Jahrgang 
1908
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III. Zur Schulgeschichte.

1. Daus Kuratorium. Der Vorsitz im Kuratorium ging im Sommer 1907, als der Herr Oberbürgermeister Mass Homburg verliess, um nach Görlitz überzusiedeln, auf den Ersten Bürgermeister Herrn Lübke über. Am 29. November starb der Geh. Sanitäts- at Dr. Hitzel, der als langjähriges Mitglied des Kuratoriums der Schule viel Zeit gewidmet hatte, da er seit einer Reihe von Jahren den Reifeprüfungen der Gymnasiasten und den Schlussprüfungen der Realschüler beiwohnte. Die Schule bewahrt ihm ein dankbares An- denken. Als Mitglied des Kuratoriums wurde im Februar 1908 auf sechs Jahre wieder- gewählt Herr Justizrat Dr. jur. Zimmermann, neugewählt wurde Herr Hofapotheker, Stadtverordnetenvorsteher Dr. Rüdiger.

2. Aus dem Lehrkörper schied, wie schon im vorigen Jahresberichte mitgeteilt wurde, Herr Oberlehrer Achard aus. In Anerkennung seiner treuen Dienste wurde ihm bei seinem Ubertritt in denRuhestand der Rote Adlerorden 4. Klasse allergnädigst verliehen. An seine Stelle trat, vom Kuratorium gewählt, Herr Friedrich Herbold. Geboren am 8. Dezember 1874 zu Evingsen, Kreis Iserlohn. evangel. Konfession, besuchte er das Seminar zu Hilchenbach und bestand daselbst die erste Lehrerprüfung am 11. Juli 1895, die zweite in Soest den 6. Mai 1899. Am 5. August 1895 trat er in den öffentlichen Schuldienst. Vor der Königl. Prüfungskommission in Berlin erwarb er sich am 1. August 1906 das Zeugnis ſiber die Befühigung, Zeichenunterricht in Mittelschulen zu erteilen. Am 1. April 1907 wurde er, zunächst provisorisch, als Lehrer an unsrer Schule angestellt. Um seine Lehr- bekähigung im Zeichnen zu vervollständigen, nahm er vom 1. November an Urlanb und besucht seitdem die Königl. Kunstakademie zu Cassel. Zu seinem Stellvertreter wurde vom Kuratorium der Zeichenlehrer Herr E. Milow gewühlt, der mit Genehmigung des Königl. Prov.-Schulkollegiums am 1. November v. J. den Unterricht übernahm, den Herr Herbold im Sommerhalbjahr erteilt hatte. Mit Ende des Sommerhalbjahres verlies der wissenschaft- liche Hilfslehrer Herr Bellgard, der zwei und ein halbes Jahr mit Eifer an unsrer Anstalt tätig gewesen war, Homburg, da er als Oberlehrer nach Dillingen a. d. Saar berufen worden war. An seine Stelle trat am 1. Oktober Herr Bräuning, der aber zu unserm Bedauern wahrscheinlich unsre Anstalt bald wieder verlassen wird. Am 25. November 1907 beging Herr Professor Dr. Glaser die Feier seines siebzigsten Geburtstags. Durch Erlass des Landgrafen Ferdinand an der im Oktober 1865 eröffneten Realschule zu Homburg angestellt, hat er zweiundvierzig Jahre an unserer Anstalt mit immer gleichem Eifer als Lehrer der Mathematik gewirkt. Durch seine Gerechtigkeit und sein Wohlwollen hat er sich die Liebe seiner Schüler in hohem Grade erworben. Die jetzigen Schüler gaben der Verehrung für ihren Lehrer Ausdruck durch einen Fackelzug. der sich am Abend des 25. November unter Vorantritt der Bataillonskapelle vom Schulhofe aus zu der Wohnung des Jubilars hinbewegte, wo unter Leitung des Herrn Schildhauer ein Choral und BeethovensDie Himmel rühmen des Ewigen Ehre vom Schülerchor gesungen wurde. Von Vertretern des Kuratoriums wurde dem Jubilar eine Glückwunschadresse überbracht, in der ihm wärmster Dank für seine lange, segensreiche Tätigkeit auf dem Gebiete der Jugendbildung ausgesprochen wurde. Frühere Schüler. jetzt gereifte Männer, ſiberreichten ihm ein Blumenarrangement und eine künstlerisch ausgestattete Adresse zur Bekundung ihres Dankes für den genossenen Unterricht. Die Kollegen aber gaben bei einem Abendessen ihrer Verehrung für den bei der Arbeit immer unermüdlichen, im Ver- kehr immer gleich freundlichen Senior Ausdruck. Am 9. Juli wurde Herr Oberlehrer Dr. Dreyling zum Professor ernannt. Herrn Professor Dr. Spranck wurde am 17. Oktober der Rote Adlerorden 4. Klasse allergnädigst verliehen; derselhe nahm während der Herbst- ferien an einem naturwissenschaftlichen Kursus in Berlin teil. Vertretungen wurden in bedeutendem Umfange notwendig. Herr Oberlehrer Kasper musste in der Zeit vom 28. April bis 29. Mai wegen einer militärischen Ubung vertreten werden. Einen grossen