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und Neuweilnau und die Kirchenruine Landstein besichtigt.— Am selben Tage führte Herr Prof. Dr. Gerland die IIl?g über den Sandplacken nach Ober-Reifenberg und über An- spach zurück.— Die IVg machte am 17. Juni unter Leitung des Oberl. Dr. Prinz einen
Ausflug nach Alt-Weilnau und Hausen; die Vg ging an diesem Tage mit Herrn Oberl. Brenken nach Rosbach und dem Winterstein und die VIr mit den Herren Barth und Lauter ins Haidetränktal.— Die IIIr besuchte mit Herrn Oberl. König am 18. juni den Rhein bei Bingen, die VIg mit Herrn Prof. Klemme die Goldgrube und Hardertsmühle. Am 23. Juni wanderte die Vg unter Führung des Herrn Oberl. Bräuning auf den Sand- placken.— Vom 29. jJuni bis zum 11. Juli nahm Herr Gesanglehrer R. Barth an einem Kursus für Kirchenmusik in Charlottenburg teil.
Durch Verfügung vom 7. Juli 1914 wurde Herrn Oberlehrer Kasper der Charakter als Professor verliehen, am 11. August erhielt er den Rang der Räte IV. Klasse.
Die gewaltigen, ganz Europa, ja die gesamte Kulturwelt erschütternden Ereignisse, die von Ende Juli bis heute unser Vaterland in atemloser Spannung halten, führten auch im Leben unserer Anstalt tiefgreifende Veränderungen herbei und brachten schwere Störungen des Unterrichts mit sich. Schon vor den jJuliferien, am 28. Juni 1914, hatte die frevelhafte Ermordung des österreichischen Thronfolgers durch fanatische Serben die bosnisch-serbische Frage von neuem akut werden lassen, und die in ihrem Bestande bedrohte österreichisch- ungarische Monarchie richtete, als durch die Untersuchung des Attentats die Mitschuld der serbischen Regierung zu Tage getreten war, an Serbien ein scharfes Ultimatum. Sofort be- gann das mächtige Russland, das auch diesmal wieder hinter dem kleinen Balkanstaate stand, in einer grossen Reihe von Gouvernements die Mobilisierung des Heeres. Darin lag nach Art und Umfang dieser Massnahme eine schwere Bedrohung nicht nur der habsburgischen Mo- narchie, sondern auch des mit ihr verbündeten deutschen Reiches; und da gleichzeitig Deutsch- lands alter Feind, das revanchelüsterne Frankreich, sein Heer auf Kriegsfuss setzte und eif- rig rüstete, so sah sich Kaiser Wilhelm II. nach vergeblichen diplomatischen Verhandlungen trotz seiner oft bewiesenen Friedensliebe genötigt, um Deutschlands Grenzen gegen einen Uberfall zu schützen, am 31. Juli den Kriegszustand zu verkünden und am 1. August die Mobilmachung zu befehlen. Das geschah in den letzten Tagen der Sommerferien. Als das 2. Vierteljahr begann, war der furchtbare Zweifrontenkrieg, in den das Rachegelüst Frankreichs und der Haß der Panslavisten unser Land gestürzt hatten, bereits ausgebrochen. Es folgte der durch die Not gebotene Einmarsch in Belgien, der auch dieses heimlich längst gegen uns mitverschworene Land zu unserem offenen, erbitterten Gegner machte. Darauf erging am 4. August die schmähliche Kriegserklärung Englands, das heuchlerisch vorgab, die belgische Neutralität zu schützen, weil es die Stunde gekommen glaubte, um die deutsche Flotte und die deutsche Seegeltung zu vernichten und den blühenden Handel Deutschlands, dessen Ri- valität es sich nicht mehr gewachsen fühlte, für immer niederzutreten.—
Die grossen Weltereignisse wirkten sofort auf die kleine Schulgemeinde herüber. An den furchtbaren Ernst der Stunde erinnerte der Direktor in der Schulandacht, mit der am 4. August der Unterricht des 2. Quartals eröffnet wurde; und schon hier bewies die ganze Haltung der Lehrer und Schüler, was allerorten im Vaterlande hervortrat, dass man den


