Jahrgang 
1893
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Verteilung von Preisen endigte. Die beiden ersten Sieger wurden ausserdem mit Eichenlaub bekränzt. Nachdem zum SchlusseDie Wacht am Rhein gesungen war, wurde um die Mittags- stunde der Rückmarsch von dem wohlgelungenen Feste nach der Stadt angetreten.

Sonntag den 4. September, vormittags 8 Uhr nahm die Anstalt in gewohnter Weise an dem vom hiesigen Kriegerverein veranlassten Zug nach dem Friedhofe und der Feier an den Gräbern der deutschen und französischen Krieger teil, die in unserer Stadt in dem Jahre 1870/71 ihren Wunden erlegen sind und dort ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Mit dem Schlusse des Sommerhalbjahrs verliessen der katholische Religionslehrer Kaplan Rhiel, nachdem er sieben Jahre lang an unserer Austalt thätig gewesen war, und der wissen- schaftliche Hülfslehrer Albert Schmitt unsere Anstalt, ersterer um als Kuratus an die Rettungs- anstalt zu Sannerz überzugehen, letzterer um sich an der Centralturnanstalt zu Berlin als Turn- lehrer auszubilden. Zu gleicher Zeit schied der Kandidat Schaatf nach Ableistung seines Probe- jahrs aus der Anstalt. Der Direktor sprach am Schlusse des Semesters allen Dreien für ihre erfolgreiche Arbeit an der Anstalt den gebührenden Dank aus.

Mit dem Wintersemester, das am 11. Oktober seinen Anfang nahm, begannen der wissenschaftliche Hülfslehrer Ernst Hirschfeld, der katholische Religionslehrer Robert Schlenke und der Akademielehrer Etienne Simon Jassoy, letzterer zur Erteilung des Zeichenunterrichts in den beiden Tertien, an der Anstalt ihre Thätigkeit. Gleichzeitig trat der Kandidat des höheren Lehramts Rudolf Homburg, welcher der Anstalt zur Ableistung des Probe- jahrs überwiesen war, an der Anstalt ein. Auch der unbesoldete wissenschaftliche Hülfslehrer Dr. Anacker, der für ein Jahr zur Ableistung seiner militärischen Dienstzeit beurlaubt gewesen war, nahm seine Thätigkeit wieder auf.

Ernst Hirschfeld, geb. am 5. August 1860 zu Schenklengsfeld, Kreis Hersfeld, Sohn des Amtsgerichts- rats Hirschfeld, evangelischer Konfession, besuchte die Gymnasien zu Cassel und Arnsberg, wo er Herbst 1879 das Zeugnis der Reife erhielt. Er studierte auf der Universität zu Marburg bis Sommer 1884 und bestand im Sommer 1885 daselbst die Prüfung pro facultate docendi in der klassischen Philologie, im Deutschen und in der alten Geschichte. Von Herbst 1885 bis Herbst 1886 genügte er in Cassel seiner Militärpflicht, wurde dann dem Gymnasium zu Corbach zur Ableistung seines pädagogischen Probejahres zugewiesen; er war dann 2 ½ Jahre am städtischen Gymnasium zu Frankfurt a. M. beschäftigt; Michaelis 1892 ward ihm eine Hülfslehrerstelle am Gymnasium zu Hanau übertragen.

Robert Schlenke, Sohn des verstorbenen Privatiers Friedrich Schlenke, wurde am 2. Januar 1866 zu Volkmarsen im Kreise Wolfhagen geboren. Nach vorangegangener Privatvorbereitung war er seit Ostern 1880 Schüler des Gymnasiums zu Warburg, bestand daselbst Ostern 1887 die Reifeprüfung, genügte 1887/88 seiner Militärpflicht zu Cassel(3. Hess. Inf.-Regt. 83) und war von da ab Alumnus des Priesterseminars zu Fulda. Am 19. Dezember 1891 ward er zum Priester geweiht und war vom 1. Januar 1892 an zu Grossenlüder als Kaplan thätig. Von 1. Oktober 1892 an ward er in gleicher Eigenschaft nach Hanau versetzt und übernahm mit Beginn des Wintersemesters kommissarisch den kath. Religionsunterricht am Gymnasium.

Etienne Simon Jassoy, geb. am 31. August 1828 zu Hanau, seit dem Jahre 1869 als Lehrer an hiesige Königl. Zeichenakademie berufen, im Jahre 1888 zum 1. Lehrer derselben Anstalt ernannt, ward seit Oktobter 1892 mit der Erteilung vom Unterricht im Zeichnen am Königl. Gymnasium betraut.

Georg Siegmund Rudolf Homburg, geboren zu Karlshafen a. d. Weser am 28. Dezember 1865 als Sohn eines Stationsvorstehers, besuchte das Realprogymnasinm bis Obersekunda, trat dann auf das Gymnasium zu Hersfeld über und absolvierte dasselbe Herbst 1887. Er studierte zu Marburg Theologie und Philologie, bestand das theo- logische Staatsexamen am 26. November 1890, das Tentamen für Kandidaten des geistlichen Amtes am 13. und 14. De- zember 1890. Am 3. Juli 1891 unterzog er sich vor der wissenschaftlichen Prüfungs-Kommission zu Marburg dem Examen pro fac. doc. in der Religionswissenschaft, dem Hebräischen und der klassischen Philologie und bestand vom 23. 29. November 1891 vor Königlichem Konsistorium zu Cassel das Examen pro ministerio. Von Herbst 1891 bis

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