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Den Schluss der Feier bildete eine kurze Ansprache des Direktors, worin er, an- knüpfend an 2 Stellen aus Briefen Wilhelms von Burgsdorf an Frau von Humboldt, den Schülern ans Herz legte, dass der bleibende Wert des Erinnerungsjahres die Erkenntnis sein solle:„Das Wohl des Ganzen steht über den Sonderinteressen der einzelnen Bürger, Stände und Parteien, und jeder Staatsbürger muss allezeit bereit sein, sein eigenes Ich in den Hintergrund zu stellen, wenn das Naterland es fordert.“
Die Kaisergeburtstagsfeier fand am 27. Januar 10 ½ Uhr in gewohnter Weise in der Turnhalle statt. Herr R. Barth erörterte in seiner Festrede in sachkundiger und überzeugender Weise des Kaisers grosse Verdienste um die Pflege der Musik. Hauptsäch- lich schilderte er die Bemühungen des Kaisers um die Hebung des Männergesangs und des Gesangunterrichts in den Schulen. Dem entsprach auch die Auswahl der Lieder und Deklamationen.— Als Prämie für einen würdigen Schüler war der Anstalt ein Buch über- wiesen(Reventlow: Deutschland zur See), welches dem Oberprimaner F. Neiss zuerkannt wurde. Im Anschluss an die Feier, die sich eines regen Besuches auch von Freunden der Schule erfreute, zogen die Schüler in den Kurgarten, um der Parade des hiesigen Bataillons beizuwohnen.
Am 15. März 1913 besichtigten die Schüler des Obergymnasiums unter Führung des Herrn Prof. Eckhardt die Motoren-Fabrik in Oberursel. Die Erklärung unterstützte in bereitwilligster Weise Herr Direktor Kohl, dem wir dafür zu Dank verpflichtet sind.
Während der längeren Anwesenheit des Kaisers und der Kaiserin in Homburg im April 1913 wurden auf besonderen Wunsch des Kaisers am Dreimühlenborn durch ein Detachement von 120 Pionieren aus Mainz zwei römische Schanzwerke mit Brustwehr und Zinnen hergestellt, die in Grundriss und Anlage den zwischen der Saalburg und der Hom- burg-Usinger Chaussee im Jahre 1909 aufgedeckten genau entsprechen sollten. Auch die dabei gebrauchten Werkzeuge, z. B. Axt, Rasenstecher, waren den alten, römischen Geräten getreu nachgebildet.— Als die Arbeiten ihrer Vollendung entgegengingen, wurde auf Wunsch des Kaisers den älteren Schülern der höheren Lehranstalten der Umgegend Gelegenheit gegeben, die römischen Schanzarbeiten kennen zu lernen. Auch von unserer Anstalt zogen die Klassen von III an aufwärts, von ihren Lehrern geführt, Donnerstag, den 17. April, auf die Saalburg. Hier bemühten wir uns, solange das schlechte Wetter es gestattete, im Freien, uns ein Bild von dem römischen Befestigungswesen zu machen; dann wurden im Saalburg— und Limesmuseum, sowie im Mithreum, die lehrreichen Sehenswürdigkeiten z. T. durch darauf vorbereitete ältere Schüler erläutert. Was an diesem Tage nicht gewürdigt werden konnte, wurde am Nachmittag des 1. jJuli besichtigt. Damals wanderten die Oberklassen des Gymnasiums auf die Saalburg, um unter Führung des Direktors die jupitersäule, die alten Schanzen u. a. zu betrachten. Der Rückweg führte über die vorgeschichtlichen Ringwälle der Gickelsburg.
Am 22. August wurde die Kriegsmarine-Ausstellung im alten Senckenbergianum zu Frankfurt a. M. von den Schülern der mittleren und oberen Klassen unter Führung ihrer Lehrer, darunter des Unterzeichneten, besucht.— Einen zusammenfassenden Rückblick auf die grossen Ereignisse der Jahre 1806—13 bot eine Vorführung von Lichtbildern, die zum besten des Völkerschlachtdenkmals am 7. März 1914 stattfand und an der sämtliche Schüler teilnahmen. Die Kurverwaltung hatte in dankenswerter Liberalität den Theatersaal zur Ver- fügung gestellt.
Am 8. März 1913 fand unter dem Vorsitz des Direktors die Prüfung der vorjährigen Realprimaner statt; das Kuratorium war durch Herrn Oberbürgermeister Lübke vertreten. 6 Realprimaner bestanden die Prüfung. Im Herbst 1913 erwarben durch ein Examen 2 Realprimaner das Zeugnis für den einjährig-freiwilligen Dienst.


