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Deutsch: Mensing, Deutsche Sprachlehre, Ehlermann, Dresden.(Für alle Klassen d. Gymnas. und d. Realschule.)
Französ.: Strohmeyer, Franz. Unterrichtswerk. 1. Einheitsausg. B f. Preußen. Franz. als 1. Fremdspr. Elementarb. für VI—IV der Realschule. 2. Einheitsausg. A für Preußen. Franz. als 2. Fremdspr. Grundbuch u. Lese- buch für IV— UIIl des Gymnasiums. 3. Grundzüge der französischen Grammatik. Teubner, Leipzig.
Englisch: Riemann-Edkermann, Engl. Unterrichtswerk. Einheitsausg. A für Preußen.
Grundbuch und Lesebuch. Teubner, Leipzig.(UIII der Realschule.)
c) Besondere Einrichtungen sind das Schulorchester, die Vorturner-Riegen, Stenographen- Kursus, Zeichenausstellung, Schauturnen und Musikaufführungen.
7. Chronik der Anstalt.
Das Schuljahr begann am 13. April, der eigentliche Unterricht mit Eröffnungsfeier und Ein- führung der neuaufgenommenen Schüler am folgenden Tage.
Am 20. und 21. April fand seitens des zuständigen Dezernenten, Herrn Oberschulrat Dr. Grau, eine eingehende Revision unserer Anstalt statt. In einer sich anschließenden allgemeinen Kon- ferenz nahm er Gelegenheit, seine Eindrücke mitzuteilen und verschiedene Wünsche über die Gestal- tung des Unterrichts nach den neuen Richtlinien zu äußern.— Er wiederholte seinen Besuch am 12. Februar 1927.
Die Reifeprüfung im Turnen und zwar in den volksfümlichen Uebungen und im Spiel fand am 22. Sept. auf dem Sportplatz am Güterbahnhof statt, im Geräteturnen am 25. Febr. in der Halle. Die schriftfliche Prüfung wurde in den Tagen vom 7.—10. Febr., die mündliche am 24. u. 25. März abgehalten, diese unter dem Vorsitz des Herrn Dezernenten.(S. 4 e, 1). Die Schlußprüfungen in der Realschule fanden am 18. September, bezw. 16. Oktr. 1926 und am 22. März 1 927 statt.(S. 4 e, 2).
Der von dem V. D. A. am 22. Mai veranstalteten Fahrt nach Hirschberg schlossen sich unter der Obhut von St. R. König und St. A. Weihl eine größere Anzahl Schüler an. Sie beteiligten sich an den Versammlungen, Wettkämpfen und Festveranstaltungen und machten an mehreren Tagen Ausflüge in dos Riesengebirge. Vor der Heimfahrt wurde Dresden besucht und das Elbsandsteingebirge durchwandert.
In der Woche vom 26. Juni bis 4. Juli wohnten eine Anzahl Primaner unter Führung des St. R. Kasper den Weimarer Schillerfestspielen bei, nachdem sie unterwegs Eisenach und die Wartburg besichtigt hatten. Von allen den Stätten, die wir als nationale Heiligtümer verehren, von allen den künstlerischen Darbietungen der Festwoche nahmen sie unvergebliche Eindrücke mit. Auch Jena mit seiner Universität und den Zeißwerken wurde ein Besuch abgestattet.
Am 11. August versammelte sich die Schulgemeinde in der Turnhalle, um, wie alljährlich, die Verfassungsfeier zu begehen. Redner war St. R. Brenken, der ausführlich darlegte, in wel- cher Weise unsere Verfassung durch den Verseiller Friedensverftrag nachteilig beeinflußt wird.— Die Pestalozzifeier wurde ebenfalls durch einen besonderen Festakt begangen. Der Redner, O. Sch. L. Prahl, ging des näheren auf das Leben und Wirken des großen Pädagogen ein.— Der 100. Wiederkehr des Todestages von Beethoven wurde in würdigster Weise durch eine musikalische Dar- bietung im Kurhaus gedacht.—
Die am 8. April nachmittags abgehaltene Schlußfeier brachte Vorträge und Darbietungen des Chors, eine Abschiedsrede des Direktors an die abgehenden Schöler, deren Erwiderung durch den Abiturienten Kasper sowie die Verleihung der Hammelmannprämie. Durch diese Feier, die auch von Angehörigen der Schüler stark besucht war, fand das Schuljahr 1926/27 seinen würdigen, stimmungs- vollen Abschluss. Unmittelbar nach der Schlußfeier und am folgenden Samstag nachmiftag nahmen sehr viele der erschienenen Eltern und Freunde der Schule die im Zeichensaal ausgestellten Zeich- nungen in Augenschein.
An musikalischen Aufführungen waren einschließlich der oben erwähnten Beethovenfeier in diesem Schuljahr drei zu verzeichnen, die sich sämtlich regsten Besuches erfreuten und von dem hohen Stand der Musikpflege an unserer Anstalt Zeugnis ablegten. Unter ihnen verdient besonders die zweite hervorgehoben zu werden, die insofern aus dem Rahmen der bisherigen Darbietungen her- austrat, als sie sich die hohe Aufgabe gestellt hatte, die Sophokleische Anfigone in der Mendelssohn- schen Vertonung zu Gehör zu bringen. Die großen Schwierigkeiten, die die Wiedergabe einer antiken Tragödie unserem Verständnis entgegensetszt und die der Direktor der Anstalt in einleitenden Worten näher bezeichnete wurden, von dem Orchester unfer der bewährten Führung von


