C. Ubersicht der behandelten Lehrgegenstände.*)
I. Gymnasium. Prima.(Ober- und Unter-Prima vereinigt) Ordinarius: der Direktor.
1. Rellglon.(Evang.): 2 St. Erklärung des Römerbriefes und der Augustana. Daran anschliessend Glaubens- und Sittenlehre. Wiederholung aus der Kirchengeschichte 3 1 1. 9 7 g—
von Katechismus, Liedern und Psalmen. Klemme.
2. Deutsch: 3 St. Das Wichtigste aus der Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts im Anschluss an vorgelesene Proben. Gelesen: Don Carlos, Hamlet, Das goldene Vliess, Tasso, Hamb. Dramaturgie(teilw.). Privatlektüre; Vorträge im Anschluss hieran. Wieder- holung früher gelernter Gedichte. Einige Stücke aus dem Lesebuch für I.(Muff). Bauder.
Themata der Aufsätze:
1. Was lehrt uns das Wort:„Norgetan und nachbedacht hat manchem schon viel Leid gebracht“? 2 Welche Lichtseiten beobachten wir in dem Charakterbilde des Königs Philipp in Schillers Drama:„Don Carlos’? 3. Welchen Nutzen bringt uns das Reisen?(Klassenaufsatz). 4. Welche Sitten und Gebräuche der Germanen hebt Tacitus in sciner„Germania“ hervor? 5. Welche Entwicklung nahm der Charakter Friedrichs des Grossen in seiner Jugend? 6. Was lernen wir aus dem Worte:„Früh übt sich, wer ein Meister werden wille?(Klassenaufsatz). 7. Wie zeichnet Shakespeare in seinem Drama:„Hamlet“ den Cha- rakter des Königs? Sa. Aufsatz der Abiturienten. b. Was lässt sich zum Lobe des Winters sagen?
3. Latelnlsch: 7 St. Gelesen wurde Tacitus' Germania, Cicero de re publ. I. Tusc. V 2z. t.; ausgewühlte Oden und Episteln des Horaz, Abschnitte aus Livius B. 22 und 27. Auswendiglernen einzelner Gedichte des Horaz. Schriftliche Ubungen, Ausarbeitungen. Schulze.
4. Grlechisch: 4 St. Lektüre: Thucydides mit Auswahl aus dem zweiten Teil und
platons Apologie. Ubersetzungen ins Deutsche oder ins Griechische in der Klasse. Wie- derholung der Grammatik. Ausarbeitungen. Rudolph.— Homer(2 St.) Ilias, Gesang
XII. bis XXIV. nach dem aufgestellten Kanon, Auswendiglernen von Stellen. Bauder. 8 5. Hebrälsch(wahlfrei): 2 St. Wiederholung und Erweiterung der Grammatik. Übersetzen historischer und poetischer Abschnitte. Klemme.
6. Französlsch: 3 St. Lektüre: Paris sous la Commune(Velh.& Kl.); Histoire de France(Flemming). Dreyling.
7. Englisch:(wahlfrei): 2 St. Lektüre: Massey, In the Struggle of Life. Schneider.
8. Geschichte und Erdkunde: 3 St. Die Neuzeit. Rudolph.
9. Mathematlk: 4 St. Die Konstruktion algebraischer Ausdrücke; Aufgaben aus der Trigonometrie, Stereometrie und Anwendung derselben auf die mathematische Geo- graphie; Graphische Darstellungen; der Koordinatenbegriff; Anleitung zum Zeichnen räum- licher Gebilde. Die elementaren Reihen; Logarithmen; Zinseszinsrechnung. Eckhardt.
10. Physik: 2 St Mechanik. Spranck.
11. Zelchnen: 2 St., nicht verbindlich. Herbold.
*) Sie entsprechen den„Lehrplänen und Lehraufgaben von 1901“9. Deshalb wird neben der Lektüre meistens nur der Lehrstoff angegeben, der in den einzelnen Schuljahren der Veränderung unterliegt.


