Jahrgang 
1891
Einzelbild herunterladen

16

Flüssigmachung der für den Neubau einer Turnhalle nötigen Mittel auch für den nächsten Staatshaushaltsetat nicht hat in Aussicht genommen werden können.

18) Verf. K. Prov.-Schulk. 20. Dezember 1890. S. 6344. Vorschläge zum früheren Beginn bezw. der Ver- kürzung des Nachmittagsunterrichts zur Zeit der kurzen Tage, wodurch den Schülern anch an den nichtschulfreien Nachmittagen Gelegenheit zum Schlittschuhlaufen gegeben wird, werden genehmigt.

19) Verf. K. Prov.-Schulk. 30. Dez. S. 6480. Mitteilung eines linisterialerlasses, wonach der lateinischè Aufsatz und die i'bersetzung in das Griechische bei der Versetzung in die Prima schon für den nächsten Reife- Prüfungs- bezw. Versetzungstermin allgemein in Wegfall kommen.

20) Verf. K. Prov.-Schulk. 30. Dezember 1890, S. 6412. Die evangelischen Choräle sind fortan nach der Form einzuüben und zu gebrauchen, welche in dem vom Kgl. Konsistorium zu Cassel herausgegebenen Choralbuch und Melodienbuch angegeben ist.

21) Verf. K. Prov.-Schulk. S. Janunar 1891, S. 88. Mitteilung eines Ministerialerlasses, betr. die Zulässig- keit der nachträglichen Prüfung im Hebräischen für ehemalige Abiturienten der Anstalt an derselben innerhalb einer bestimmten Frist.

22) Verf. K. Prov.-Schulk. 13. Jannar 1891, S. 91, betr. die Ausgaben, welche von der Anstalt zu leisten sind für Invaliditäts- und Altersversicherung solcher Arbeiter, die an der Anstalt kontraktlich beschäftigt sind.

23) Verf. K. Prov.-Schulk. 7. Februar 1891, S. 363. Genehmigung des Entlassungsgesuchs des seitherigen Rechnungsffihrers der Anstalt, des Rechnungsrates Küch unter dankender Anerkennung seiner langjährigen treuen Leistungen und Übertragung des von ihm verwalteten Amtes vom 1. April d. J. an auf den Gymnasiallehrer Henkel. Gleichzeitig wird der Direktor beauftragt, die Geschäfte des Kurators der Kasse fortan in vollem Umfange wahrzu- nehmen. 3

24) Verf. K. Prov.-Schulk. 28. Januar 1891, S. 52. Anweisung für die Behandlung der äusseren Dienstge- schäfte seitens des Direktors, insbesondere der Verwaltung des Archivs und der Führung der Inventarien.

Ausser diesen Verfügungen der vorgesetzten Behörden ist besonders zu erwähnen eine Mitteilung Sr. Magni- ficenz des Herru Rektors der Universität Marburg, nach welcher Stipendien und Honorarerlass an der Universität Marburg nur solchen Bewerbern zu teil werden können, die durch ihr Reifezeugnis oder durch eine Prüfung, wie die- selbe vor Eintritt in die Stipendiaten-Anstalt gefordert wird, als besonders begabt sich ausgewiesen haben. Ausdrücklich wird um Kenntnisgabe an die Abiturienten gebeten, damit dieselben vor Enttäuschungen bewahrt bleiben.

III. Chronik der Anstalt.

Zu den vorjährigen Mitteilungen sei noch nachträglich erwähnt, dass am 26. März 1890, wenige Tage vor Schluss des Schuljahres, in der Aula eine wohlgelungene musikalisch-deklamatorische Aufführung von Sophokles Antigone stattfand, deren Chöre und melische Partien vom G ymnasiallehrer Henkel in Musik gesetzt waren und zwar in strenger Innehaltung der Rhythmik und unter Zugrunde- legung des Originaltextes. Der Dialog wurde von einzelnen Mitgliedern des Lehrerkollegiums deutsch gelesen, die einstimmigen Chöre von Schülern der Oberklassen griechisch gesungen, während die übrigen gesanglichen Partien von den Oberlehrern Dr. Wackermann und Schau b übernommen worden waren. Die Komposition und ihre Aufführung machte auf die Zuhörer einen tiefen Ein- druck und wurde von einem Freunde der Anstalt in der Presse sehr günstig besprochen. Zur be- sonderen Freude gereichte es uns, den Direktor und die Kollegen des Kaiser-Friedrichs-Gymnasium zu Frankfurt beinahe vollzählig bei Gelegenheit dieser Aufführung hier begrüssen zu können.