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Schicksalstagen hocherhobenen Hauptes und im Vertrauen auf die gerechte Sache und die deutsche Kraft mit ernster Entschlossenheit entgegen ging. Infolge der allgemeinen Mobili- sierung und der Einberufung des Landsturms wurden eine grosse Anzahl von Lehrern und Kandidaten dem Unterrichte entzogen. Die Herren Professor Dr. Gerland, Professor Kas-— per, Oberlehrer Bräuning und Dr. Prinz, Hilfslehrer Auell und Lauter mussten sofort teils in der Landwehr, teils in der Reserve des stehenden Heeres ihrem Gestellungsbefehle folgen. Herr cand. prob. Meis trat freiwillig in das Heer ein. Durch die Aufbietung des Landsturms und die Notwendigkeit des Bahnschutzes wurde nach und nach auch eine grosse Reihe anderer Kollegen der Lehrtätigkeit für längere oder kürzere Zeit entzogen. Die Herren Oberlehrer König, Müller und Brenken(letzterer nur 4 Tage), sowie auch Herr Her- b old u. Herr Barth versahen an der Strecke Homburg-Friedrichsdorf Bahnschutz, und vom 15. August ab musste auch der Direktor, der sich auch nach dem Oberschreiten des land- sturmpflichtigen Alters zur Verfügung der Heeresleitung gestellt hatte, die Führung einer zu Siegen in Westfalen auszuhebenden Landsturm-Kompagnie übernehmen, mit der er bald nach Strassburg i. E. und in die Vogesen geschickt wurde.—
Die Leitung der Schule ging nunmehr an Herrn Prof. Dr. Eckhardt über.
Nachdem zwei Drittel der Lehrkräfte dem Unterricht entzogen waren, konnte bei der Schwierigkeit des Ersatzes der Schulbetrieb im 2. Vierteljahre nur mit starken Beschränkun- gen fortgeführt werden. Um ihn überhaupt aufrecht zu erhalten, mussten einige der Anstalt zugewiesene Kandidaten, insbesondere die Herren Dr. Riess, Kistner und Kummer, sowie Herr Rabbiner Dr. Winter eine grosse Zahl Stunden übernehmen. Zugleich stellten eine Reihe ehemaliger Abiturienten der Anstalt, die Herren Studenten Kofler, Löhr, Stolz u. A. Thieler, ihre jugendlichen Kräfte in den Dienst der Schule.
Allen denen, die in so drangvoller Zeit der Schule freiwillig und selbstlos ihre Kräfte zur Verfügung gestellt haben, fühlt sich die Schule zu herzlichem Danke verpflichtet.
Mit Hilfe dieser Herren war es möglich, den Unterricht an allen Vormittagen wenig- stens in den Hauptfächern durchzuführen, wobei allerdings noch häufig, besonders in den mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächern zwei Klassen gemeinsam unterrichtet
werden mussten. In Prima und Obersekunda war dies bis zum Herbst in allen Fächern der Fall.
Mitte September kehrten die Herren König, Müller, Herbold, Barth wieder zur Schule zurück.
Inzwischen aber hatten schon mehrere der ins Feld gezogenen jüngeren Kollegen in den gewaltigen Schlachten ihr Blut für das Vaterland vergossen. Herr Lauter, Vizefeld- webel d. Res. im Inf. Regt. 172, war der erste, der im feindlichen Feuer in offener Schlacht eine schwere Wunde erhielt. Sein Regiment war, im Ober-Elsass vorgehend, bei Sennheim mit französischer Artillerie und Infanterie in Fühlung geraten, und eine feindliche Granate, die wohlgezielt mitten in einer Gruppe deutscher Schützen auf der Chaussee krepierte, brachte ihm schwere Verletzungen bei. Im Garnisonlazarett 8 in Strassburg genas er bei sorgfältiger Pflege und konnte schon im November seinen Schuldienst wieder aufnehmen.
Nicht so günstig war das Schicksal, das dem jungen Oberlehrer Dr. Prinz wider-


