Jahrgang 
1914
Einzelbild herunterladen

18

III. Zur Schulgeschichte.

Am 2. April 1913 wurde der Anstalt zur Ableistung des Probejahres Herr cand. Lauter überwiesen, der seine Stellung einer militärischen Uebung wegen erst am 18. April antrat.

Herr O. Schäfer, der seit 1. April 1912 die Stelle eines wiss. Hilfslehrers an der Anstalt versah, folgte am 1. Juli 1913 einem an ihn ergangenen Rufe an die Realschule in Diez a. d. Lahn. Dem gewissenhaften, fleissigen und treuen Kollegen wird die Schule ein gutes Andenken bewahren. An seine Stelle trat im Unterricht der IIIg., V. u. VI. Herr Dr. Waga, bisher in Diez, der aber schon am 1. Oktober an die Realschule in Bad Wil- dungen überwiesen wurde.

Zu derselben Zeit wurde der bisherige etatsmässige Hilfslehrer Herr W. Appel als Oberlehrer nach Biedenkopf an das dortige Realprogymnasium berufen. Auch er hat sich bei Lehrern und Schülern ein freundliches Gedenken gesichert. An seine Stelle trat der wiss. Hilfslehrer Herr Alfred Schäfer, bisher in Fulda.

Am 20. Juni 1913 reichte Herr Prof. Dr. Spranck aus Gesundheitsrücksichten ein Gesuch um Versetzung in den Ruhestand zum 1. Oktober 1913 ein, das von der vor- gesetzten Behörde am 24. Juli genehmigt wurde. Der scheidende Kollege, der seit 37 jahren an der Anstalt mit Einsetzung seiner besten Kraft und mit Erfolg gewirkt hatte, nahm nicht bloss als Senior des Kollegs unter seinen Mitarbeitern eine geachtete und ange- sehene Stellung ein, sondern er galt auch durch seine Tätigkeit in verschiedenen militärischen, städtischen und kirchlichen Körperschaften, Vereinen und gemeinnützigen Anstalten in wei- testen Kreisen der Bürgerschaft schon lange als hervorragender Bürger und Patriot. Die Schule, die ihn ungern scheiden sieht, wünscht ihm, dass seine Gesundheit, die den grossen Anstrengungen des Lehrberufs leider nicht mehr ganz gewachsen war, sich in der Zeit der amtlichen Musse wieder kräftigen möge, damit er noch lange zum Nutzen und zur Freude seiner Mitbürger wie bisher in gemeinnütziger Weise tätig sein kann. Am 27. September fand eine würdige Abschiedsfeier in der Turnhalle statt, der Herr Prof. Spranck leider nicht beiwohnen konnte. Eine besondere Auszeichnung wurde ihm am 27. IX. 13. durch Ver- leihung des Kronenordens III. Cl. anlässlich seiner Versetzung in den Ruhestand zuteil.

Am 1. Oktober vorigen Jahres traten Herr Dr. Prinz, von dessen Berufung schon im vorigen Programm berichtet werden konnte, und Herr L. Müller aus Frankfurt a. M. als Oberlehrer in das Kollegium unserer Anstalt ein. Herr Müller war im September vom Curatorium gewählt worden, die Bestätigung der Wahl wurde am 5. Okt. vom Kgl. Prov.- Schulkollegium vollzogen. Wir möchten auch an dieser Stelle den Wunsch und die Hoff- nung aussprechen, dass die Berufung der beiden genannten Herren unserer Schule zum Segen gereichen und ihre hiesige Tätigkeit sie selbst mit Befriedigung erfüllen mõöge.

Wilhelm Prinz, geboren den 27. März 1884 zu Offenbach a. M., evangelischen Bekennt- nisses, besuchte die Klinger-Oberrealschule und das Goethe-Gymnasium zu Frankfurt a. M., das er Ostern 1902 mit dem Zeugnis der Reife verliess. Darauf studierte er in Göttingen Mathematik, Physik und klassische Philologie; dort bestand er auch im Herbst 1908 die Staatsprüfung. Von Ostern 1909 bis Ostern 1911 leistete er das pädagogische Seminarjahr am Goethe-Gymnasium zu Frankfurt a. M. und das Probejahr am Kaiserin-Friedrich-Gymnasium, verbunden mit Realschule, zu Bad Homburg v. d. H. ab. Während des Probejahres promovierte er zu Freiburg i. B. auf Grund seiner Dissertation:De Xenophontis Cyri institutione. Nachdem er dann seiner Dienstpflicht beim I. Bataillon des 168. Infanterie-Regiments genügt hatte, war er von Ostern 1912 ab als wissenschaft- licher Hilfslehrer in Homburg tätig. Am 1. Oktober 1912 wurde er Oberlehrer in Arolsen(Wal- deck); aber schon nach einem Jahre kehrte er als Oberlehrer nach Homburg zurück.