Jahrgang 
1910
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gebildet auf dem Seminar zu Bunzlau, war Herr Hoffmann am 1. Oktober 1867 in den öffentlichen Schuldienst eingetreten. Nach Homburg berufen, war er vom Herbst 1877 an mit Eifer und gutem Erfolg an unserer Schule tätig. Die Liebe seiner Schüler und die Hochachtung seiner Amtsgenossen bekundeten sich bei seiner Beerdigung. Ein ehrendes Andenken wird ihm von uns bewahrt.

Die Stellvertretung des Herrn Hoffmann übernahm im Sommerhalbjahr Herr R. Barth, der für diese Zeit von seinem Unterricht an der hiesigen Bürgerschule entbunden wurde. Am 1. Oktober wurde ihm die durch die Pensionierung des Herrn Hoffmann freige- wordene Lehrerstelle vom Magistrat mit Zustimmung des Königl. Provinzial-Schulkollegiums übertragen. Herr Reinhard Barth, geboren am 20. Oktober 1870 zu Arnolds- hain im Kreis Usingen, evangelischer Konfession, wurde auf dem Seminar zu Usingen ge- bildet, wo er am 3. März 1891 die erste und am 23. Juni 1893 die zweite Volksschul- lehrerprüfung bestand. Am 1. April 1891 wurde er als Lehrer an der Homburger Bürger- schule angestellt, an der er bis zum Übertritt an unsere Anstalt tätig war. Da Herr Schildhauer, der seit 1902 den Chorgesang der Gymnasiasten geleitet hatte durch sein neues Amt als Organist an der Erlöserkirche stark in Anspruch genommen wurde und daher entlastet zu werden wünschte, übernahm Herr Barth den Unterricht im Chorsingen. Herrn Schildhauer sagen wir auch an dieser Stelle Dank für die der Schule geleisteten guten Dienste.

Zu Ostern 1909 wurde durch das Königl. Provinzial-Schulkollegium Herr Xaver Thiemeyer unserer Schule zur Ableistung des Probejahres überwiesen. Er übernahm zugleich einen Teil der Lehrstunden des Herrn Oberlehrers Dr. Gerland, da dieser entlastet werden musste, um eine ihm von der Königl. Preußischen Akademie der Wissenschaften übertragene Arbeit rechtzeitig beendigen zu können. Herr Thiemeyer wurde auch, als im August und September Herr Oberlehrer Kasper zu einer militärischen UÜbung eingezogen wurde, zu einem Teile mit dessen Vertretung betraut. Herrn Oberlehrer Ludwig Schneider wurde am 21. Juli der Charakter als Professor verliehen.

Noch müssen wir eines heimgegangenen alten Kollegen, des Konrektors und Ober- lehrers Otto Schmidt, gedenken. Geboren 1832 in Oberstedten, besuchte er das Gym- nasium zu Gießen und studierte ebendort von 18511854 Theologie. Darauf war er in Frankfurt und Weinheim und an der lateinischen Schule in Meisenheim als Lehrer tätig. Bei Gründung unserer Schule im Jahre 1865 nach Homburg berufen, hat er an dieser drei- unddreissig Jahre als Lehrer und Bibliothekar mit Eifer und Gewissenhaftigkeit gewirkt. Seit dem 1. Oktober 1898 lebte er im Ruhestand. Am 20. Angust 1909 ist er gestorben. Sein Andenken bleibt bei uns in Ehren.

2. Am 5. Juni 1909 war die Einführung des neuen Normaletats, be- treffend die Besoldungen der Leiter und Lehrer der höheren Unterrichtsanstalten, und zwar erstens derer, die vom Staate zu unterhalten sind, zweitens derer, dieaus Staatsfonds Unterhaltungszuschüsse beziehen, durch Unterschrift des Königs und des Ministers ange- ordnet worden. In UÜbereinstimmung hiermit wurde durch Beschluss der Stadtverordneten- Versammlung vom 20. Juli, mitgeteilt durch Verfügung des Magistrats vom 4. August, die Zahlung der Besoldungen nach dem neuen Normaletat, zunächst mit Wirkung vom 1. April 1909 an, bestimmt. Die Nachzahlung für das vorhergehende, mit dem 1. April 1908 beginnende, Jahr, die durch die Schlussbestimmung des Normaletats von 1909 angeordnet wird, ist zwar von den städtischen Behörden beschlossen, doch noch nicht endgültig geregelt.

3. Die Sedanfeier wurde in der Turnhalle mit Vortrag von Gedichten, patriotischen Gesängen und einiger Szenen ausColberg von Paul Heyse begangen. In der Festrede schilderte Herr Oberlehrer Dr. Gerland die Teilnahme der Deutschen, namentlich derer aus unserer Gegend, am vierten Kreuzzug. Sie bewährten damals, an der Spitze der Kreuzfahrer in Konstantinopel eindringend, den Ruhm deutscher Tapferkeit.