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dem er die Universitäten München. Berlin, Freiburg. Würzburg, Bonn. Münster und Marburg besucht und am 13. Juni 1890 das Examen in der klassischen Philologie, im Deutschen und in der Religion vor der wissenschaftlichen Prü- fungskommission zu Marburg bestanden hatte, wurde er im Herbste 1890 dem Königlichen Gymnasium zu Marburg zur Ableistung des pädagogischen Seminarjahres, zur Ableistung des Probejahres Herbst 1891 dem Königl. Gymnasium zu Hanau überwiesen.
Sonntag den 8. November nahmen Lehrer und Schüler evangelischen Bekenntnisses an der gemeinschaftlichen Feier des heiligen Abendmahles in der Marienkirche teil.
Im Laufe der Monate November, Dezember, Januar und Februar fanden wiederholt Fach- konferenzen zur Beratung der neuen Lehrpläne statt.
Am 16., 17. und 18. Dezember unterzog der Herr Geheime Regierungs- und Provinzial- Schulrat Dr. Lahmeyer die Anstalt, ihre Einrichtungen und Sammlungen einer eingehenden Besichtigung.
Am 27. Januar wurde das Allerhöchste Geburtsfest Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II. in der Aula festlich begangen. Die Festrede hielt Oberlehrer Wagenknecht über die Erwerbung der Souveränität im Herzogtum Preussen durch den grossen Kurfürsten.
Klassenprüfungen wurden abgehalten am 30. Januar mit der Klasse Untertertia, am 6. Februar mit Untersekunda, am 12. Februar mit Obersekunda, am 18. Februar mit Prima, am 19. Februar mit Obertertia.
Am 8. Februar ward im Auftrage Sr. Königlichen Hoheit des Grossherzogs von Hessen dem Oberprimaner und Abiturienten Friedrich Wagner durch den Herrn Kreisrat des Kreises Offenbach Haas die hessische Rettungsmedaille am Band vor der Klasse Prima mit e’ner Ansprache überreicht. Friedrich Wagner hatte am Abend des 19. Dezember bei einer Kälte von sechs Grad den Fahrknecht Müller aus Grosssteinheim, der mit seinem Wagen und zwei Pferden von dem abschüssigen Ufer herab in den Main geraten war mit eigener Lebensgefahr und nachdem ein Rettungsversuch misslungen war, beim zweiten Versuch von dem Tode des Ertrinkens gerettet. während die beiden Pferde in den Fluten umkamen. Am 9. Februar nahm der Direktor Gelegenheit, die versammelten Schüler der Anstalt mit einer Ansprache von der erfolgten Aus- zeichnung ihres wackeren Mitschülers in Kenntnis zu setzen. Diesem ward am 13. Februar die Ehre zu teil, Sr. Königlichen Hoheit dem Grossherzog persönlich seinen Dank für die verliehene Auszeichnung abstatten zu dürfen.
Der schriftliche Teil der Reifeprüfung, der sich 9 Primaner unterzogen, fand vom 22. bis zum 25. Februar statt.(Uber die mündliche Prüfung s. IV. E.).—
Der Gesundheitszustand der Lehrer und Schüler war im allgemeinen weniger befriedigend als im Vorjahr.
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IV. Statistische Ubersicht.
A. Bestand des Lehrerkollens am Schlusse des Jahres.
a) Der Direktor: Dr. Philipp Braun. b) 4 Oberlehrer: 1. Joh. Baptist Ricker, 2. Dr. Otto Wackermann, 3. Hermann Schaub, 4. Adolf Wagenknecht.
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