Jahrgang 
1893
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Die Pfingstferien dauerten vom 5.8. J uni, die Sommerferien vom 3. Juli bis zum 1. August, die Herbstferien vom 25. September bis zum 3. Oktober, die Weihnachtsferien vom Mittag des 23. Dezember bis zum 6. Januar einschliesslich.

Während der ersten Tage der Sommerferien machte eine Anzahl von Schülern der oberen Klassen unter der Leitung des wissenschaftlichen Hülfslehrers Ewoldt, indem sie die Fahrpreis- ermässigungen, welche die deutschen Bahnen bei Schülerausflfügen gewähren, benutzten, eine gemein- same Reise in die Vogesen. Sie fuhren am ersten Tage bis Kehl, wo sie übernachteten, besichtigten am zweiten Tage Strassburg, fuhren noch an demselben Tage weiter nach Oberehnheim, bestiegen von da den Odilienberg und gelangten am Abend bis Barr, wo das zweite Nachtquartier stattfand. Am folgenden Tag fuhren sie mit der Bahn nach Rappoltsweiler, bestiegen von da den Bressoir und blieben in Le bon homme(Poststation Dietoldshausen) über Nacht. Am folgenden Tage mar-. schierten sie auf der Höhe der Vogesen, den sog. Hautes Chaumes, der französischen Grenze entlang am weissen und schwarzen See vorbei nach der Schlucht und gelangten zu Fusse abends nach Münster. Von da fuhren sie noch an demselben Abend mit der Bahn bis Karlsruhe, reisten am folgenden Morgen bis Heidelberg, besahen Stadt und Schloss und kehrten am Abend dieses Tages hierher zurück. Alle Teilnehmer waren von der anregenden und schönen Reise, die mit verhältnis- mässig sehr geringen Ausgaben verknüpft war und vom schönsten Wetter begünstigt wurde, sehr zufriedengestellt. Insbesondere rühmen sie die freundliche Aufnahme, die sie überall fanden.

Am 30. Mai, am 15., 18., 19., 22. und 23. August fiel der Nachmittagsunterricht der drückenden Hitze halber aus.

Die schriftliche Reifeprüfung von 8 Nichtschülern, die der hiesigen Anstalt zugewiesen waren, fand vom 22. bis 26. August statt. Die mündliche Prüfung ward am 6. und 7. September unter dem Vorsitze des Herrn Geh. Rat Dr. Lahmeyer abgehalten.

Am 2. September wurde das Sedanfest von der Anstalt feierlich begangen. Vormittags 8 Uhr zogen die Lehrer und Schüler der Anstalt mit fliegenden Fahnen unter Vorantritt der Trommler des Gymnasiums und eines Musikkorps, begleitet von vielen Angehörigen der Schüler und Freunden der Anstalt hinaus auf den Exerzierplatz, dessen Benutzung zu diesem Zweck von der Militärbehörde freundlichst gestattet worden war. Nach Absingung des LiedesDeutschland über Alles wies der Direktor, indem er daran anknüpfte, dass diesmal das Fest gerade auf dem Schlachtfeld gefeiert werde, auf dem vor 79 Jahren Napoleon I. seinen letzten Sieg auf deutschem Boden erkämpft habe, auf die Bedeutung des Tages für unser Vaterland hin, das mit den Waffen zu verteidigen auch die anwesenden Schüler vielleicht dereinst berufen sein würden. Wenn deshalb die Schule es als einen hervorragenden Teil ihrer Aufgabe betrachte, ihre Schüler auch dafür vor- zubereiten und zu körperlich tüchtigen Männern auszubilden, so sei der heutige Tag vorzugsweise geeignet den Schülern Gelegenheit zu vieten auch von ihrer körperlichen Gewandtheit Zeugnis abzulegen. Zum Schlusse forderte er sie auf, jederzeit mit Herz und Hand treu einzustehen für Kaiser und Reich. Mit einem dreifachen Hoch auf Seine Majestät und der Absingung des Liedes Heil Dir im Siegerkranz endigte dieser Teil der Feier. Daran schloss sich ein Turnreigen mit Musik, der unter Leitung des Turnlehrers Störger in musterhafter Weise ausgeführt wurde. Nachdem hierauf der Sängerchor der Austalt unter Leitung des Gesanglehrers Oberlehrers Henkel durch eine Anzahl trefflich gesungener 4 stimmiger Lieder die Zuhörer erfreut hatte, fand ein Wettturnen sümmtlicher Klassen in Weitsprung, Hochsprung und Wettlauf statt, das mit einer