Jahrgang 
1915
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ler der Prima und Obersekunda, die ganze Gymnasial- und Realuntersekunda, sowie einige Schüler aus den beiden Obertertien meldeten sich sofort zum Eintritt. In zuvor- kommender Weise hatte sich Herr Buchhalter Brandt von der Stadtkasse bereit erklärt, unseren Schülern die nötigen militärischen Kenntnisse zu übermitteln. Am 17. Oktober trat die Abteilung zum ersten Male zusammen. jeden Mittwoch und Samstag fanden Ubungen statt, und es war eine Freude, die Fortschritte zu beobachten, die unsere Schüler unter der geschickten Anleitung ihres erfahrenen Führers machten. An Sonntagen nahm unsere Abteilung an den Übungen teil, die von den anderen in Bad Homburg noch zusammengestellten Jugendwehrabteilungen veranstaltet wurden.

Unter dem Vorsitze des stellv. Direktors fand am 24. September die Schlussprüfung von 4 Realuntersekundanern statt. Das Kuratorium war durch Herrn Oberbürgermeister Lübke vertreten. Sie erhielten sämtlich das Zeugnis für die wissenschaftliche Befähigung zum einjährig-freiwilligen Dienst.

Am 29. September 1914 Wurde eine Abschiedsfeier für Herrn Pfarrer Menzel ver- anstaltet, der beinahe 45 Jahre lang an unserer Anstalt den Unterricht in der katholischen Religion erteilt hat und mit grösster Pflichttreue und Hingebung die Schüler geistig und sitt- lich zu fördern suchte. Die Liebe und Verehrung seiner Schüler wird ihn weiterhin begleiten. Aber auch die Herren, die an der Anstalt unterrichten, bedauern aufrichtig seinen Abgang und werden sich stets gern und freudig seiner erinnern. Herr Pfarrer Menzel drückte seine Freude über die Veranstaltung der Feier aus und gab einen Rückblick auf seine Un- terrichtstätigkeit, der mit interessanten historischen Erinnerungen verknüpft war. Warm ge- dachte er auch des schönen Einvernehmens mit den an der Anstalt tätigen Direktoren und und Lehrern und sprach dann beherzigenswerte Worte zu den katholischen Schülern.

Zu seinem Nachfolger wurde Herr Domvikar Fendel aus Limburg ernannt. Wir heissen ihn herzlich willkommen und wünschen, dass auch er sich in unserem Kollegium wohl fühlen möge.

Zu Beginn des Winterhalbjahres wurden die wissenschaftlichen Hilfslehrer Engelhardt, Dr. Heukrath, Dr. Minor und Weidenmüller der Anstalt überwiesen. Damit alle im Winterhalbjahr zu erteilenden Stunden gedeckt werden konnten, erklärten sich die sämtlichen an der Anstalt beschäftigten Lehrer freiwillig zur UÜbernahme von je zwei Stunden bereit. Am 15. Oktober kehrte auch Herr Lauter wieder an die Anstalt zurück. Mit der Vertretung des Anfangs Oktober zum Militär eingezogenen Herrn Herbold wurde am 17. November Herr Kunstmaler Schild beauftragt.

Am 1. Nov. wurde Herr Weidenmüller zum Heere einberufen. Den von ihm erteilten französischen Unterricht übernahm Herr Lauter, die übrigen Stunden Herr Dr. Riess, der am 27. Oktober als wissenschaftlicher Hilfslehrer überwiesen war.

In der letzten Vormittagsstunde des 26. November hielt Herr Prof. Dr. Rudolph eine Ansprache. Nach einigen einleitenden Worten kam er auf die guten Seiten des Krieges zu sprechen, in dem alle edlen Eigenschaften des deutschen Volkes und seiner Verbündeten sich so recht entfalten. Es ist, als ob die Gestalten der glorreichen Vergangenheit wieder Leben gewännen.