Jahrgang 
1900
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Durch Verfügung vom 2). April 1899 S. 1897 wurde der Schuldiener Peter Dill auf seinen Antrag wegen Kränklichkeit vom l. Juni 1899 ab in den Ruhestand versetzt. Durch Allerhöchsten Erlaß vom 13 Mai(mitgeteilt durch Verfügung vom 5. Juni 1899 S. 4142) ward ihm anläßlich seines Ausscheidens aus dem Amte das allgemeine Ehrenzeichen verliehen und durch den Direktor überreicht. Zu seinem Amtsnachfolger wurde durch Verfügung vom 17. J uli 1899 S. 5041 vom 1. August 1899 ab der Vicefeldwebel im Infanterieregiment No. 166 Karl Steinbrecher, geb. zu Langensalza am 21. Juli 1868, ernannt.

Am 8. Mai unterzog Herr General-Superintendent Pfeiffer aus Cassel den evangelischen Religionsunterricht einer Revision.

Wegen der hier stattfindenden 24. Hauptversammlung des Vereins von Lehrern an höheren Schulen der Provinz Hessen-Nassau und des Fürstentums Waldeck fiel mit Genehmigung der vor- gesetzten Behörde am Dienstag, dem 9. Mai, nachmittags und am darauffolgenden Tage der Unterricht aus. Die Lehrer hatten die große Ehre und Freude, bei Gelegenheit der Versam n- lung ihre hohen Vorgesetzten, Seine Excellenz den Herrn Oberpräsidenten unserer Provinz, Staats- minister Grafen von Zedlitz-Trützschler, Herrn Geh. Regierungsrat Provinzialschulrat Dr. Lah- meyer und Herrn Provinzialschulrat Dr. Paehler in ihrer Mitte zu sehen.

Die Ferien dauerten zu Pfingsten vom 21. bis 24. Mai, im Sommer vom 2. bis 31. Juli, im Herbst vom 24. September bis 9. Oktober, Weihnachten vom 23. Dezember mittags bis zum 8. Januar einschließlich.

Am 18. Mai machten die Schüler der einzelnen Klassen unter Führung ihrer Lehrer Ausfüge und zwar die der Prima in den Odenwald, die der beiden Sekunden nach dem Niederwalde, die der Obertertia in den Taunus, die der Untertertia und Quarta in den Spessart, die der Quinta nach der Ronneburg, die der Sexta nach Hochstadt.

Einer der in dem vorigen Jahresbericht(8. 19) erwähntensieben Hanauer Gymnasiasten, die anläßlich des 100jährigen Geburtsfestes Schillers eine Sammlung zu Gunsten des Marbacher Schillervereins zum Zwecke der Erwerbung von Schillers Geburtshaus unter den deutschen Gym- nasiasten veranstalteten, Herr Pastor Calaminus zu Elberfeld, sandte am 20. Mai 1899 ein Dankesschreiben für den ihm übermittelten Jahresbericht. Er fügte bei die vergrößerte Wiedergabe eines alten Kollodiumbildes aus jener Zeit, das dieSieben Hanauer darstellt. Dieses Bild hat unter Glas und Rahmen einen Ehrenplatz in der Aula gefunden. Dem freund- lichen Geber sage ich auch an dieser Stelle für die willkommene Gabe und für die Segenswünsche für das Wohlergehen der Anstalt, mit denen er sie begleitet hat, namens des Gymnasiums aufrichtigen Dank.

Am 31. Juli, dem letzten Tage der Sommerferien, verlor die Anstalt durch den Tod einen braven, pflichtgetreuen und hoffnungsvollen Schüler, den Quartaner Karl Wachsmuth, einzigen Sohn des Herrn Fabrikanten Wilhelm Wachsmuth dahier. Er starb nach langen, schweren Leiden, die er mit großer Geduld ertrug, an einer krebsartigen Krankheit. Die Lehrer und Schüler der Anstalt gaben ihm am 2. August das letzte Geleite. Er ruhe in Frieden!

Den Anordnungen der vorgesetzten Behörde entsprechend wurde am 28. August, der 150 jährigen Wiederkehr des Tages, da Goethe das Licht der Welt erblickte, beim Unterricht in den einzelnen Klassen der gewaltigen Bedeutung unseres Dichterfürsten für die deutsche und die

Weltliteratur gebührend gedacht. 1