Jahrgang 
1899
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Herrn Provinzial-Schulrates Dr. Paehler statt. Alle 13 Abiturienten bestanden die Prüfung; 5 wurden von der mündlichen Prüfung gänzlich, die meisten anderen in der Mehrzahl der Fächer befreit.

Im Laufe des Winterhalbjahres wurden mit einzelnen Klassen nichtöftentliche Klassen- prüfungen abgehalten..

Der Gesundheitszustand war im verflossenen Schuljahr, bes. im Winter, nicht günstig. Viele Schüler mußten z. T. wegen längeren Krankseins dem Unterricht fern bleiben. Auch dureh Krank- heit und anderweite Behinderung der Lehrer war der Unterricht vielfach längere Zeit unterbrochen. Außer den oben erwähnten längeren Beurlaubungen des Professors Wackermann, Oberlelirers Dr. Müller und Oberlehrers Wenning mußten längere Zeit vertreten werden: Professor Wacker- mann wegen Krankheit an 24 Tagen, Professor Schaub aus dem gleichen Grunde an 16 Tagen, Oberlehrer Wenning an 20 Tagen, Oberlehrer Müller wegen schwerer Erkrankungen in seiner Familie an 7 Tagen.

Der Marbacher Schillerverein und die Hlanauer Gymnasiasten.

Eine gedruckte Einladung zur Teilnahme an einer am 10. November, dem Geburtstage Schillers, in seiner Geburtsstadt Marbach a. N. stattfindenden Schillerfeier, die für das hiesige Gym- nasium dem Unterzeichneten seitens des Vorsitzenden des Schiller-Vereins Marbach a. N., des Herrn Stadtschultheißen Haffner daselbst, zuging, gab Veranlassung, daß an diesem Tage die Lehrer und Schüler unserer Anstalt in der Aula sich versammelten und von dem Direktor auf die engen Be- ziehungen hingewiesen wurden, die unsere Anstalt mit jenem Verein verknüpfen. Da diese Be- ziehungen in der Chronik der Programme früherer Jahre keine Erwähnung gefunden haben, für die Geschichte des hiesigen Gymnasiums aber von Wichtigkeit und wohl auch für weitere Kreise von Interesse sind, so ist es dem Direktor eine liebe Pflicht, das früher Unterlassene hier nach- zuholen und zu dem Zwecke etwas eingehendere Mitteilungen zu machen. Diese sind zum Teil einem Briefe des Herrn Stadtschultheißen Haffner, zum Teil den von jenem zugesandten Druck- schriften, insbesondere auch einem Aufsatz in der Halbmonatsschrift Schwabenland(No. 3 u. ff. von 1897),Zur Geschichte des Schwäbischen Schillervereins von Eugen Palmer, entnommen. Dieser letztere teilt u. a. ungefüähr folgendes mit:

Bald nachdem Schiller fern der Schwäbischen Heimat am 9. Mai 1805 für immer die Augen geschlossen hatte, that sich eine Anzahl Marbacher Bürger mit andern Schillerverehrern zusammen, um dem Dichter in seiner Geburtsstadt Marbach ein Denkmal zu errichten. Die Mittel dazu waren schon im Jahre 1811 vorhanden, aber auf eine von außerhalb an sie herantretende An- regung hin entschlossen sich die Marbacher, die gesammelten Beträge den Hinterbliebenen des Dichters zuzuwenden. Den Bemühungen des Marbacher Gürtlermeisters Franke gelang es im folgenden Jahre(1812) durch protokollärische, vom Marbacher Oberamt vorgenommene Ver- Nehmung von 15 Personen, meist Zeitgenossen des Dichters, das Haus,worin der vor einigen Jahren in Weimar gestorbene, und von Marbach gebürtige Dichter Hofrat Friedrich von Schiller zur Welt gekommen, und das Zimmer, in dem er geboren wurde, zu ermitteln. Infolge einer

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