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Donnerstag, den 21. Juni, machten die Schüler der verschiedenen Klassen unter Führung ihrer Lehrer die üblichen Schulausflüge in die nähere oder fernere Umgebung von Hanau.
Am Vormittage des 3. Juli unterzog Herr Generalsuperintendent Pfeiffer aus Cassel den evangelischen Religionsunterricht einer Revision. 7
Die Pfingstferien dauerten vom 2.—6. Juni. die Sommerferien vom 7. Juli bis 6. August, die Herbstferien vom 30. September bis 15. Oktober, die Weinnachtsferien vom 23. Dezember bis 7. Januar.
Am 28. Juni, 14. und 23. August fiel der Hitze wegen der Nachmittagsunterricht aus.
7. bis 18. August Professor Wackermann zum Zwecke einer Badekur
und vom 24. bis 29. September Professor Küster, um als Vertreter des hessischen Landesvereins für Geschichte an der Hauptversammlung der deutschen und österreichischen Geschichtsvereine in
Beurlaubt waren vom
Wien teilzunchmen.
Während des zweiten Quartals des Sommerhalbjahres wurde im llofe der Anstalt eine aus- reichend große Halle zur Unterstellung der Fahrräder erbaut. Dadurch wurde einem dringenden Bedürfnisse abgeholfen. Für die Bewilligung der nicht unbeträchtlichen Mittel(850 Mk.). die zu diesem Zwecke neben der recht erheblichen Sunnne für anderweitige bauliche Herstellungen(2500 Mk.) nötig wurden, sage ich den vorgesetzten Behörden den schuldigen Dank.
Anläßlich der Silbernen Hochzeitsfeier unseres erhabenen Kaiserpaares war auch von unserer Anstalt eine Gabe von Schülern zum Besten der Deutschen Flotte gesammelt worden. Bei der feierlichen Entlassung in die Ferien, am 7. Juli. konnte der Direktor den Schülern die erfreuliche Mitteilung machen, daß Seine Majestät auch unserer Schule zur Erinnerung an die Silberne Hochzeit und als ein Zeichen der Allerhöchsten Anerkennung des durch die Sanmnlung bekundeten Patriotismus ein Gedenkblatt mit der Allerhöchsteigenhändigen Namensunterschrift zu stiften geruht habe. Dieses Blatt fand, geschmackvoll eingerahmt, einen Ehrenplatz in der Aula.
Der Reiteprüfung unterzog sich erfolgreich zu Ende des Sommerhalbjahrs ein Oberprimaner. Der schriftliche Teil fand vom 20.— 23. August, der mündliche am 25. September statt.
Am Sonnabend. dem 1. September, fand in der Aula eine Sedanfeier mit Chorgesang und Deklamationen der Schüler statt. Bei seiner Ansprache am Schluße der Feier händigte der Direktor das Prachtwerk„Unser Kaiserpanre dem Oberprimaner Johannes Koltermann, je ein Stück der auf Veranlassung des Schwäbischen Schiller-Vereins Marbach-Stuttgart hergestellten Ausgabe von Schillers Gedichte und Dramen“ den Oberprimanern Karl Schroeter und Ernst Voltz ein. Die drei Bücher waren von dem Ilerru Minister der Anstalt als Schulprämien zugegangen.
Zu Beginn des Winterhalbjahres, das am 16. Oktober eröffnet wurde, traten 5 Schüler in die Anstalt ein.
Am S. Dezember fand in den Sälen der Turngemeinde wie in den Vorjahren ein wohlgelungenes Schulfest Statt, das von Eltern und Angehörigen der Schüler und von Freunden der Anstalt zall- reich besucht wurde.
Am 10. Dezember hielt Ierr Professor Dr. Pelissier vom Lessinggvmnasium zu Frank- furt a. M., ein ehemaliger Schüler unserer Anstalt, vor den Lehrern und Schülern der Oberklassen einen sehr anschaulichen und anzichenden, durch Lichtbilder erläuterten Vortrag über die Ger- manengrenzen des römischen Reiches. Dem Herrn Vortragenden sage ich hier nochmals besten Dank.
Am 26. Januar fand die Vorfeier des Geburtsfestes Sr. Majestät des Kaisers und Königs in der Aula statt. Die Festrede hielt Professor Macke tüber Ursprung, Wesen und Vorzüge der Monarchie. Am Schlusse der Feier übergab der, Direktor dem Primus omnium Adolf Emge ein Exemplar des Werkes„Nauticus 1906%¶als Geschenk Sr. Majestät des Kaisers und Königs, dem


