Jahrgang 
1900
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11. vom 16. Februar 1900. S. 991. Abgehende Schüler sollen nach einem Ministerial-Erlasse geeigneten Falles darüber aufgeklärt werden, daß eine Anrechnung der zu Freiburg in der Schweiz verbrachten Studiensemester für die Zulassung zum geistlichen Amt und zu staatlichen oder akademischen Prüfungen in keinem Falle, auch nicht auf dem Dispensationswege stattfinden kann.

III. Chronik der Anstalt.

Veränderungen im Bestande des Lehrerkollegiums.

Mit Beginn des Schuljahres trat Professor Dr. Vomberg(vgl. Jahresbericht von Ostern 1899 S. 17) seine Thätigkeit an unserer Anstalt an-

Gustav Vomberg, Dr. phil., geb. zu Cassel am 16. Dezember 1850, Sohn des verstorbenen Oberpost- sekretärs Vomberg, evangelischer Konfession, erhielt seine Vorbildung auf dem Gymnasium zu Fulda und studierte dann auf den Universitäten zu München, Leipzig und Marburg deutsche und klassische Philologie. Während seiner Studienzeit nahm er als Kriegsfreiwilliger an dem Feldzuge gegen Frankreich 1870/71 teil. Im November 1875 erwarb er sich zu Marburg den philosoph. Doktorgrad und bestand daselbst am 12. Mai 1876 die Lehramtsprüfung. Im Herbst desselben Jahres trat er am Königl. Gymnasium zu Neisse das Probejahr an, von wo er Ostern 1877 zur Be- endigung desselben und zugleich zur Versehung einer Hülfslehrerstelle zu dem städtischen Realprogymnasium in Geisenheim überging. Hier wirkte er vom Mär⸗ 1878 an als ordentlicher Lehrer. Unter dem 18. Juni 1888 wurde er zum ordentlichen Lehrer am Königl. Gymnasium zu Hadamar ernannt, wo er vom 16. September 1888 bis 1. April 1899 als Oberlehrer und zwar vom 27. März 1893 ab als Professor thätig war. Nachdem ihm durch Erlal vom 28. April 1898 der Rang der Räte vierter Klasse verliehen war, wurde er durch verfügung des Königl. l'rovinzial- Schulkollegiums vom 4. Februar 1899 in gleicher Eigenschaft vom 1. April 1899 ab an das Königl. Gymnasium zu Hanan versetzt.

Durch Verfügung Kgl. Prov.-Schulkollegiums vom 4. April 1899) ward der Oberlehrer Viktor Wenning seinem Antrage entsprechend zunächst bis Ende Septembers beurlaubt. Durch weitere Verfügung vom 31. Oktober 1899 8S. 6666 wurde mit Genehmigung des Herrn Ministers dieser Urlaub bis Ende Januar 1900 ausgedehnt. Gleichzeitig wurde der genannte vom 1. Februar 1900 ab in den Ruhestand versetzt. Mit der Versehung seiner Stelle wurde durch Verfügung vom 6. April 1899 S. 2380 der wissenschaftliche Hülfslehrer Dr. Ernst Stöcker beanftragt.

Ernst Stöcker, geboren am 20. Mai 1866 zu Arolsen, besuchte das Gymnasium zu Marburg, studierte seit Ostern 1885 in Marburg und Berlin und bestand am 18. Juli 1890 die Staatsprüfung. Nachdem er dann am Gym- nasium zu Marburg das Seminarjahr(Ostern 1891 92) und am Kaiser Friedrichs-Gymnasium zu Frankfurt a. M. das Probejahr(Ostern 1892 93) abgeleistet hatte, wurde er zu Ostern 1899 auf ein Jahr als Hülfslehrer an das Königl. Gymnasium zu Hanau berufen.

Kurz nach Beginn des Schuljahres erkrankte Professor Schmitz. Durch Verfügung vom 2. April 1899 S. 3117² wurde der Kandidat des höheren Schulamts W. Ulrich am Kaiser Friedrichsgymnasium in Frankfurt a. M. als Vertreter und zugleich zur Fortsetzung seines Probejahrs für den Monat Mai der Anstalt zugewiesen. Als nach dem Schlusse der Sommer- ferien Professor Dr. Wackermann zur Fortsetzung einer Kur eines längeren Urlanbs benobtigte, wurde ihm dieser(Verf. v. 31. Juli 1899 S. 53881¹ und vom 29. August 1899 S. 6012) bis zum Beginne der Herbstferien gewährt, und Kandidat Ulrich auch mit seiner Vertretung betraut. Es war leider nicht zu umgehen, daß infolge dieser Vertretungen wiederholt Verschiebungen in der Verteilung der Unterrichtsfächer vorgenommen werden mußten.

Die Aufnahmeprüfungen fanden am 10. April Statt. Es traten nen in die Anustalt ein 34

Schüler, die am folgenden Tage bei der feierlichen Eröffnung auf die Gesetze der Anstalt ver- pflichtet wurden.