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Mit dem Schlusse des Wintersemesters schieden ausser dem im vorjährigen Programm schon nach dieser Richtung hin erwähnten Pfarrer Zimmermann auch die wissenschaftlichen Hülfslehrer Heinrich Becker, Albert Marxhausen und Karl Eichenberg aus. Der erste Wurde vorübergehend am Realgymnasium zu Wiesbaden beschäftigt und pald in eine ordentliche Lehrerstelle am Gymnasium zu Montabaur berufen, Marxhausen ging an das Kaiser-Friedrichs- Gymnasium zu Frankfurt über, und Eichenberg übernahm eine Stelle an dem Erziehungsinstitute des Dr. Kühne in Godesberg. Allen dreien sei hier nochmals für ihre eifrige und erfolgreiche Thätigkeit und ihre jederzeit bereitwillige IHülfeleistung namens der Anstalt der gebührende Dank gesagt. 1
Die Eröffnung des neuen Schuljahrs fand am 14. April nachmittags statt, nachdem am Vormittag die neuaufzunehmenden Schüler geprüft worden waren. Es wurden deren 38 in die verschiedenen Klassen aufgenommen(zwei davon nachträglich). Gleichzeitig hiess der Direktor die neu der Anstalt zugewiesenen Lehrer, nämlich Oberlehrer Adolf Wagenknecht*) und die wissenschaftlichen Hülfslehrer Gust. Wiegand**) und Ferd. Spohr***) willkommen und führte sie feierlich in ihr Amt ein.—
Am 22. Mai unterzog Herr Provinzial-Schulrat Geh. Reg.-Rat Dr. Lahmeyer die An- stalt einer Besichtigung und wohnte in sämtlichen Klassen dem Unterricht bei.
)ie Pfingstferien dauerten vom 24. bis 28. Mai.
Sonnabend den 31. Mai fand die feierliche Vereidigung des zum ordentlichen Lehrer er- nannten Kollegen G. Wiegand statt.
Am 15. Juni, als am Todestage weiland Sr. Majestät Kaiser Friedrich III., fand eine weier zum Gedächtnisse desselben statt. desgleichen am 18. Oktober, seinem Geburtstage.
*) Adolf Wagenknecht. Sohn des verstorbenen evangelischen Lehrers Wagenknecht, wurde am 12. No- vember 1845 zu Hahnstätten(Unterlahnkreis) geboren. Vom Oktober 1859 an besuchte er das Realgymnasium zu Wiesbaden und verliess dasselbe Ostern 1863 mit dem Zeugnis der Reife. Nachdem er auf den Universitäten München, Giessen, Heidelberg sich dem Studium der Mathematik und Naturwissenschaften gewidmet htte, bestand er am 4. März 1868 das Examen pro fac. doc. vor der wissenschaftlichen Prüfungskommission zu Bonn, trat am 1. April 1868 zu Weilburg als Einjährig-Freiwilliger ein und wurde am 8. Juni desselben Jahres dem dortigen Gymnasium zur Ableistung seines Probejahres überwiesen. Im Herbst 1869 wurde er als Hülfslehrer am Realprogymnasium zu Schmalkalden angestellt, trat mit Ausbruch des französischen Kriegs in die Armee ein, kehrte in Folge einer Verwundung erst im Oktober 1871 nach Schmalkalden zurück, wurde am 1. April 1872 zum ordentlichen Lehrer der Anstalt er- nannt und verblieb daselbst bis zu seiner Versetzung nach Hanau.
r) Gustav Wiegand, geb. am 5. August 1856 zu Idstein, Sohn des verstorbenen Gastwirts Wiegand, evangelischer Konfession, besuchte das Gymnasium zu Weilburg und wurde Herbst 1875 mit dem Zeugnis der Reife entlassen. Nachdem er die Universitäten zu Leipzig, Berlin und Marburg besucht und am 22. Juni 1883 das Examen im Dentschen, in der Geschichte, Geographie und klassischen Philologie vor der wissenschaftlichen Prüfungskommission zu Marburg bestanden hatte, wurde er zur Ableistung des Probejahres dem Realgymnasium zu Wiesbaden überwiesen, wo er auch mit Ausnahme des Sommers 1885(Vertretung des erkrankten Oberlehrers Dr. Wolff zu Hanau) bis Ostern 1890 als Hülfslehrer beschüftigt war. 1
*rr) Heinrich Wilhelm Ferdinand Spohr, geb. am 11. Fepruar 1858 zu Rinteln a. W., besuchte das Gymnasium zu Cassel bis zum Jahre 1879, studierte Philologie und Geschichte zu Leipzig, Marburg und Rostock und bestand im Jahre 1886 das Staatsexamen auf der Universität Marburg. Er legte von Ostern 1886 bis Ostern 1887 sein Probejahr an dem Königl. Wilhelmsgymnasium zu Cassel ab, war dann an den Realprogymnasien zu Ober- lahnstein und zu Marburg als Hülfslehrer beschäftigt und wurde zu Ostern 1890 als wissenschaftlicher Hülfslehrer an das Königl. Gymnasium zu Hanau versetzt. Im Januar 1890 hatte er sich zu Erlangen die philosophische Doktor- Würde mit der Dissertation„Die Präpositionen bei M. Aurelius Antonin“ erworben.
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