Jahrgang 
1893
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28. Cassel, den 5. November 1892. Die Bestrebungen der Gesellschaft für deutsche Erziehungs- und Schul- geschichte werden zur Förderung empfohlen. Gleichzeitig wird die Aufnahme von schulgeschichtlichen Arbeiten in die Jahresprogramme angeregt.

29. Cassel, den 12. November 1892, betr. die Einführung des 100 teiligen Thermometers im Gebrauch der Schule.

30. Cassel, den 23. November und den 2. Dezember 1892. Die Einführung der kurzgefassten englischen Grammatik von Deutschbein und die vorläufige Benutzung des ersten Teils des englischen Lesebuchs von Lüdecking werden genehmigt.

31. Cassel, den 13. Dezember 1892. Die Überschreitung der durch die neue Prüfungsordnung für die Reife- prüfung gestellten Forderungen wird untersagt.

32. Cassel, den 3. Januar 1893. Schüler, die während ihres Konfirmandenunterrichts vom Religionsunter- richt der Anstalt befreit gewesen sind, haben, wenn sie sich der Reifeprüfung oder der Abschlussprüfung unterziehen, trotzdem auch in diesem Fache den allgemeinen Anforderungen der Prüfungsordnung zu genügen.

33. Cassel, den 14. Januar 1893. Erläuterungen zu den Bestimmungen der Ordnung für die Reife- und Abschlussprüfungen.

34. Cassel, den 16. Januar 1893. Mitteilung eines Ministerialerlasses betr. die anrechnungsfähige Dienstzeit der ehemaligen nassauischen und hannöverischen Kollaboratoren und der ehemals kurhessischen Hülfslehrer.

35. Cassel, den 13. Februar 1893. Es wird genehmigt, dass für Sexta an Stelle einer ausfallenden Turnstunde bis zum Schlusse des Schuljahres eine lateinische Unterrichtsstunde zugefügt werde.

III. Chronik der Anstalt.

Das neue Schuljahr wurde Dienstag den 26. April, vormittags 7 Uhr mit Gesang, Bibel- lektion und Gebet eröffnet, woran sich die Vorlesung der Schulgesetze und die Verpflichtung der neu eintretenden Schüler anschloss. Die Prüfung derselben hatte tags vorher stattgefunden. Es wurden im ganzen 23 in die verschiedenen Klassen aufgenommen. Zu gleicher Zeit trat der Kan- didat des höheren Lehramts Dr. Altenburg zur Ableistung seines Probejahrs an der Anstalt ein.

Eduard Altenburg, geb. am 13. Mai 1867 zu Hersfeld, Sohn eines Gerbereibesitzers, evangelischer Kon- fession, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und wurde Ostern 1885 mit dem Zeugnis der Reife entlassen. Er bezog darauf die Universitäten Marburg, Leipzig und Berlin, promovierte in Marburg auf Grund der Dissertation observationes in Italici Iliadis Latinae et Silii Italici Punicorum dictionem, bestand vor der wissenschaftlichen Prü- fungskommission am 29. Februar 1891 das Examen in der klassischen Philologie, Geschichte und Geographie und wurde Ostern 1891 dem Königlichen Gymnasium zu Wiesbaden zur Ableistung des pädagogischen Seminarjahres, Ostern 1892 dem Königlichen Gymnasium zu Hanau zur Ableistung des Probejahrs überwiesen.

Schülerausffüge wurden gemacht von der Obertertia am 26. Mai nach dem Otzberg und nach Erbach, von der Obersekunda und Untertertia am 30. Mai nach dem Katzenbuckel, der Wolfs- schlucht und nach Neckarsteinach, von der Untersekunda am 2. Juni ebendahin sowie nach der Minneburg, von der Prima am 17. Juni nach Schloss Mespelbrunn im Spessart, von der Quarta am 11. August nach dem Hahnenkamm und von der Quinta am 12. August nach Gelnhausen.

Am 15. Juni, am 18. Oktober, am 9. März fanden in herkömmlicher Weise Feierlichkeiten zum Gedächtnis der hochseligen Kaiser Wilhelm I. und Friedrich III. statt. Desgleichen wird eine solche am 22. März, dem Geburtstag weiland Se. Majestät Kaiser Wilhelms I. abgehalten.