1) nicht uͤber die Grenze der Schule hinausgeruckt werden. Und das würde geſchehen, wenn man glauben wollte: es komme hier ſchon mehr darauf an, den Schüler mit den allgemeinen Reſul⸗ taten der Geſchichte, welche erſt ein tiefes und gründliches Studium derſelben liefert, als mit den hiſtori⸗ ſchen Begebenheiten bekannt zu machen und letztere ihm recht feſt einzuprägen. Ohne das Material oder den Stoff der Geſchichte gründlich aufgefaßt zu haben, würde der Schuͤler jene höheren Anſichten, die aus einem Philoſophiren über die Geſchichte gewonnen werden, weder verſtehen noch gehörig zu wuͤrdigen wiſſen. Billig bleiben daher ſolche philoſophiſche Raiſonnements mehr dem akademiſchen Unterrichte über⸗ laſſen, während dagegen das Erlernen der Geſchichte oder die Bekanntmachung des Schülers mit den hiſtoriſchen Thatſachen als eigentliche Aufgabe der Schule angeſehen und betrieben wird. Es ſoll aber hiermit keineswegs geſagt werden, daß die pragmatiſche Behandlung der Geſchichte in Schulen ganz zu vernachläſſigen ſei(denn das hieße der Geſchichte allen Geiſt benehmen und ſie zu einem todten Buchſta⸗ benwerk machen), ſondern nur ſoviel daß dieſe Vortragsweiſe durch ein gründliches Auffaſſen der hiſtori⸗ ſchen Ereigniſſe vorbereitet und davon abhängig gemacht werden müſſe. Denn nur erſt dann, wenn der Schuͤler Herr des hiſtoriſchen Stoffs geworden iſt, wird er im Stande ſeyn, entweder durch Combination ſich ſelbſt Reſultate zu ziehen, oder die ihm mitzutheilenden Belehrungen über Cauſalzuſammenhang der Begebenheiten ganz zu verſtehen. Und das iſt es eben, was erzielt werden muß: daß dergleichen Reflerio⸗ nen aus dem Verſtande des Schülers ſelbſt, ſowie dieſer ſich mit der Erweiterung und Begründung ſeiner Kenntniſſe immer mehr entwickelt, hervorgehen oder wenigſtens mit dem Verſtande aufgefaßt, nicht daß ſie ihm als etwas Fremdartiges oder Bodenloſes, und daher zur Zeit noch Unverdauliches aufgedrungen werden.— Man darf aber auch
Jahrgang
1837
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