Jahrgang 
1909
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4 Ober-Sekunda. Ordinarius: Professor Dr. Eckhardt.

1. Rellglon(Evangel.): 2 St. Erklärung der Apostelgeschichte. Kirchengeschichte bis 325. 1. u. 2. Thessalonicher-Brief u. 1. Korinther-Brief, Galaterbrief. Schneider.

2. Deutsch: 3 St. Proben aus dem Urtexte des Nibelungenliedes und von Walter von der Vogelweide. Inhalt von Wolframs Parzival. Ausblick auf nordische Sagenkreise. Gelesen: Schiller, Wallenstein; Goethe, Hermann und Dorothea und Egmont. Schöne Stellen wurden auswendig gelernt, darunter ein Monolog Wallensteins. Poetik im Anschlusse an die Lektüre, Vorträge der Schüler, zumeist im Anschluss an die Privatlektüre; hieran anknüpfend, rhetorische Belehrungen. Wiederholung früher gelernter Gedichte. Gram- matisches und Stilistisches bei der Durchnahme der Aufsätze. Bauder.

Themata der Aufsätze:

1. Was lernen wir aus dem Worte:Ohne Fleiss kein Preis? 2. Wodurch gewinnt der junge Siegfried die Achtung der Burgunder? 3. Wodurch gelingt es Schiller, unser Mitgefühl für Hero und Le- ander zu erwecken: 4. Wie entwickelte sich die athenische Demokratie bis auf Kleisthenes?(Klassenauf- satz). 5. Welches ist der Gedankengang der Rede Adherbals im römischen Senate? 6. Wie urteilen die Soldaten in Schillers Drama: Wallensteins Lager über den Krieg und über den Soldatenstand?(Klassen- aufsatz). 7. Was erfahren wir in Sallusts Schrift:Der Jugurthinische Krieg über die parteipolitischen Verhältnisse des damaligen Rom? 8. Was lehrt uns das Wort:Dem Mutigen hilft Gott?

3. Lateinisch: 7 St. Gelesen wurde Sallust: Catilina u. bell. Jug.(teilw.) Liv. XXI. Cicero: Pro Archia poeta., Bauder. Vergil: IVIX(im Durchblick). Auswendiglernen einzelner Stellen. 2 St. Gerland. Grammatik, Stilistik: alle 2 Wochen eine schriftliche Ubersetzung ins Lateinische, vierteljährlich eine Übersetzung ins Deutsche; zwei deutsche Ausarbeitungen über Gelesenes. Bauder...

4. Griechisch: 6 St. Syntax des Verbs. Schriftliche Ubersetzungen ins Griechische und aus dem Griechischen alle 14 Tage abwechselnd. Lekt. Herod. B. VII in Auswahl. Xenoph. Memor. B. I. II. Hom. Odyss. 13 24 in Auswahl. Schulze.

5. Französisch: 3 St. Lektüre: Sarcey, Le Siège de Paris(Velh.& Kl.); Con- teurs de nos jours(Flemming). Dreyling.

6. Englisch(wahlfrei): 2 St. Lektüre: Deutschbeins Vorstufen. Schneider.

7. Geschichte und Erdkunde: 3 St. Griechische u. römische Geschichte. Gerland.

8. Mathematik: 4 St. Einiges über Transversalen; harmonische Punkte u. Strahlen. Trigonometrie; Konstruktionsaufgaben; quadratische Gleichungen. Eekhardt.

9. Naturlehre: 2 St. Wärmelehre nebst Anwendungen auf Meteorologie. Akmustik. Eekhardt.

10. Zelchnen: 2 St. Nicht verbindlich. Linearzeichnen. Rechtwinkl. Projektionen. Herbold.

Unter-Sekunda. Ordinarius: Professor Dr. Bauder.

1. Religion(Evangel.): 2 St. Erklärung ausgewählter Abschnitte des Alten Testa- ments, namentlich aus den poetischen und prophetischen Schriften, und des Evangeliums nach Lukas. Wiederholung der Bergpredigt und der wichtigsten Abschnitte aus der Apos- telgeschichte. Wiederholung von Katechismus, Sprüchen, Liedern u. Psalmen. Purgold.

2. Deutsch: 3 St. Anleitung zur Aufsatzbildung durch UÜbungen im Auffinden und Anordnen des Stoffes. Lektiüre: Gedichte und Aufsätze des Lesebuchs von Muff; Schillers Glocke; Dichtung der Befreiungskriege; Wilhelm Tell; Jungfrau von Orleans; Paul Heyse, Colberg. Auswendiglernen von Gedichten und Dichterstellen sowie Ubungen im freien Vortrag. Aufsätze alle 4 Wochen. Halbjährlich eine einstündige deutsche Ausarbeitung in der Klasse. Kasper.