung seiner Schüler und seiner Amtsgenossen in hohem Grade erworben. Insbesondere schätzen wir alle an ihm auch seine echt patriotische Gesinnung und sein biederes, gerades Wesen. Mit dem Danke für seine erfolgreiche Tätigkeit an unserer Anstalt verbinde ich die aufrichtigsten Wünsche für sein ferneres Wohlergehen.

An seine Stelle wurde O. L. Otto Kühlewein, seither am Kgl. Kaiser Friedrichs- Gymnasium zu Frankfurt a. M., vom 1. April 1909 ab hierher versetzt.

. Zu Beginn des Schuljahres traten drei Lehrer an der Anstalt neu ein, Professor Dr. Philipp Schäfer¹) zum Ersatz des im Sommer 1907 von hier als Direktor ver- setzten Professors Dr. Vomberg, Oberlehrer Ernst Rexrodt:*) zum Ersatz des von hier nach Frankfurt a. M. abgegangenen Oberlehrers Dr. Sendler und Zeichenlehrer AIlfred Röder zum Ersatze des nach Hannover verzogenen Zeichenlehrers Wilhelm Kirsch.

Leider sollte der letztgenannte Zeichenlehrer Alfred Röder nur kurze Zeit unter uns tätig sein. Wenige Tage nach dem Schlusse der Juliferien erkrankte er an einem typhösen Leiden so heftig, daß seine Uberführung nach Marburg angeordnet wurde. Dort starb er am 20. August vormittags an Herzschwäche und hinterließ eine Witwe und zwei unmündige Kinder. Er hat nur wenige Monate dem Lehrkörper der Anstalt angehört, in dieser kurzen Zeit aber sich als freundlicher, treuer Mitarbeiter und Lehrer die Hochschätzung seiner Amtsgenossen und die Zuneigung seiner Schüler in hohem Grade erworben. Da seine sterblichen Überreste nach seiner Heimat Teuchern bei Weißenfels übergeführt wurden, so konnte sich die Anstalt an der Beisetzungsfeier nicht beteiligen, sondern sie mußte es sich genügen lassen, dem Entschlafenen einen Kranz als letzten Gruß zu übersenden und seiner in einer Schulandacht zu gedenken.

Zum Ersatze des verstorbenen Zeichenlehrers Röder wurde der Zeichenlehrer Erich Milow:) zunächst für das Winterhalbjahr der Anstalt zugewiesen.

¹) Philipp Schäfer, geb. 9. Mai 1863 zu Mainz, besuchte von 1873 1881 das Gymnasium seiner Vater- stadt, widmete sich dann auf den Universitäten zu Gießen, Berlin und Marburg dem Studium der alten Sprachen und der Geschichte sowie des Deutschen. 1885 legte er das Staatsexamen ab. Die philosophische Doktorwürde erwarb er sich auf Grund seiner Dissertation über das Particip des Aoristes bei den griechischen Tragikern. Von Ostern 1886 bis Ostern 1887 legte er das pädagogische Probejahr am Kgl. Friedrichs⸗Gymnasium zu Cassel ab. In der Folgezeit war er als Hilfslehrer beschäftigt an den Kgl. Gymnasien zu Hadamar, Fulda (zweimal), Wiesbaden(hier auch am Kgl. Real⸗Gymnasium), Hersfeld und Marburg. 1896 wurde er zum Oberlehrer am Kgl. Gymnasium zu Marburg ernannt, 1901 an das Kgl. Gymnasium nach Wiesbaden versetat, von wo er Ostern 1908 auf seinen Wunsch an das hiesige Kgl. Gymnasium kam. 1906 wurde er zum Professor ernannt mit dem Range eines Rates IV. Klasse.

²) Ernst Johannes Rexrodt wurde geboren am 6. Mai 1880 zu Eschwege a. W., besuchte das Realprogymnasium zu Eschwege und dann das Realgymnasium zu Osterode a. H., woselbst er Herbst 1899 die Reifeprüfung ablegte. Er studierte dann in Göttingen und Jena reine Mathematik, angewandte Mathe- matik und Physik und bestand im Januar 1905 das Examen pro facultate docendi. Vom 1. April 1905 bis 1. April 1906 genügte er seiner militärischen Dienstpflicht und leistete das Seminarjahr am Goethe-Gymnasium, das Probejahr am Kgl. Kaiser Friedrichs-Gymnasium zu Frankfurt a. M. ab. Durch Verfügung vom 11. April 1908 S. 4866 wurde er zum Oberlehrer an dem Kgl. Gymnasium zu Hanau ernannt.

³) Erich Ernst Julius Milow, geboren am 14. März 1881 als zweiter Sohn des verstorbenen Lehrers Julius Milow zu Landsberg a. W., besuchte von Ostern 1887 bis Ostern 1896 die Mittelschule seiner Vater-

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