Jahrgang 
1915
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Unserer Siege im Osten unter Generaloberst von Mackensen wurde am 27. November in den einzelnen Klassen gedacht.

Zu Gunsten unserer Krieger im Felde veranstaltete die Schule am 5. Dezember abends 5 ½ Uhr eine musikalische Aufführung unter der Leitung des Herrn Gesang- lehrers Barth und unter Mitwirkung des Schülerchors, des Herrn Konzertmeisters Willem Meyer, des Herrn Unteroffiziers Wiss und des Herrn Seminarkandidaten Kum- mer. Ueber den Erfolg der Aufführung schreibt die hiesige Kreiszeitung:Die Wieder- gabe sämtlicher Nummern der Vortragsfolge fesselte in nicht geringem Masse das Interesse der Zuhörer, die deshalb so dankbar waren für die Stunden ungetrübten Genusses. An dem gut disziplinierten Schülerchor des Gymnasiums und der Realschule möchten wir aber nicht vorübergehen, ohne zunächst seinem Leiter, dem Gesanglehrer Reinhold Barth, für die so erhebenden, gründlich einstudierten Chorgesänge besondere Anerkennung zu zollen. Dass die meist schwierigen Chöre von den Zöglingen einer so vornehmen Anstalt vorgetragen werden können, überrascht nicht, dass sie aber mit so herrlicher, überzeugender Gefühls- wärme aus jugendfrischen Kehlen kamen, das zeugt für den guten Geist, der unsere höhere Lehranstalt von jeher ausgezeichnet hat. Wer so zu singen versteht, dem sind die Zeichen dieser grossen Zeit in Herz und Sinn gepflanzt worden, dass er imstande ist, die ruhmvolle Gegenwart verständnisvoll mitzuerleben. Das war das erhebendste Moment der musikalischen Aufführung in der so sinnig geschmückten Turnhalle des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums und der Realschule. Auch der Taunusbote sprach sich in einem ausführlichen Bericht in lobender Weise über die Aufführung aus.

Der Gesamterlös der Aufführung betrug 647 Mark. Hierzu hatten die fest ange- stellten Herren 287 Mark beigesteuert.

Die bedeutenden Erfolge, die der gefeierte Feldmarschall von Hindenburg in der Schlacht bei Lodz davongetragen hatte, gaben den Anlass zu einer Feier in der Turnhalle, bei der der Mitunterzeichnete die Ansprache übernommen hatte.

DieMathilde Zimmer-Stiftung schenkte der Anstalt ein von F. Zimmer verfasstes Buch: Die Staatswehr. Den Bestimmungen gemäss sollte es einem Oberprimaner überreicht werden. Als solcher wurde der einzige noch vorhandene Oberprimaner Trog gewählt.

Im Dezember wurde die Schule inbezug auf ihre hygienischen Verhältnisse durch Herrn Geh. Medizinalrat Dr. Ziehe einer Besichtigung unterzogen.

Am 8. Januar 1915 starb Herr Oberregierungsrat a. D. D. Dr. Lahmeyer im Alter von 87 Jahren. Er war vom jahre 1883 bis zum Jahre 1901 Dezernent unserer Schule und weilte oft und gerne in unserer Stadt. Unter ihm erwarb sich unser Gymnasium die staat- liche Anerkennung als Vollanstalt.

Herr Provinzial-Schulrat Kanzow besuchte am 13. und 14. Januar unsere Anstalt, um dem ÜUnterricht der Seminarkandidaten und der wissenschaftlichen Hilfslehrer beizuwohnen. Unter seinem Vorsitz fand am 13. Januar nachmittags eine längere Seminarsitzung statt, an der die Herren Fachlehrer und Kandidaten teilnahmen.

Am 16. Januar wurde in den Klassen auf den Sieg bei Soissons und seine grosse Bedeutung hingewiesen.