Jahrgang 
1837
Einzelbild herunterladen

6m

lich erlernt, als dies eine tüchtige Vorbereitung auf das akademiſche Studium erheiſcht, und 2) daß er in einer ſteien Uberſicht des Erlernten erhalten wird. Die ſicherſten Mittel, um dieſen For⸗ derungen zu genügen, ſind aller Erfahrung zufolge: a) eine geſchickte Verbindung der univerſalhiſtoriſchen und ethnographiſchen Methode im Vortrage der Geſchichte, b) das Anfertigen von chronologiſchen und ſynchroniſtiſchen Zeittafeln durch die Schüler, und e) eine mit denſelben theils mundlich, theils durch ſchrift⸗ liche Aufgaben anzuſtellende, fleißige Wiederholung des früher Abgehandelten, worüber Niemeyer in ſei⸗ nen Grundſätzen der Erziehung und des Unterrichts, Th. 2. S. 245 ff. viel Beherzigungswerthes mitge⸗ ilt hat. ſait in. der Methode des Vortrags kommt aber bei dem großen Umfange der Geſchichte auch eine zweck⸗ mäßige Vertheilung ihres Stoffs nach den verſchiedenen Altersclaſſen der Lernenden und ihrem davon abhängenden Auffaſſungsvermögen in Betracht, weil das Gelingen dieſes Unterrichtszweigs, gleich allen übrigen, von einem ſtufenweiſen Fortſchreiten abhängt. Am natürlichſten erſcheint die Bezeichnung eines ſolchen Stufengangs, wenn man den geſammten hiſtoriſchen Unterricht in zwei Curſus zerfallen läßt: a) in einen vorbereitenden, und b) in einen zuſammenhängenden Unterricht. Erſterer hat die Aufgabe, zunächſt das Intereſſe des Kindes für Geſchichte anzuregen und zu beleben. In dieſem Curſus muß daher das Biographiſche vorherrſchen, weil der kindliche Geiſt für individualiſirte Erzählungen am empfänglichſten iſt und die lebendigen Bilder, welche ihm dieſe vor Augen ſtellen, ſeine Theilnahme ganz vorzüglich in Anſpruch nehmen. Als Haltpunkte, woran ſich das Factiſche des künftig ſich erweiternden Geſchichtsunterrichts leichter und feſter anknüpft, ſind auf dieſer Unterrichtsſtufe nur Hauptperſonen, Haupt⸗ begebenheiten und Hauptjahrzahlen dem Gedächtniſſe einzuprägen. Der andere Curſus hat die Beſtim⸗ mung, daß die Geſchichte im Zuſammenhange, unter fleißiger Einübung des Chronologiſchen, Synchroni⸗ ſtiſchen und Chorographiſchen, nach der weiter unten bemerkten Vertheilung ihres Stoffs vorgetragen werde. In einer Lehranſtalt, welche wie die unſrige in ſechs Claſſen abgetheilt iſt, erſtreckt ſich der vorbe⸗ reitende Unterricht auf die drei unteren, der zuſammenhängende auf die drei oberen Claſſen. Erſterer beginnt a) in der ſechſten Claſſe mit der bibliſchen Geſchichte und beſchränkt ſich allein auf dieſe, weil ſich die⸗ ſelbe als Anfangspunct der ganzen Menſchengeſchichte, noch mehr aber wegen ihrer Einfachheit in der Darſtellung für dieſes Alter beſonders eignet. Der Geſchichtsunterricht fällt demnach mit dem erſten Religionsunterricht in dieſer Claſſe zuſammen.

In den beiden folgenden Ordnungen dagegen werden die Gegenſtände der Erzählung aus der Profangeſchichte entlehnt. Es bleibt jedoch

b) in der fünften Claſſe der Unterricht ausſchließlich auf die alte Geſchichte, und zwar zunächſt auf die Geſchichte derjenigen Völker beſchränkt, welche, als vorherrſchende in geiſtiger und politiſcher Hinſicht, in der alten Welt auf den Gang der Weltbegebenheiten am meiſten eingewirkt haben, wie die Griechen und Römer.

c) In der vierten Caaſſe erweitert ſich der Kreis der Erzählung, indem, außer der alten Geſchichte in einem etwas größeren Umfange, auch die mittlere und neuere, und in beiden letzteren vorzugsweiſe die Geſchichte der Deutſchen, als desjenigen Volks, welches für uns ein näheres und tiefergehendes Intereſſe hat, den Stoff dazu hergibt. Auch kann der Lehrer hier nun die erſten Verſuche mit dem ſynchroniſtiſchen Studium anſtellen, indem er die Schuͤler nach den bereits erlernten Jahrzahlen die gleichzeitigen Begebenheiten zuſammenſtellen und als ſolche dem Gedächtniß einprägen läßt.