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f) Künstlerischer und fechnischer Unterricht.
1. Zeichnen.
Der Zeichenunterricht mußte erheblich unter der Unsicherheit leiden, ob an Stelle des bis- herigen impressionistischen Unterrichts künftig der expressionistische freten soll und wie dies g. F. zu erreichen ist. Der Forderung, die Persönlichkeit des Schülers mehr als bisher in den Vordergrund treten zu lassen, wurde soweit als möglich Rechnung getragen, ohne das bisherige exakte Naturstudium völlig zu vernachlässigen.
In der Unterstuſe VI-IV wurden Einzelobjekte und ganze Bilder aus dem Umkreise des Schülers und in kindlicher Darstellung gezeichnet. Es wurde Gewicht auf Anwendung der Farbe und allmählich schärfer werdende Naturbeobachtung gelegt. Daneben wurden Blockschrift und einfeche Schmuckmotive geübt.
Die Hauptfaufgabe der Mittelstufe(U. III— U. II) bestand in räumlicher Darstellung oder Perspektive von einzelnen Geräten oder Gefäßen, einfachen Stilleben, Teilen des Schulraumes, Tieren u. dergl. Im Freien wurden architektonische Details und einfache Landschaftsstudien geübt. Einzelne fähige Schüler übten sich in Graphik und verschiedenen Zeichentechniken. Daneben gingen Uebungen in dekorativer Schrift mit der breiten Feder bis zu verzierten ganzen Schriſtsätzen. Das gebundene Zeichnen umfaßte Maßstabzeichnen und Projektion.
Der Unterricht der Oberstufe(O. II— O. l), der wegen der mehrjährigen Unterbrechung noch nicht den Normalstand zeigen kann, befaßte sich mit der Darstellung von Ansichten im Innern des Schulgebäudes und von ausgestopften Tieren.
2. Stenographie.
Es wurde ein Kursus in der Reichs-Einheitskurzschrift abgehalten, an dem sich zunächst 20 Schüler beteiligten, von denen jedoch 6 im Laufe des Winterhalbjahres aus triftigen Gründen zurücktraten.
3. Musikunterricht.
VI g. u. r. Durleiter, Tetrachord, ganze und halbe Tonstufe. Intervalle. Dreiklang mit Umkehrungen, Dominantseptimakkord. Triole und Synkope. C, F und G-Leiter
V 8. u. r. Erweiterung des Tonarfenkreises bis E und As-dur. Leiterfremde Töne. Modulation. Ableiten der Moll-Leiter. Dur- und Molldreiklang. Dominantsepfimakkord. Konsonanz und Dissonanz. Auffassen und Niederschreiben rhythmisch-melodischer Motive.
Auf allen Stufen wurde angestrebt, die Schüler zum bewußten, selbständigen und schönen Singen der einzuübenden geistlichen und weltlichen Lieder onzuleiten. Dementsprechend wurde den Atmungs-, Ton- und Lautbildungsübungen, den Treffübungen sowie den rhythmischen, rhythmischmelo- dischen und dynamischen Uebungen besondere Sorgfalt gewidmet. In IV u. V wurde in je 2 Wochen- stunden Klassenunterricht erteilt. Aus den gesanglich und musikalisch befähigten Schülern der IV-I wurde ein gemischter Chor mit durchschnittlich zusammen 130 Sängern gebildet. In wöchentlich 3 Stunden wurde neben dem Volksliedgesang der Gesang des Kunstliedes gepflegt. Auch wurde den Schülern gelegentflich Einblick in Musikgeschichte und musikalische Formenlehre gewährt.
Schul-Streichorchester.(21 Schüler, Violine I, II(III), Viola, Cello, Contrabaß, Klavier, Harmonium). Tonstücke berühmter Meister wie: Mozarf, Beefhoven, Schubert, Schumann, Weber aus der Sammlung op. 111 von G. Zanger; Fr. Händel, Sonate g-moll für 2 Violinen und Klavier; Sonate g-moll für 2 Violinen, Cello und Klavier; Concerto grosso op. 6 Nr. 1 G-dur. Als Uebungsstoff dienten die Quintette op. 10 Heft I u. II von IJ. Gebauer.— Unterricht in wöchentlich 2 nichtplan- mäßigen Stunden.— Weniger begabte sowie im Stimmwechsel befindliche Schüler waren in einer besonderen Uebungsgruppe vereinigt(wöchentl. 1 Stunde).


