Jahrgang 
1907
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wurde der Zeichenlehrer Wilhelm Kirsch an die Anstalt berufen.(Verf. vom 14. Juni 1906 8. 6979.) Er trat zu Beginn des Winterhalbjahres seinen Dienst an.

Wilhelm Kirsch, geboren am 9. März 1879 zu Ilannover. evangelischer Konfession, besuchte von 1885 bis 1893 die Kgl. Seminarschule zu Hlannover. Xach einjährigem Privatunterricht emptfing er seine Vorbereitung für den Lehrerberuf auf der Kgl. l'räparantlenanstalt zu Dicpholz und auf dem Kæl. Seminar zu Hannover. Ende Februar 1899 legte er dort die 1. Lehrerprüfung ab, ar dann mehrere Monate vertretungsweise tätig, bis ihm durch Ver- fügung der Kgl. Regierung zu llannover im Oktober 1899 die 3. Lehrerstelle in Völksen bei Hannover übertragen wurde. Nach bestandener 2. Lehrerprüfung 1901 beschäftigte er sich eingehender mit Zeichnen und Malen und bezog duann 1901 1906 zu seiner weiteren Ausbildung die kgl. Kunstschule zu Berlin, woselbst er vom 2.12. Juli 1906 die Zeichenlehrerprüfung für höhere Schulen und Lehrerbildungsanstalten bestand. Durch Verfügung des Kgl. Prov.- Schulkollegiums zu Cassel vom 16. Juli 1906 wurde er vom 1. Oktober 1906 ab zum Zeiehenlehrer am Kgl. Gymmasium zu Ilanau ernannt.

Mit dem Schlusse des ersten Vierteljahres stellte der englische Lehramtsassistent J. R. Cahill seine im Herbst 1905 begonnene Tätigkeit an der Anstalt ein. um in Sein leimatland zurückzu- kehren. Für die Förderung im Gebrauch der englischen Sprache, die ein Teil unserer Schüler seiner Mühewaltung verdankt, sage ich ihm auch hier besten Dank.

Durch Verfügung vom 31. August 1906 S. 6904 ward Professor Richard Mascher seinem Wunsche entsprechend in gleicher Eigenschaft an das Kgl. Wilhelms-Gymnasium in Cassel versetzt. lr hat seit Ostern 1897, also 9 ½ Jahre als Lehrer der Mathematik und der Naturwissenschaften an unserer Anstalt mit bestem Erfolge gewirkt und sich durch Lehrgeschick, Eifer und Pflichttreue in hohem Mabße ausgezcichnet. Hierfür sage ich ihm auch an dieser Stelle namens der Austalt auf- richtigen Dank. Lchrer und Schüler sahen ihn nur ungern von hier scheiden. Unsere besten Wünsche begleiten ihn in seine neue Stellung.

Durch Verfügung vom S. Oktober 1906 8. 10661 wurde der Sseitherige wissenschaftliche Ililtslchrer Ernst Humpf zum Oberlehrer an der Anstalt befördert. Durch Verfügung vom gleichen Tage S. 9470 wurde der wissenschaftliche Ililfslehrer Alexander Sendler. der bis dahin an der Lichig-Realschule in Frankfurt a. M. beschäftigt gewesen war, als Oberlehrer am hiesigen GynL nasium bestellt. Er trat in den Unterricht des von hier versetzten l'rofessors Mascher ein.

Alexander Sendler, geboren den 30. Oktober 1878 zu l'ößneck i. Th., besuchte die Oberrealschule in Ilalle a. d. S., an der er Ostern 1898 die Reifeprüfung bestand. Von Michaelis 1898 bis Michaelis 1903 studierte er in Jena und Göttingen Mathematik und Naturwissenschaften. Das Staatsexamen bestand er am 18. Juli 1903. Das Seminarjahr erledigte er von Ilerbst 1903 bis Ilerbst 1904 am Kgl. Gymnasium in Weilburg. Im darauf folgenden Jahre genügte er seiner militärischen Dienstpflicht beim Rheinischen P'ionierbataillon Nr. S in Koblenz. Die erste Ilälfte des Probejahrs prachte er am Realgymnasium in Cassel, die zweite llälfte an der Liebig-Realschule in Prank- furt a. M. zu. Am 1. Oktober 1903 erfolgte seine Ernennung zum Oberlehrer am Kgl. Gymnasium zu llanau.

Durch Erlaß des lerrn Ministers, mitgeteilt durch Verfügung des Kgl. ProvinzialSchub kollegiums vom S. Dezember 1906 S. 12623. wurde der Oberlehrer an dem in Auflösung begriffenen 'rogvmnasium zu Genthin, Professor Dr. Georg Rambeau, in gleicher Eigenschaft vom 1. April 1907 ab an unsere Anstalt versetzt.

Durch P'atent vom 18. Dezember 1906 U II Xr. 4550 wurde dem Oberlehrer Erust Thieme der Charakter als Professor. durch Allerhöchsten Erlaß vom 21. Januar 1907 der Rang der Räte

4. Klasse verlichen.

Nachdem am Montag, den 28. April, die Autnahmeprüfung stattgefunden hatte. fand Dienstag. den 29. April, die feierliche Eröffnung. des Schuljahres statt. Zugleich wurden die neueintretenden 39 Schüler auf die Schulordnung verpflichtet.

In der letzten Nachmittagsstunde des 7. Juni fand in der Aula eine Gedächtnisfeier für den verstorhenen Professor Reinhard statt.

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