Jahrgang 
1927
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Die für den Musikunterricht in den oberen Klassen von IV g. u. r. bis Ig. wöchentlich zur Verfügung stehenden vier Unterrichtsstunden wurden teils für den Klassenunterricht, teils für den Chorgesang in einer möglichst den Richtlinien entsprechenden Weise verwandt. Auf allen Stufen wurde angestrebt, die Schüler zum bewußten, selbständigen und schönen Singen der einzuübenden geist- lichen und weltlichen Lieder anzuleiten. Dementsprechend wurde den Atmungs-, Ton- und Laut- bildungsübungen, den Treffübungen sowie den rhythmischen, rhythmischmelodischen und dynamischen Uebungen besondere Sorgfalt gewidmet. In sämtlichen Unterrichtsstunden wurde den Schülern gele- gentlich Einblick in die Musikgeschichte und die musikalische Formenlehre gewährt.

Aus den gesanglich und musikalisch befähigten Schülern der Klassen IV bis I wurde ein gemischter Chor mit etwa 120 Sängern gebildet. Im Sommerhalbjahr wurden die Chöre aus derAntfigone des Sophokles von F. Mendelssohn eingeübt; im Winterhalbjahr wurde neben dem Volksliedgesang der Gesang des Kunstliedes gepflegt.

Schul-Orchester:(20 Schüler: Violine IV, Viola, Cello, Contrabaß, Harmonium und Klavier.) Tonstücke unserer klassischen Meister aus der Sammlung op, 111 von G. Zanger. Außerdem Fr. Händel: Sonate für 2 Violinen und Klavier und Concerto grosso; Beethoven: Egmont-Ouverture, deutsche Tänze und Sonate D-dur für Violine und Klavier; Mendelssohn: Musik zuAnfigone des Sophokles; Joh. Strauß:Geschichten aus dem Wiener Wald undMorgenblätter. Unterricht in zwei nicht planmößigen Sftunden.

4. Leibesübungen.

Für Turnen und Spiel bestanden im Sommer 9 Abteilungen, im Winter eine Spielabteilung weniger. Die zwei Vormittagsstunden waren dem Leistungsturnen, die zwei hintereinander liegenden Nachmittagsstunden dem Spiel und Schwimmen gewidmet. Bei ungünstigem Wetter wurden die Spielstunden unverkürzt in der Halle als Turnstunden abgehalten. Der Unterricht wurde nach dem Turnlehrplan erteilt, den die Turnlehrerkonferenz an der Hand derRichtlinien aufgestellt hatte.

Um den Eltern unserer Schüler einen Einblick in den modernen Betrieb der technischen Fächer zu gewähren und ihnen Gelegenheit zu geben, sich über die Leistungen ihrer Kinder zu unter- richten, werden alljährlich eine Zeichenausstellung, ein Schauturnen und mehrere musikalische Auf- führungen verenstaltet.(S. unter 4 h und 7.)

3. Der Lehrkörper.

a. Veränderungen.

Mit dem Schluß des Schuljahres scheidet St. R. Dr. Rudolph, der die Altersgrenze erreicht hat, aus dem Schuldienste aus. Die Anstalt spricht dem pflichteifrigen und verdienstvollen Lehrer, der 32 Jahre lang an unserem Gymnasium und der Realschule erfolgreich unterrichtet hat, den wärmsten Dank für seine freue Arbeit aus und wünscht ihm einen frohen, ungetrübten Lebensabend. Auch wegen seines rühmlichen, mühevollen Schaffens an dem kunstvoll geschnitzten Ehrenschrein, der dem Gedöchtnis unserer im Weltkrieg gefallenen Helden errichtet wurde, wird er uns in dank- barer Erinnerung bleiben. In seine Stelle wird unter Beförderung zum St. R. der bisher als St. A. an unserer Anstalt fätige Kollege Dr. Franz Hohmann einrücken. Auch St. R. Dr. Gerland tritt zu Ostern 1927 in den Ruhestand, nachdem der Michaelis ihm gewährte halbjährige Urlaub seiner Gesundheit nicht die gewünschte Kräftigung gebracht hat. Kollegen und Schüler sehen auch ihn, der seit 1898 gewissenhaft und erfolgreich seines Amtes in unserer Anstalt gewaltet hat, nur ungern scheiden. Wir wünschen ihm baldige völlige Wiederherstellung, damit er sich noch lange im Dienste wissenschaftlicher Forschung, der er seit Jahren eifrig oblag, betätigen kann. Für ihn wird St. R. Ansorge, der bisher an der Aufbauschule in Usingen fätig war, in das Kollegium eintreten.

b. Die Obliegenheiten des O. St. R. Dr. Dreyling bestanden wie bisher in der Vertretung des Direktors, der Beschaffung des Materials und der Abfassung des Jehresberichtes, der Aufstellung des Stundenplans, gelegentlicher Regelung von Vertretungen, statistischen Arbeiten, Berichten über Bera- tungsgegenstände allgemeiner Konferenzen, zuweilen auch der Leitung von Klassen- u. Fachkonferenzen u. a.

c. und d. Ein Lehrerausschuß und eine pädagogische Vorbereitungsanstalt bestehen an unserer Anstalt nicht,