Jahrgang 
1837
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deutſchen Schrift. Dieſe Übung darf ebenfalls nicht übereilt werden, und erſt dann, wenn der Schüler ſie mit vollkommener Regelmäßigkeit und Schönheit ausführt, darf er

Ill. Buchſtaben in Verbindung zu⸗ Sylben und kleinen Wörtern, nach dem Stufengange der eingeführten Vorlegeblätter des Lehrers, welche wegen ihrer Einfachheit zweckmäßig ſein dürften, nach⸗ ſchreiben. Nach Erlangung einer gewiſſen Fertigkeit in dieſen Ubungen, wird

IV. der Fortübung des Erlernten und zwar der Currentſchrift die meiſte Zeit gewidmet. Hierbei ſieht der Lehrer ſtreng auf Gleichheit der Buchſtaben hinſichtlich ihrer Größe, Stärke und Lage, und nimmt ſollte bei einem Schüler durch übereiltes und nachläſſiges Schreiben außer dem Schreibun⸗ terrichte Manches des Erlernten wieder verloren gegangen ſein immer wieder die erſten Übungen vor.

Außerdem muß der Schreiblehrer die Mitwirkung der uͤbrigen Lehrer in ſofern in Anſpruch nehmen, als dieſe bei den ihnen zur Correctur kommenden ſchriftlichen Arbeiten nicht nur mit aller Strenge auf Schönheit und Reinlichkeit ſehen, ſondern auch ſo viel als möglich das allzuſchnelle und zu viele Schrei⸗ ben der Schüler verhüten werden.

8. Geſang.

Der Geſangunterricht im hieſigen Gymnaſium beginnt mit dem Eintritte des Schuͤlers in die Schule. Die Zöglinge werden für dieſen Unterrichtsgegenſtand in drei Abtheilungen getheilt, und die Unterrichts⸗ weiſe nimmt folgenden Stufengang:

In der dritten Abtheilung wird bei zwei Stunden wöchentlichen Unterrichts mit den Elementen des Singens der Anfang gemacht. Dieſer Elementarunterricht beginnt mit den Vorübungen der Melodik. Die Knaben werden hier erſtlich in dem Unterſcheiden und Aufzählen der Töne und in der Angabe der Höhe und Tiefe derſelben geübt; nachher folgen Stimmübungen, die vom Nachſingen vorgeſpielter und vorgeſungener einzelnen Töne ausgehen und bis zu der Tonreihe einer Oktave fortſchreiten. Solche Ubungen ſollen zur Ausbildung der Gehör- und Stimmwerkzeuge und zur Erweckung des Tonſinnes dienen, und Empfänglichkeit für Melodie und Rhythmus einflößen. Auf dieſe Vorübungen folgen, nach vorgängiger Unterweiſung in den Tonzeichen, die erſten fortſchreitenden Ubungen in der Melodik und Rhythmik ſelber. Die Übungen in der Melodik zerfallen in Stimmübungen, Gehör⸗ und No⸗ tirübungen. Der Zweck der Stimmübung iſt: Bildung der Stimme durch hörbares Darſtellen des in No⸗ ten Gegebenen; der Gehör⸗ und Notirübungen: Bildung des Gehörs, der Auffaſſungskraft, des muſikali⸗ ſchen Gedächtniſſes durch ſchriftliches Darſtellen des vom Lehrer Vorgeſpielten und Vorgeſungenen. Solche Gehör⸗ und Notirübungen werden durch alle drei Abtheilungen fortgeſetzt. Die rhythmiſchen Ubungen dienen zur Erweckung des Taktgefühls und zur Befeſtigung des Takthaltens. Dieſe melodiſchen und rhythmiſchen Ubungen, die anfangs geſondert, dann verbunden vorzunehmen ſind, wer⸗ den ſo lange fortgeſetzt, bis die Schüler dieſer Abtheilung befähigt ſind, eine in der Tonhöhe und Ton⸗ reihe von C bis E ſich bewegende, und aus ganzen, halben und Viertelnoten und Pauſen beſtehende Übung ein Lied oder einen Choral melodiſch und rhythmiſch, ohne vorherige Einübung richtig und mit einigem Ausdrucke abzuſingen.

Die Geſangſtücke, die hier vorgetragen werden, ſind leichte einſtimmige Lieder aus den Schulliedern von Erk, und leichte einſtimmige Choralmelodien.